Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test: Wie man gekonnt das Fantasy-Genre auf die Schippe nimmt

Test Rolf Exer

Mit dem finalen vierten DLC schließt Gearbox Software das Epos rund um Pandora ab und entführt uns in eine überdrehte Reise quer durch das Fantasy-Genre. Dabei ist ihnen kein Klassiker zu schade, um ihn genüsslich zu parodieren, und nicht nur bekannte Vertreter der RPG-Prominenz, auch populäre Filme und Fernsehserien bekommen ihr Fett weg.

Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (7) Quelle: 2k Games Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (7) Wie der DLC getestet wurde: Gespielt wurde die Xbox 360 Version, Single-Player im Ultimativen Kammerjäger-Modus, zu Beginn auf Level 53.

Was tut man wenn man sich langweilt? Richtig, man spielt ein Spiel. Da es auf Pandora aber bloß einarmige Banditen gibt, wendet man sich den klassischen Unterhaltungsmedien zu, beispielsweise einem Brettspiel. So hält es auch die quirlige Tina die ihre Freunde Lilith, Brick und Mordecai zu einer Partie Bunker & Badasses einlädt, einer Art Dungeon & Dragons von Pandora. Als ihr Lieblingscharakter werden wir dann auch umgehend zur Spielfigur ernannt und kurzerhand ins Spiel gesetzt, professionell moderiert von dem Mädel – OmG! Unsere Aufgabe als hehrer Recke, so klärt uns Tina zu Anfang auf, ist es die gute Königin zu finden (welche berühmt ist für ihre hübschen Beine). Selbige ist verschwunden und wurde wie sich später herausstellt vom Handsome Hexer in seine Drachenfestung entführt.
Das Abenteuer möge beginnen... irgendwie

Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (2) Quelle: 2k Games Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (2) Die Reise startet an einem wunderschönen Strand, mit Regenbogen und allem was dazugehört. Moment Mal, Regenbogen in einem düsteren Abenteuer? Geht ja gar nicht, finden Tinas Freunde, also kurz mal das Setting nachgetrimmt und schon befinden wir uns an einem düsteren Strand auf dem es nur so von Piratenskeletten wimmelt. Und gleich mal einen Bosskampf der besonderen Art vorgesetzt bekommen… Tina, bitte anpassen!

Erstes Ziel ist es also, die nächste Ortschaft zu erreichen wo wir unsere abenteuerliche Suche starten. Diese führt uns in düstere Wälder (zumindest nach erneutem Trimmen des Settings), modrige Friedhöfe und dunkle, verschlungene Zwergenhöhlen, bis hin zu einem unerhört hohen Turm (ob da jemand was kompensieren will?). Auf unserem Weg werden wir stets von den Spielern begleitet, die sich im Hintergrund unterhalten und Tina kritisieren. Ab und an würfeln sie auch aus, wer entscheidet, beispielsweise über die Verhandlungen mit einem Zwergenkönig, dessen Hilfe wir so dringend benötigen. Schon diese Gespräche sorgen für manchen Lacher!

Bei der Missionsauswahl trifft man einerseits auf die üblichen Verdächtigen, von einfachen Such- und Sammelaufträgen, bis hin zu teils fordernden Gegnerjagden (weil z.B. ein berühmter Ritter sein Schwert versehentlich in einen "Felsen" gesteckt hat). Hauptsächlich aber gibt es diverse völlig abgedrehte Haupt- und Nebenmissionen, welche einige der größten Vertreter der Genres gekonnt und auf herrlich ironische Art einen Seitenhieb verpassen. Titel wie Herr der Ringe, Game of Thrones, Skyrim, Dark Souls und sogar Zelda werden auf herrlich schräge Art parodiert und zaubern immer wieder ein breites Grinsen ins Gesicht, abwechselnd mit gewaltigen Lachanfällen. Einfach grandios! Gearbox Sortware beweist auch hier wieder ein sicheres Händchen, was abgedrehten Humor angeht. Näher wollen wir nicht auf die Missionen eingehen da Spoiler den Spaß verderben würden.

Außen hui, und innen?

Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (5) Quelle: 2k Games Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (5) Technisch bewegt sich das Abenteuer auf gewohnt gutem Niveau, obwohl man auch hier auf die aus dem Hauptspiel bekannten Schwächen trifft. So kommt es besonders bei größeren Schlachten gerne mal zu Rucklern. Auch das verzögerte Nachladen der HD-Grafiken ist ein bekanntes Problem, tritt aber eher selten auf. Und leider kommt es auch hier vor das man an Stellen hängenbleibt und nicht mehr wegkommt, da hilft nur ein Neustart (oder "Selbstmord" wenn man genügend starke Granaten dabei hat).

Gearbox hat dem Fantasy-Hintergrund entsprechend die Optik angepasst, so treffen wir auf mittelalterliche Dörfer mit klassischen Holzhäusern. Schatztruhen sind stilgerecht aus Holz gezimmert, die Einwohner tragen einfache Bauernkleidung. In den Höhlen führen uns düstere Stollen zu monumentalen Zwergenbauten die detailverliebt dargestellt werden. Insgesamt ein zu der Thematik sehr stimmiges Setting. Untermalt wird das ganze mit atmosphärischen Klängen, welche bei Begegnung mit einem starken Gegner aber schnell Tempo aufnehmen und so den Nervenkitzel steigern. Auch die deutsche Synchro ist wieder gut gelungen, bei einigen Schlüsselszenen sogar hervorragend.

Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (3) Quelle: 2k Games Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (3) Passend zum Fantasy-Setting werden uns auch neue Gegnertypen präsentiert, von der Klasse Kanonenfutter bis hin zu teilweise ziemlich fordernden Raidbossen. Im Verlauf des Spiels treffen wir auf verschiedene Ork-Klassen, Skelettgegner in allen Varianten, Golems, Zwerge, auch auf menschliche Gegner wie Bogenschützen und gepanzerte Ritter. Und als Special Guest's: Drachen!

Im Allgemeinen wurde der Schwierigkeitsgrad etwas angehoben, so kann es häufiger vorkommen, dass uns eine ganze Horde Gegner angreift. Was kein Problem wäre, wenn sich da nicht noch Super- und Ultimative-Badasses dazugesellen würden. Auf diese trifft man übrigens wesentlich häufiger als im Hauptspiel. Und wenn's ganz Dicke kommt, mischt sich auch noch einer der Gebietsbosse mit ein. Da kann ein kurzfristiger strategischer Rückzug schon über Leben und Tod entscheiden (während uns der Boss nachruft wir sollen stehenbleiben und uns versichert, er wolle "bloß reden").

Hinzu kommt, dass speziell die stärkeren Gegner ebenfalls im Level aufsteigen können. So kann ein zu Beginn zwei Level höherer Gegner mit der Zeit bis fünf Level stärker werden als unser Charakter. Aber auch diese sind mit etwas Umsicht und der richtigen Taktik im Singleplayer zu schaffen, da bleibt das Spiel fair.

Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (7) Quelle: 2k Games Borderlands 2: Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung im DLC-Test (7) Auch an der Gegner-KI wurde nachgebessert, so machen einige Gegner gerne mal einen Ausfallschritt wenn auf sie beschossen werden, statt bloß hirnlos auf uns anzustürmen. Ritter gehen hinter ihren Schilden in Deckung, Langbogenschützen müssen sich erst mal auf uns einschießen bevor sie treffen. Leider wurde dies nicht konsequent umgesetzt, es gibt immer noch Situation, in denen uns Gegner schlicht ignorieren, obwohl wir sie aufs Korn nehmen und so in aller Ruhe erledigen können. Dies sind meist aber die üblichen Wald- und Wiesengegner und somit zu verschmerzen. Ebenfalls verbessert wurde ein weiterer steter Kritikpunkt: Die bescheidene Ausbeute beim Farmen. Es finden sich nun häufiger grüne oder blaue Ausrüstung und, wenn auch seltener, violette Objekte bei Gegnern oder auch in Schatztruhen.

Der DLC bietet mit allen Nebenmissionen eine Spieldauer von 12 – 14 Stunden, zum Preis von 800 MSP, für Besitzer des Season-Passes ist auch dieser umsonst.

Meinung

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk