Auf der E3 konnten wir das Schleich-Actionspiel Thief zum ersten Mal selbst anspielen und uns von der brillanten Steuerung, die an Assassin's Creed erinnert, und der stimmigen Atmosphäre überzeugen. Außerdem haben wir mit einem Level Designer gesprochen und herausgefunden, dass die PS4-Fassung ohne spezielle Features für den DualShock 4 Controller daherkommt.
Thief hat uns schon bei der ersten Präsentation vom Hocker gehauen. Auf der E3 konnten wir das Schleich-Action-Spiel von Eidos Montreal nun auf der Playstation 4 anspielen und sind – so viel nehmen wir vorweg – begeistert von der wundervollen Grafik und dem spannenden Gameplay.
Quelle: Square Enix
Thief 4 in der E3-Vorschau. (2)
Die Ausgangssituation am Ende der letzten Präsentation: Die namenlose City wird vom "Baron" in einer Diktatur des Schreckens regiert. Während die Reichen immer reicher werden, verarmen große Teile der Stadt und müssen sich zwielichtigen Geschäften hingeben, um den Kopf über Wasser zu halten. Ein Teufelskreislauf, denn wer erwischt wird, wird sofort gehenkt. Die Mission die wir in Los Angeles anspielen, Heart oft he Lion, spielt jedoch im Mittelteil der Kampagne. Die Bewohner von City begehren mittlerweile gegen ihren Herrscher auf, es kommt zu einer Revolte. Die Reichen aber sind noch immer abgeschirmt und gut bewacht von der Stadtwache in ihren Palästen. In einem davon hat ein reicher Schnösel einen fetten Diamanten versteckt, um ihn in Sicherheit zu wägen. Tja, er hat nicht Garrett gerechnet…
Die Wachen vor dem Stadthaus sind aber alarmiert. Der Mob steht mit Mistgabeln und Fackeln vor den Toren. Daher patrouillieren enorm viele von ihnen hin und her. Unser Vorteil ist aber, dass sie auf der Suche nach Gewalttätern und Protestanten sind – und nicht mit einem Superdieb rechnen. Garrett kann sie deshalb mit recht herkömmlichen Mitteln ablenken: Mit Geräuschen lassen sich die Wächter leicht ablenken. Wer einen Pfeil verschießt, ein Steinchen schmeißt oder eine Flasche zersplittern lässt, kann die Aufmerksamkeit von Gegnern leicht von sich lenken. Doch zu Beginn der Mission schaffen wir es auch ohne solche Tricks ungesehen zu bleiben. Garrett huscht von Schatten zu Schatten, klettert an Fassaden herum seilt sich mit seinem Seilpfeil von Decken herab, um Feinde lautlos ins Reich der Träume zu schicken. Auf einem kleinen Turm nähern wir uns in den Schatten dem Anführer der Wachtruppe. Ihm klauen wir einen Plan der Verteidigungsanlagen und finden so heraus, wie man am leichtesten in das Haus gelangt.
Quelle: Square Enix
Thief 4 in der E3-Vorschau. (3)
Wer an solchen Stellen auch ausharrt und seine Gegner am Leben lässt, wird doppelt belohnt: Zum einen gibt es am Ende der Runde mehr Punkte, wenn man unerkannt bleibt und nicht töten oder ausknocken muss, zum anderen verplappern sich Gegner im Gespräch untereinander gerne mit Details, die uns nützen. In unserem Fall gibt ein junger Wächter zu Protokoll, dass die Abwasserkanäle gar nicht beobachtet würden. Notiert, jetzt wissen wir schon mal, wie wir am Ende des Diamanten-Coups am besten entkommen! Das vergessen viele nämlich. In Thief geht es nicht nur darum, unerkannt einzubrechen und wertvolles Eigentum zu klauen – man muss damit auch entkommen. Wie in Hitman ist das manchmal schwieriger, als das Reinkommen.
Garretts kleines Nerdspielzeug
Während wir uns einen Weg in das Innere des Herrenhauses bahnen, können wir immer wieder Garretts kleine Spielzeuge ausprobieren. Mit Wasserpfeilen blasen wir etwa Fackeln aus, die zu viel Licht abgeben. Aber Vorsicht: Wenn wir das zu offensichtlich machen, bemerken das die Wachen und entfachen einfach ein neues Feuer. Doof, wenn man dann plötzlich in der Mitte des Raumes steht. Hübscher kann man sich das Problem vom Hals schaffen, indem man Wachen direkt ausschaltet. An einer Stelle stehen sie beispielsweise in einer Öllache. Als wir mit dem Feuerpfeil draufschießen, geht die Truppe in Flammen auf – wow, sieht das gut aus!
Zum Repertoire des Meisterdiebs gehören neben seinem Bogen, der Wasser-, Feuer-, Seil- und normale Pfeile verschießt, ein Kletterhaken und ein ausziehbarer Todschläger. Mit ihm kann Garrett auch in Einzelkämpfen überleben – ein Martial-Arts-Künstler ist er aber nicht. Wer die Aufmerksamkeit von zu vielen Feinden auf sich zieht, wird über kurz oder lang das Nachsehen haben.
Grafik phänomenal
Quelle: Eidos / Square Enix
Thief 4 in der E3-Vorschau. (6)
Technisch begeistert uns Thief total. Die PS4-Version, die wir spielen, läuft absolut flüssig und genial aufgelöst. Unterschiede zu aktuellen PC-Spielen können wir so gut wie gar nicht feststellen. Das Spiel mit Licht und Schatten, das auch für das Setting von Thief so wichtig ist, klappt wunderbar. Auch das Feedback, ob Garrett unsichtbar im Dunkeln ist oder von Feinden gesehen werden kann, ist super. Gleich zwei Möglichkeiten gibt es, um herauszufinden ob man gesehen wird. Zum einen gibt es eine präzise Anzeige unten links im HUD, zum anderen aber auch einen optischen "Verschleierungseffekt" im Sichtbereich, wenn man sicher ist. Dadurch bekommt die Schleichaction einen besonders atmosphärischen Touch.
Von den Möglichkeiten des PS4-Controllers macht Thief derzeit übrigens noch keinen Gebrauch. Das Touchpad in der Mitte bleibt leider komplett ungenutzt. Die Steuerung ansonsten ist bereits sehr intuitiv und erinnert an Assassin's Creed. Gerannt wird mit dem linken Trigger und wenn es mal besonders schnell gehen muss, kann Garrett auf Knopfdruck auch mit seiner Fokus-Kraft aus dem Licht huschen.
