Castle of Illusion in der Vorschau: Der Genesis-Hit wird erfolgreich neu aufgelegt

Special Sandro Odak

1990 war Castle of Illusion Starring Mickey Mouse ein Hit auf dem SEGA Genesis. Nun bringt SEGA den Titel erneut raus: In einer Remastered-Edition bekämpft Mickey auf der Xbox 360 und der Playstation 3 neue Gegner in neuen Levels. Wir haben das Jump & Run angespielt.

Hinweis: SEGA hat uns eine Vorschau-Version bereitgestellt, die bereits lokalisiert war (deutsche Untertitel, keine Synchro). Wir konnten sie bereits komplett durchspielen. Auf eine Wertung müssen wir jedoch bis zum Test verzichten.

Der SEGA-Genesis-Hit Castle of Illusion kehrt zurück: Diesen September veröffentlicht SEGA ein Remake des erfolgreichen Jump & Runs für Xbox 360 und Playstation 3. Getreu der neuen Firmenausrichtung erscheint der Titel rein digital vertrieben über Xbox Live und das Playstation Network. Wir haben nun eine bereits lokalisierte Fassung auf der Xbox 360 anspielen dürfen.
Mario? Mickey? Sie haben die gleichen Probleme...

Castle of Illusion in der Vorschau: Ein Klassiker wird neu aufgelegt. (3) Quelle: SEGA Castle of Illusion in der Vorschau: Ein Klassiker wird neu aufgelegt. (3) Was für Mario Prinzessin Peach ist, ist für Mickey Mouse Minnie. Die Geliebte der Comic-Maus wurde von einer bösen Hexe entführt. Mizrabel bringt Minnie in ihr düsteres Schloss "Castle of Illusion", um durch Magie ihre jugendliche Schönheit zu stehlen. Vertragen kann sie es, mit all den Warzen sieht sie wirklich aus wie eine alte Schachtel. Aber mit Mickey rechnet sie nicht: Der klopft nicht nur dumme Sprüche, sondern rennt den beiden tatsächlich hinterher und macht sich auf, um das namensgebende Schloss zu stürmen.

Natürlich kann er nicht direkt in den Turm vordringen, in dem Minnie gefangen gehalten wird. Stattdessen muss er in verschiedenen Levels erst sieben verschiedenfarbige Edelsteine besorgen, mit denen er die Passage zu seinem Ziel frei macht. Bis es soweit ist, warten aber sechs (wir haben uns nicht verschrieben. In einem Level gibt es zwei Steine...) unterschiedliche Welten auf den Helden. Sie orientieren sich lose am Genesis-Original, Verlauf und Gegner wurden jedoch nicht 1:1 übernommen. Von einem Remake zu sprechen, ist daher auch falsch. Castle of Illusion ist mehr eine Neuinterpretation. Vor allem aber auch, weil der Titel nun einige 3D-Passagen hat, in denen man sich frei bewegen kann. Das vermochte der 16-bit-Vorgänger noch nicht.

Simpel und trotzdem gut

Castle of Illusion in der Vorschau: Ein Klassiker wird neu aufgelegt. (4) Quelle: SEGA Castle of Illusion in der Vorschau: Ein Klassiker wird neu aufgelegt. (4) Viel Komplexität kann man von Castle of Illusion nicht erwarten. 1990 waren Ressourcen beschränkt, viel mehr als springen und Äpfel werfen kann Mickey nicht. Die Steuerung ist von daher simpel. Von all den Buttons, die ein modernes Gamepad hat, benötigt Castle of Illusion lediglich zwei. Dafür kann man wählen, ob man mit dem D-Pad oder dem Joystick steuert. Das macht Sinn: Die reinen 2D-Jump-&-Run-Passagen lassen sich mit dem Steuerkreuz viel präziser ausführen als mit dem Joystick. In den seltenen 3D-Umgebungen, etwa bei Rätseln oder Bossgegnern, ist jedoch der Stick die bessere Wahl.

Was Castle of Illusion an Bewegungsmöglichkeiten fehlt, macht der Plattformer mit direkter Steuerung wieder wett. Wer eben erst Nintendos neuesten Wurf New Super Luigi U gespielt hat und nun Mickey Mouse steuert, wird begeistert sein von der sehr direkten Steuerung. Die schwammige und verzögerte Eingabe, wie man sie aus Marios letzten Abenteuern kennt, wird in Castle of Illusion glücklicherweise nicht fortgeführt.

Castle of Illusion: So sah das Original 1990 auf dem SEGA Genesis aus. Quelle: SEGA Castle of Illusion: So sah das Original 1990 auf dem SEGA Genesis aus. Grafisch ist Mickey Mouse' neues Abenteuer ein zweischneidiges Schwert. Wer genauer hinsieht, erkennt Ecken und Kanten. Einem Downloadspiel mit Größenbeschränkung kann das aber durchaus passieren. Wer anderes erwartet, sucht besser nach dem "Castle of Dillusion" (Gott, nun hab ich auch noch den schlechten Wortwitz aus dem Bosskampf verraten!) Das Leveldesign macht jedoch Vieles wieder wett. Der 2,5D-Sidescroller gibt einem immer wieder alternative Wege vor, die sich später erneut kreuzen. So hat man das Gefühl, immer in einem Fluss vorwärts zu gehen, selbst wenn man theoretisch einen kurzen Umweg macht, um ein Versteck zu suchen. Elemente, die sich immer wieder in den Vordergrund schieben, etwa eine Brille, die Mickey kurze Zeit riesengroß aussehen lässt, sorgen für gelungene Abwechslung. Außerdem bewegt sich fast immer etwas im Vorder- oder Hintergrund der Spielfläche. Das ist den Entwicklern erstklassig gelungen.

Auch wenn der Schwierigkeitsgrad gerade zu Beginn noch viel zu locker ist und man das Ende bereits nach wenigen Stunden erreicht: Wer auf Kump & Runs steht oder seinen Kindern zeigen will, was man selbst mal früher gespielt hat, sollte im September auf jeden Fall zugreifen.

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