Battlefield 4 im Multiplayer angespielt: Durch kleine Nuancen und Details verbessert

Special Sandro Odak

Auf der E3 konnte Battlefield-Fan Sandro Odak nun endlich Battlefield 4 anspielen. Wie sich der Ego-Shooter von seinem Vorgänger unterscheidet, was er besser macht und womit die Entwickler vielleicht etwas übertrieben haben, erfahrt ihr in unserer Hands-On-Vorschau.

Mit 63 anderen Kerlen ströme ich auf den DICE-Stand. PC geschnappt, Spielerklasse gewählt und los geht's! Die erste Meldung die ich sehe: Commander ist online. Yeah! Endlich gibt es wieder einen Commander in Battlefield. Und noch besser: Er flackt nicht, versteckt in einem Haus, liegend am Boden in der für Feinde unerreichbaren Basecamp rum. Er nimmt nicht einem aktiven Spieler den Platz auf dem Server weg. Stattdessen ist er in ein Meta-Game ausgelagert worden, das von außen auf das Schlachtfeld einwirkt. Der Commander ist in unserem Fall ein DICE-Mitarbeiter, der am Rand des abgezäunten Spielstands am PC eine Übersichtskarte sieht. Wenn man ihn einrechnet, ist das Spielerlimit von Battlefield 4 also auf 66 gestiegen. Cool!

Wo ist der Unterschied zu Battlefield 3?

Battlefield 4 im Multiplayer angespielt. (6) Quelle: DICE Battlefield 4 im Multiplayer angespielt. (6) Ich kann Leute verstehen, die der Meinung sind, Battlefield 4 sei gar nicht großartig anders als Battlefield 3. Die Ego-Shooter sind sich in Aufmachung und Gameplay sehr ähnlich. Als Fußsoldat ballern, in Panzern und Fahrzeugen sitzen, mit Helis und Jets fliegen oder mit einem Bötchen über die See schippern – das ist nun mal Battlefield, schon immer gewesen. Die tollen neuen Details erkennt man nur, wenn man genau hinsieht. So ist beispielsweise die Vertikalität von Battlefield 4 enorm. Die Karte die wir anspielen, Battle of Shanghai, hat in ihrer Mitte einen riesigen Wolkenkratzer. Auf dem Dach ist sogar ein Flaggenpunkt angebracht. Ihn kann man nur erreichen, wenn man mit einem Helikopter hochfliegt oder einen Fahrstuhl nimmt. Fahrstuhl! Das wird sicherlich der Flaschenhals werden, bei dem Camper warten. Weil der Tower aber von vielen Seiten offen ist, kümmert sich in unserem Fall ein Helikopter um die Lahmärsche, die mit geladener MG vor der Lift-Tür warten. Die Prämisse der Entwickler ist, Spielern so viele Freiheiten wie möglich zu geben und gleichzeitig das Spiel für alle unterhaltsam zu machen. Campern kann es also auf verschiedene Arten an den Kragen gehen.

Toll sind auch die vielen weniger offensichtlichen Details. Einer der Flaggenpunkte ist von Geschäften in einer Mall umzingelt. Dort stehen zum Teil Metalldetektoren umher. Wer durch die unauffälligen Geräte hindurch geht, löst einen Alarm aus und warnt sozusagen seinen Feind vor. Solche Details können einen übrigens auch vor Fahrzeugen retten. Vor einer Brücke, die die zwei Teile der Shanghai-Karte verbindet, sind versenkbare Poller angebracht. Spieler können sie ein- und ausfahren, je nachdem wie sie benötigt werden. Solche kleinen Details, die sich dynamisch auf die Karte auswirken, gefallen mir sehr. Sie sorgen für mehr taktische Spieltiefe.

Wer außerem mal im Wasser landet, kann endlich auch tauchen, um feindlichen Kugeln zu entkommen. Im Wasser kann man auch schießen, um sich zu verteidigen. Das klappt zwar nur aus der Hüfte und damit eher unkontrolliert, bringt aber viel. Früher war man sofort leichte Beute, sobald man Wasser berührt hat.

Unheimlich viel Zerstörung

Battlefield 4 im Multiplayer angespielt. (7) Quelle: DICE Battlefield 4 im Multiplayer angespielt. (7) An den Klassen hat DICE nicht viel verändert. Die Waffenauswahl und der Spawn-Screen sind jedoch neu arrangiert worden. Waffen sind nun in Kategorien eingeteilt und damit übersichtlicher angeordnet. Zuvor waren sie alle auf einem Haufen. Wer sich nicht mit Gewehren und Pistolen auskannte, konnte kaum wissen, welche Knarre was leistet. Das kann Battlefield 4 nun leichter verständlich darstellen.

Kurz nachdem die Commander mit dem Bodenbombardement begonnen haben, stürzt dann in einem epischen Ingame-Moment das komplette Hochhaus ein. Wow! Eben war mein Medic noch auf dem Dach des Gebäudes und im nächsten Moment, wenn einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird, hänge ich zu Boden gleitend an einem Fallschirm und gucke zu, wie sich die Tonnen von Gebäudeteilen ihren Weg in den Abgrund bahnen. Die komplette Karte ist nun in Staub gehüllt, die ersten Helikopter-Piloten knallen auch schon gegen Trümmer, die vorher nicht an dieser Stelle waren. Perfekt: Die Karte ist nach der dynamisch eingeleiteten Zerstörung eine komplett andere. Sogar der Flaggenpunkt, der eben noch in einem der Hochhaus-Obergeschosse war, im Schutt wiederzufinden.

Mit solchen monumentalen Momenten will DICE Battlefield einzigartig machen. Das gelingt dem Studio, die Atmosphäre ist genial. Doch ganz dynamisch wird das Feature nicht. Patrick Bach hat uns gegenüber im Interview bestätigt, dass nur bestimmte Gebäude, von denen DICE auch will, dass sie zerstört werden können, platt gemacht werden. Im Endeffekt unterscheidet sich das Feature also nicht stark vom umfallenden Sendemast auf der BF3-Karte Caspian Border – nur darin, dass der Zeitpunkt des Falls jetzt von den Spielern festgelegt wird und nicht automatisch bei einem bestimmten Ticket-Count.

Battlefield 4 im Multiplayer angespielt. (8) Quelle: DICE Battlefield 4 im Multiplayer angespielt. (8) Den maritimen Krieg bewirbt DICE bislang übrigens etwas zu offensiv. In der Außendarstellung behaupten die Schweden, sie würden sich mehr auf Wasserfahrzeuge konzentrieren. Was ich als Battlefield-1942-Kenner davon erwartet habe, sind steuerbare Großfahrzeuge wie Kriegsschiffe oder Flugzeugträger. Wie cool wäre es, wenn Spieler ein Titan-ähnliches Riesenschiff versenken müssten, welches sich aber die ganze Zeit bewegen kann? Oder wenn es Unterwasser-Karten oder zumindest –Gheimgänge gäbe? Stattdessen gibt es in Shanghai nun ein Angriffsboot, dem man eine 30mm Bord-MG und ein richtiges Geschütz abfeuern kann. Damit werden Boote zwar endlich wettbewerbsfähiger, aber so richtig kriegsentscheidend sind sie nicht. Aber natürlich ist das bislang nur eine von vermutlich zehn Multiplayer-Karten und Spielmodi. Was nicht ist, kann also noch werden.

Meinung

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