Quantum Break in der E3-Vorschau: Remedy versucht mit TV und Spiel gleichzeitig das Wohnzimmer einzunehmen
SpecialAuf der E3 hat Remedy hinter verschlossenen Türen Quantum Break gezeigt. Falls ihr meint, wir hätten richtiges Gameplay gesehen, irrt ihr. Stattdessen ging es vor allem um die Geschichte, die Interaktion zwischen Spiel und TV und wie Quantum Break nach erzählerischer Tiefe sucht. Wir haben alle neuen Infos für euch zusammengefasst.
Quantum Break hinterließ bei der Enthüllung der Xbox One bei Vielen Fragen. Der mysteriöse Trailer zeigte kein Gameplay, gab keine Infos und verriet auch nichts zur Geschichte hinter Quantum Break. Nur so viel: Remedy kombiniert Videospiel und TV-Serie miteinander. Klingt soweit gut, kann aber auch in die Hose gehen (siehe Defiance). Auf der E3 konnten wir nun mit Sam Lake sprechen und ihm hinter verschlossenen Türen ein paar Infos zu Quantum Break entlocken.
Story-lastiger Action-Shooter
Quelle: Microsoft
Quantum Break in der Vorschau (1)
Zunächst zu der Frage, die vermutlich allen unter den Fingernägeln brennt: Quantum Break ist ein Action-Shooter, der vor allem von seiner Geschichte leben soll. Beim Storytelling setzen die Macher daher auf Elemente, die man bislang eher in TV-Serien vermutet hätte. In Episoden wechseln sich Spielabschnitte und echte Filmszenen ab, letztere befinden sich übrigens alle auf der Disc. Probleme wie Defiance sie hatte, namentlich eine schlechte Senderverbreitung und den "One-Way-Kanal" Fernseher, sollen damit von Anfang an nicht auftreten. "Der Spieler erlebt in Quantum Break eine starke Story. Wir lassen dem Spieler Entscheidungsfreiheiten, wollen aber nicht, dass die Handlung in mehrere Stränge zerfällt und so ein minderwertigeres Abenteuer wird." An einer wichtigen Stelle versetzen die Macher daher den Spieler in die Position, dass er den Bösewicht spielt. Auf Basis einiger Entscheidung wird der weitere Fortschritt in der Kampagne sich verändern. Hätte man auch der Spielfigur die "Verantwortung" übertragen können? Klar. Aber solches Storytelling ist Remedy wohl einfach zu abgedroschen und vorhersehbar.
Besonders viel Tiefe will Remedy durch die Verquickung zwischen Spiel und Film erreichen. Menschliche Schauspieler können Emotionen einfach immer noch besser vermitteln, als jedes CGI-Mocap-Studio. Und genau diese Dynamiken sollen in Quantum Break im Vordergrund stehen. Zur Länge von Filmabschnitten wollte Lake zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Metal-Gear-Momente, in denen man ein paar Minuten spielt und sich dann zurücklehnt und eine halbe Stunde Film guckt, sollen aber ausbleiben. Die beiden Erzählformen sollen sich immerhin "ergänzen" und nicht gegenseitig durch Wuchtigkeit erschlagen.
Zeit-Experimente gehen schief
Die Story von Quantum Break ist schnell erklärt: Das Experiment einiger Wissenschaftler zur Erforschung von Zeitreisen geht schief. Sie erschaffen aus Versehen ein Loch in der, nennen wir sie, Raum-Zeit. Und fortan geht nichts mehr so, wie man es erwartet. Unregelmäßig gibt es ein Stottern in der Zeit. Manchmal hält die Zeit einfach komplett an, manchmal läuft sie sogar rückwärts. Wir müssen herausfinden was schiefgegangen ist und wie man den Fehler beheben kann.
Quelle: Microsoft
Quantum Break in der Vorschau (3)
Wie gut, dass unsere Charaktere bei dem Experiment dabei waren. Sie haben dadurch Kräfte erhalten, mit denen sie die Zeit manipulieren können. Manche können Zeit einfach selber anhalten lassen, andere können Personen aus einer Zeitschleife befreien. Im Gameplay-Trailer hat man genau das gesehen: Einer der "Guten" befreit eine Forscherin vor einer Explosion, indem er sie aus der Zeitschleife rettet und in Sicherheit bringt, bevor die Normalzeit wieder losgeht. Aber auch der oberste Gegner hat solche Kräfte. Er ist so mächtig, dass er verschiedene Paralleluniversen gleichzeitig vor seinem inneren Auge sehen kann. Er weiß also nicht nur, was sein wird, sondern auch, was sein kann. Klingt zumindest nach einem taffen Bossgegner, der nicht leicht zu besiegen ist.
