Kurz bevor The Last of Us erscheint, durfte Gamezone erneut einen Blick auf das Survival-Game von Sony werfen. Das neue Demolevel zeigt zwar, wie brutal The Last of Us sein kann - aber auch, dass Naughty Dog sich einfach aufs Geschichtenerzählen versteht. The Last of Us ist ein absoluter Pflichtkauf für alle erwachsenen PS3-Besitzer.
Kurz bevor The Last of Us am 14. Juni erscheint, durften wir erneut einen Blick darauf werfen. Nachdem wir bereits einen spannenden Survival-Level angespielt haben, ging es dieses Mal sehr viel actionreicher zu. Joel und Ellie sind darin auf sich allein gestellt und erkunden eine verlassene Geisterstadt in der Quarantänezone. Aber so verlassen wie sie auf den ersten Blick scheint, ist sie gar nicht. Infizierte Clicker und Runner haben sich in den engen Gassen des typischen amerikanischen Vororts versteckt.
Quelle: Sony/Naughty Dog
The Last of Us in der finalen Vorschau kurz vor Release: Gänsehaut-Feeling! (11)
Wegen der allgegenwärtigen Munitionsarmut in The Last of Us erwischt man sich immer wieder dabei, wie man abwägt: "Will ich wirklich das Gebäude oder die Seitenstraße erkunden oder bleibe ich auf dem offensichtlichen Hauptpfad?" Was abseits der Wege wartet, sind Kugeln, eventuell neue Waffen und vor allem Gegenstände wie Scheren, Verbände und medizinischer Alkohol, die man in einem Crafting-Menü zu Waffen oder Behelfsgegenständen zusammensetzen kann. Die Frage ist, ob es sich lohnt, für ein paar Pfeile oder Scheren im Zweifelsfall Pistolenkugeln zu verbrauchen. Und der Thrill-Faktor spielt dabei natürlich auch eine Rolle! Geschlossene, dunkle Räume sind natürlich ein größeres Problem als offene und gut einsehbare Flächen.
Nachdem wir zu Beginn ein paar einfache Rätsel vom Kaliber "verschiebe dieses Holzbrett so, dass du über drei Abgründe hinwegklettern kannst" lösen, lernen wir den subtilen Horror von abseits gelegenen Gebäuden kennen. Wir finden uns in einem Gebiet wieder, in dem irgendwo Infizierte an Wänden oder einer Tür schaben. Wir haben die Wahl: Einfach weitergehen und das Geräusch ignorieren – im besten Fall kommt es halt von einem total unbedeutenden Ort. Wir entschließen uns aber, dem Geräusch nachzugehen und verfolgen es in ein abseits gelegenes Haus. Der Clou: Die Tür, die man öffnen kann, unterscheidet sich nicht großartig von anderen Türen in der Umgebung, die häufig nur aufgemalt sind. Ein Promoter, der die ganze Zeit zusieht, ist überrascht: "Ich habe diesen Level in den letzten Tagen bestimmt ein paar Dutzend Mal gespielt und noch nie diesen Weg gefunden!" Gut, solchen PR-Menschen muss man sicher nicht alles glauben, der eigentliche Spielpfad führt aber wirklich ganz wo anders lang. Wer das Gebäude betritt, wird gleich durch einen völligen Wechsel der Atmosphäre überrascht. Draußen im hellen Sonnenschein sind die Infizierten gar kein so großes Problem. Hier drinnen in einem Treppenhaus kann aber nach jeder Ecke Schluss mit lustig sein. Schritt für Schritt arbeiten wir uns mit der Taschenlampe vor, wechseln die Waffe von links nach rechts, um besser um die Ecken sehen zu können. Die Geräusche sind noch immer da, aber einen Gegner finden wir einfach nicht – zumindest nicht bis ganz zum Schluss. Gerade, als wir den vermeintlich letzten Raum durchsuchen und aufatmen wollen, springt uns ein Gegner aus dem Badezimmer entgegen. Wumms und die Schrotflinte verteilt seine Überreste im ganzen Zimmer. Die Belohnung für fünf Minuten Puls auf 180: Ein bisschen Krimskrams als Loot und vor allem der herzerwärmende Liebesbrief an eine Frau, die nach der Evakuierung nie wieder aufgetaucht ist. Der Mann schreibt darin, dass er der Dinge ausharren will und auf seine Geliebte wartet. Nachdem man die Zeilen gelesen hat, weiß man, dass man das Gehirn des Autors eben im Raum versprüht hat. Gänsehaut-Feeling!
