Saints Row 4 im Hands-On: Als trashiger Macho-Präsident treten wir Aliens in den Arsch

Special Andreas Szedlak

Auf der E3 konnten wir Saints Row 4 anspielen und uns einen Eindruck vom abgedrehten Humor, von der völlig verrückten Dubstep-Kanone aber auch von Steuerung und Grafik verschaffen. Kann das Spaß-Konzept von Saints Row in einem Jahr funktionieren, in dem auch GTA erscheint? Wir klären das und vieles mehr in der Vorschau.

In Los Angeles haben wir den Anfang des abgefahrenen Open-World-Spektakels sowie einen späteren Abschnitt auf der Xbox 360 gespielt. Als US-Präsident müssen wir uns zu einer Pressekonferenz begeben. Bevor wir uns aber den kritischen Fragen der Journalisten-Meute aussetzen, treffen wir noch einige wichtige Entscheidungen: Möchten wir Krebs heilen oder erfolgreich den Welthunger bekämpfen? Schlagen wir einem Lobbyisten lieber in den Magen oder verpassen wir ihm einen Kopfstoß? Macho-Humor war ein Merkmal des Vorgänger und ist auch Markenzeichen von Saints Row 4. Ob solche Entscheidungsmomente Einfluss auf das Spiel haben, glauben wir nicht. Die Macher nehmen damit einfach nur die Branche auf's Kreuz.

Alien-Invasion im Weißen Haus

Saints Row 4 auf der E3 angespielt. (3) Quelle: Koch Media Saints Row 4 auf der E3 angespielt. (3) Als wir unsere gelangweilt Fragen beantwortende Pressesprecherin erreichen, bricht plötzlich die Hölle los. Ein Laserstrahl reißt ein Loch ins Gebäude, aus einem Raumschiff springen Aliens hinab - eine typische Invasion von Außerirdischen halt. Bis dahin sorgt Saints Row 4 für einige Lacher und weckt Vorfreude. Doch sobald die Action losgeht und man Menschen vor einer Entführung per Transportstrahl bewahren muss, zeigen sich auch die Schwächen des Spiels. Die Steuerung ist sehr hakelig, die Grafik altmodisch. Die Figuren sehen noch sehr hölzern aus und bewegen sich schwammig. Auch das Gameplay bietet auf den ersten Blick Standardkost. Zum Beispiel klemmen wir uns an ein riesiges Geschütz und holen Alien-Raumschiffe vom Himmel - extatische Jubelposen inklusive. Allerdings erhöht sich der Reiz des Spiels als wir in einem späteren Abschnitt die Dubsteb-Kanone ausprobieren dürfen.

Abgedrehte Waffe

Saints Row 4 auf der E3 angespielt. (4) Quelle: Koch Media Saints Row 4 auf der E3 angespielt. (4) Nach einer kurzen Zwischensequenz finden wir uns auf einem Hochhaus wieder, hunderte Meter über dem Erdboden. Per Superjumps schaffen wir es Ebene für Ebene nach unten und sammeln dabei Datencluster ein. Unten angekommen probieren wir zum ersten Mal die Dubstep-Kanone aus. Die Wumme erzeugt eine Elektro-Mucke und lässt alle um einen herum erst mal tanzen - und dann tot zusammenbrechen, während wir noch fette Beats auf den Ohren haben.

Dubstep ist vollkommen verrückt und ein Highlight des Spiels. Davon haben wir ansonsten nur den Humor ausmachen können, den man mag oder nicht - uns gefallen die an Duke Nukem erinnernden Macho-Sprüche. Ohnehin scheint Saints Row 4 ein Spiel für Fans des Vorgängers zu werden. Ob letztlich aber genauso viele abgedrehte Szenen auf euch warten wie in dem Riesendildo-Spiel, muss sich erst noch zeigen. Unser grafischer Eindruck ist am Anfang des Next-Gen-Zeitalters auf jeden Fall nicht positiver geworden.

Meinung

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