Plants vs. Zombies 2 fürs iPad im Test: Gelungener Nachfolger, der etwas zu häufig um Geld bettelt

Test Sandro Odak

Nächste Woche erscheint Plants vs. Zombies 2 für iPad, iPhone und iPod touch. Gamezone hat das Geschicklichkeitsspiel schon vor dem Release spielen können und nimmt den Nachfolger eines der beliebtesten Mobile-Spiele im Test genau unter die Lupe. Kann vor allem der Free2Play-Ansatz überzeugen, der bei Autor Sandro Odak zuletzt in Plants vs. Zombies: Adventures schlecht wegkam?

In der kommenden Woche erscheint endlich der Nachfolger eines der beliebtesten Mobile-Spiele weltweit: Plants vs. Zombies 2: It's about Time macht seinem Untertitel alle Ehre. Es ist nicht nur Zeit dafür gewesen, es geht auch wirklich um Zeit. Um genau zu sein sogar um Reisen durch die Zeit. Weil Deppie Dave, der trottelige Überlebende einer Zombie-Apokalypse, den geilsten Taco aller Zeiten verputzt hat, will er zurückreisen, um ihn nochmal zu futtern. Gesagt, getan, immerhin steht in der Garage eine Zeitmaschine.

Plants vs. Zombies 2: It's about Time im iPad-Test (4) Quelle: Gamezone Plants vs. Zombies 2: It's about Time im iPad-Test (4) Aber Deppie Dave wäre kein Depp, wenn er sein Ziel auch direkt im ersten Anlauf erreichen würde. Die Zeitreise geht schief und Dave landet im antiken Ägypten, ein paar Jahre vor der Zeit, die er eigentlich erreichen wollte. Es hilft nichts: Bevor wir in der Zeit weiterreisen können, müssen wir erst einen Haufen Zombies plattmachen. Das Spiel unterteilt sich dabei in mehrere Levels, die von einer Übersichtskarte verbunden sind, wie man sie aus Super Mario kennt. Immer wieder gibt es Abzweigungen, die von Toren verschlossen sind. Mit Schlüsseln, die man in den Levels immer wieder findet, kann man sie öffnen. Perfide: Schon in der ersten von bislang drei Welten kann man theoretisch nicht alle Türen durch Loot-Schlüssel öffnen. Plants vs. Zombies 2 weiß aber Rat: Für 1,79€ kann man die Tür auch einfach durch den Einsatz von echtem Geld öffnen und die dahinter verborgenen Extras, nämliche neue Pflanzen, freischalten.

Free2Play, ein teurer Spaß

Anders als sein Vorgänger kostet Plants vs. Zombies 2 erst mal keinen Cent. Im App Store von Apple kann man es kostenlos für sein iPad, iPhone oder iPod touch herunterladen. Doch Kohle macht PopCap damit sicher trotzdem. Egal ob Pflanzen, Münzen, Abkürzungen oder Items: Alles, was Zeit kostet, kann durch den Einsatz von barer Münze umgangen werden. Pflanzen kosten 2,69€ pro Freischaltungen, Münzen je nach Paket zwischen 2,69€ und 44,99€. 45€ für ein Spiel, das kostenlos sein soll… Ein teurer Spaß. Bei 45€ bleibt es natürlich nicht, wenn es nach PopCap geht. Verbesserungen, etwa mit mehr Sonnen ins Spiel zu starten, verkauft das Unternehmen auch. Um den Schnäppchen-Trieb anzusprechen, werden die unterschiedlichen Boni zu Paketen gebündelt und gemeinsam verkauft.

Absurd teuer: Der In-App-Shop von Plants vs. Zombies 2 Quelle: Gamezone Absurd teuer: Der In-App-Shop von Plants vs. Zombies 2 Das alles wäre nicht schlimm. Auch PopCap muss Gehälter bezahlen und Geld erwirtschaften. Was aber stört, ist zwanghaftes Backtracking. Wer mehr als nur eine Handvoll Schlüssel finden will, muss immer und immer wieder dieselben Levels wiederholen. Schon nach wenigen Minuten hat man das Gefühl, dass man auf jeden Fall Geld ausgeben sollte. Plants vs. Zombies 2 verzichtet dabei sogar auf eine steil ansteigende und dann stagnierende Spielspaß-Kurve. Während man in vielen Free2Play-Spielen anfangs noch Glücksmomente erlebt, reibt Plants vs. Zombies 2 einem direkt im Tutorial unter die Nase, wo man seine Kohle am besten lassen soll: Im Ingame-Shop.

Verbessertes Gameplay…

Am Gameplay hat man sonst jedoch glücklicherweise nur wenig verändert. Auf der linken Seite des Screens ist Daves Hütte (alternativ Pyramide oder Piratenschiff), von rechts rauschen feindliche Zombies und Mumien heran. Ihr Ziel ist unser Gehirn. Nur Pflanzen machen ihnen den Garaus. Von der Erbsenschleuder über ein Kohl-Katapult bis hin zum "Blumerang" gibt es ein lustiges Arsenal mit vielen Neuerungen. Ganz so kreativ wie die Facebook-Auskopplung Plants vs. Zombies: Adventures ist der Nachfolger zwar nicht. Aber das gewohnt kultig inszenierte Geschicklichkeitsspiel braucht das auch nicht: Im zweiten Teil finden die Macher zurück zu ihren Wurzeln.

Macht das Gameplay unnötig einfach: Insta-Kills, die einem echtes Geld aus der Tasche ziehen sollen. Quelle: Gamezone Macht das Gameplay unnötig einfach: Insta-Kills, die einem echtes Geld aus der Tasche ziehen sollen. Ein paar Neuerungen haben es dennoch in das Tower-Defense-Spiel geschafft. So gibt es nun Superdünger. Spezielle Zombies, die grün leuchten, liefern je eine Dosis davon. Wenn man sie auf eine Pflanze anwendet, dreht sie vollkommen durch. Der Blumerang verschießt etwa dutzende Bumerangs auf einmal, Erbsenkanonen werden zum fetten Erbsen-MG und Sonnenblumen liefern auf einmal ein halbes Dutzend Sonnen ab. Der Dünger hilft in Situationen, die ansonsten eng geworden wären – ist aber trotzdem selten genug, um das Gameplay nicht unnötig zu vereinfachen.

Eher zu viel des Guten sind die neuen Spezial-Fähigkeiten des Spielers. Auf Knopfdruck kann man für Ingame-Kohle zeitlich begrenzt selbst ins Geschehen eingreifen. Für 800 Goldmünzen kann man mit einer Schnippbewegung Zombies enthaupten, für 1.000 kann man sie mit Stromschocks zur Strecke bringen, für 1.200 sogar einfach von der Spielfläche wischen. Das wirkt übermächtig und ist gleichzeitig so teuer, dass man theoretisch schon bald Münzen gegen Echtgeld nachkaufen muss. Klar, niemand zwingt einen, diese Tricks anzuwenden. Aber falls man doch darauf zurückgreifen muss, soll man irgendwann dafür bezahlen.

Die Übersichtskarte erinnert an Super Mario - das Backtracking ist aber die Hölle! Quelle: Gamezone Die Übersichtskarte erinnert an Super Mario - das Backtracking ist aber die Hölle! … mit Längen

Nachdem man in einer Welt alle Levels durchgespielt hat, kann man nicht sofort zur nächsten reisen. Erst ab einer bestimmten Anzahl von Sternen darf man weiter. Am Ende der elf (Haupt-)Missionen in Ägypten steht man so mit nur einer Handvoll Münzen vor dem Dimensionstor. 20 braucht man jedoch, um weiter zu reisen. Backtracking ist angesagt. Nachdem man ein Level zum ersten Mal durchgespielt hat, schaltet es einen Herausforderungsmodus frei. Drei Sterne gilt es nun einzusammeln, Stück für Stück. Einschränkungen können sein, dass man nur eine bestimmte Anzahl Sonnen zur Verfügung hat oder x Zombies binnen einer festen Zeit umbringen muss. Das zieht das Gameplay ziemlich in die Länge: Um ein Level "perfekt" abzuschließen, muss man es theoretisch viermal durchspielen.

Meinung

Wertung zu Plants vs. Zombies 2 (iOS/Android)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
im Prinzip kostenlos…tolle Übersichtskarte im Stil von Super MarioKampagne mit richtiger Storylineneue Zombies in den unterschiedlichen ZeitperiodenZombies haben interessante Fähigkeiten (klauen Sonnen, bauen Gräber, usw.)gelungene Fortsetzung eines iOS-Klassikerskleine Verbesserungen bei der Spielmechanikschrulliger Erzählstil
… aber die Penetranz, mit der einem In-App-Käufe unter die Nase gerieben werden nervtmanche Funktionen schreien nach Geldschneidereineue Möglichkeiten direkt ins Spiel einzugreifen vereinfachen das Gameplay enormBacktracking aus der Hölle – theoretisch muss man jedes Level viermal durchspielen

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