Solche Momente abseits des ansonsten relativ offensichtlichen Spielpfades machen Mut. Sie beweisen, dass The Last of Us Horror nicht nur durch hässliche "Zombiefratzen" (ja, wir wissen dass es keine Zombies sind!), häufig verwendete Splatter-Effekte und atmosphäres Gameplay verbreiten kann. Naughty Dog erreicht das auch durch solche subtilen Story-Entscheidungen.
Moorhuhn-Schießen über Kopf
Quelle: Sony
The Last of Us in der finalen Vorschau kurz vor Release: Gänsehaut-Feeling! (7)
Dass Joel auch anders kann, beweist er nur Momente später. Der Protagonist von The Last of Us ist mit Ellie in einem Lagerhaus, als er in die Falle eines verrückten Überlebenden tappt. Kopfüber baumelt er am Fuß von der Decke herab und durch den Krach werden die Infizierten auf Ellie aufmerksam. In einer spaßigen Über-Kopf-Szene muss man die kleine beschützen, während sie das Seil durchtrennt, an dem Joel hängt. Und wenn wir von wirklich vielen Gegnern reden, meinen wir das so. Meist springen sie zu dritt über einen Zaun und torkeln auf unsere Wegbegleiterin zu. Nur gezielte Schüsse in den Kopf schaffen schnelle Abhilfe. Wer nur den Körper trifft, macht die Beißer auf sich aufmerksam. In einem kleinen Quicktime-Event muss man sich dann befreien, bevor sie einen beißen können. Ellie darf man dabei natürlich nicht aus den Augen lassen. Auch wenn sie stirbt, beginnt die Sequenz von vorn.
Richtig gemein wird es, wenn plötzlich auch mehrere Clicker gleichzeititg antorkeln. Wenn diese furchteinflößenden Feinde einen nur einmal beißen, ist es sofort aus. Und weil sie sogar mehrere Schüsse in den Kopf aushalten, sind sie besonders hart im Nehmen.
Wer es nicht actionreich mag, kann schleichen
Quelle: Sony/Naughty Dog
The Last of Us in der finalen Vorschau kurz vor Release: Gänsehaut-Feeling! (13)
Wer The Last of Us nicht wie einen actionreichen 3rd Person Shooter spielen will, kann aber auch anders. Insgesamt drei Möglichkeiten gibt es, um den meisten Problemen zu begegnen. Der offensive Kampf, im Zweifel auch mit der Schusswaffe, ist nur eine Alternative. Wer es lieber leise mag, kann versuchen sich an infizierten vorbei zu schleichen. Die normalen Runner können beispielsweise noch sehen und etwas hören. Wenn sie aber mit dem Rücken zu einem stehen, kann man problemlos an ihnen vorbeihuschen. Die Clicker machen es einem schwieriger. Sie sind zwar blind, aber ein falsches Geräusch und man ist enttarnt. Wer die Augen ein wenig offen hält, kann außerdem an manchen Stellen alternative Routen, die vermeintlich weniger Feinde parat hält, suchen. In unserem Level klappt das einmal ganz gut. Indem wir uns über eine Feuerleiter bewegen, weichen wir einer Handvoll "untoten" Kriechern aus.
Ganz gewaltlos muss man aber auch nicht leben. Der Mittelweg zwischen Schleichen und Schießen ist das lautlose Töten. Dabei schleicht man sich möglichst unbemerkt durch die Welt von The Last of Us und kann Gegner per Knopfdruck von hinten mit einem Würgegriff oder Messer kaltmachen. Das birgt natürlich einige Gefahren. Da man sich jedes Messer aus verschiedenen Gegenständen zusammenbauen muss und es beim "One-Hit-Kill" immer verliert, kann man nicht immer unerkannt bleiben. Wer es mit Würgen versucht, läuft Gefahr von anderen Feinden gesehen zu werden. Dann heißt es schnell reagieren! Falls weitere Feinde, vor allem Runner, angelockt werden, ist der Tod schon vorprogrammiert.
