Anfang 2013 übernahm Ubisoft das Spaßvogel-RPG South Park: Stick of Truth von THQ. Auf der Gamescom haben wir den Titel nun zum ersten Mal unter den Fittichen des neuen Publishers gesehen. WIe gut, dass der keine Änderungen am Konzept vornimmt: Stick of Truth ist nach wie vor derbe, vulgär und total unter der Gürtellinie. Kurz gesagt: Zum Totlachen!
South Park ist dreckig und vulgär. Perfekter Stoff also, um ihn in einem Videospiel zu verarbeiten. Was für ein Glück, dass daran die Macher der Original-Serie arbeiten: Tray Parker und Matt Stone haben die Geschichte zu Stick of Truth selbst geschrieben, die Sprecher der Serie vertonen das spaßige RPG sogar.
Worum geht's?
Quelle: Ubisoft
Das Örtchen South Park ist im RPG-Fieber. Die ganze Stadt spielt bei einem riesigen Live-Action RPG mit und verkleidet sich in klischeehaften Kostümen. Magier, Dieb, Schwertkämpfer und Bogenschütze sind dabei – Stick of Truth will dabei mit überspitzten Typen auch die eigene Branche aufs Horn nehmen. Der Spieler kommt als "New Kid", also der Neue, in den Ort und schließt sich Kyle und seiner Bande an. Sie suchen in South Park nach dem sagenumwobenen Stick of Truth.
Grafisch wirkt South Park auf den ersten Blick eher uninteressant. Die 2,5D-Optik erinert einen einfach zu sehr an Retro-Zeiten. Erst bei genauerem Blick wird klar, dass die Hintergründe total detailreich gezeichnet sind. Die flache Optik hat sich Stick of Truth einfach von der Fernsehserie abgeguckt – und wir sind dankbar dafür, dass daraus nicht eine aufgesetzte 3D-Welt wurde! So spielt sich das Spaßvogel-RPG genau wie eine TV-Folge: Ein bisschen Action, ein bisschen Inhalt, aber vor allem geht es um derbe Witze und den pubertären Humor der Serie. Eine der Spielfiguren kämpft daher mit einem Vibrator-Schwert, das an die ikonische Waffe aus Saints Row 3 erinnert. Und sein Inventar organisiert der Spieler in einem Social Network Hub, das Facebook nachempfunden wurde. Dort kommen dämliche Ingame-Nachrichten von anderen Figuren zusammen, man hat darin aber auch Zugriff auf seine Ausrüstung und Fähigkeiten. Die Idee, diese sonst langweilig in Untermenüs versteckten Punkte in einem Social Network unterzubringen, gefällt uns – denn natürlich ist auch das ein niedrigschwelliger Seitenhieb.
Rundenbasierte Kämpfe wie in einem Final Fantasy der Beleidigungen
Quelle: Ubisoft
Wenn man die skurrilen Dialoge und Charaktere beiseite nimmt und auch den platten, der TV-Serie nachempfundenen Grafikstil ignoriert, kommt am Ende ein relativ typisches Runden-RPG heraus. Kämpfe finden nicht in Echtzeit statt, sondern werden in separaten Stages gestartet. Im Keller eines Hauses suchen wir beispielsweise nach dem "Barden". Doch der wirft uns zuerst seine Mobs entgegen. Wie in Final Fantasy bekämpfen wir sie nun in einem rundenbasierten Kampf. Nur die Angriffe unterscheiden sich von Final Fantasy: Statt hochmagischen Attacken gibt es einfach mit Hämmern und selbstgebastelten Holzschwertern aufs Maul. Die höchste magische Fähigkeit, die unsere Spielfiguren haben deckt sich mit dem, was Viertklässler auch sonst tun: Furzen. Einer unserer Recken pupst sich in die Hand und "wirft" den Furz dann seinen Feinden entgegen. Wenn man diese Gaswolke nun noch anzündet, ergibt das eine Art Feuerballzauber.
Wie in Fantasy-RPGs verbessern sich die Werte unserer Recken, wenn wir sie entsprechend mit Buff-Zaubern aufmöbeln. Einem der Nahkämpfer verpassen wir daher eine Rüstung: Er wickelt sich in Alufolie ein und kann dadurch nun die meisten Hiebe ohne Schaden einstecken. Haha, zum Totlachen! Und auf den Mund gefallen sind die Macher von Stick of Truth bestimmt nicht. Wie im Original fluchen die Spielfiguren andauernd und scheuen auch Begriffe wie Fuck und Judenwitze kein bisschen. Das Spiel fängt damit den derben, schwarzen und politisch unkorrekten Humor perfekt ein.
