Tropico 5 in der Gamescom-Vorschau: Hoch leben die El Presidentes

Special Sandro Odak

Tropico 5 bekommt einen Multiplayer für vier Personen und umfasst nun fünf Zeitepochen der letzten Jahrhunderte. Der eine El Presidente hat damit ausgedient: Eine ganze Dynastie muss her. Wir haben uns auf der Gamescom das Strategiespiel vorstellen lassen und sind optimistisch, dass Tropico 5 der beste Teil der Serie wird.

Der Despoten-Simulator Tropico soll größer und besser werden als jemals zuvor. Die fünfte Inkarnation des Strategiespiels umfasst zum ersten Mal in der Geschichte der Serie nicht nur eine Zeitperiode – die 1960er Jahre – sondern knapp 120 bis 150 Jahre. Das Abenteuer beginnt in der Kolonialzeit, in der El Presidente königlicher Kron-Gouverneur ist. Ab da durchlebt man alle relevanten Herrschaftssysteme des letzten Jahrhunderts: Monarchie, Republik und wer weiß, vielleicht sogar ein bisschen Demokratie. Und weil El Presidente nicht 150 Jahre alt wird, tut sich darin gleich die nächste Neuigkeit auf: Anstatt nur einen Diktator zu steuern, übernimmt man die Kontrolle über eine ganze Dynastie. Der Gouverneur heiratet, kriegt Kinder und per Dekret werden die einfach zum Nachfolge-Herrscher ernannt.

Tropico 5 in der Gamescom-Vorschau: Multiplayer und Dynastien kommen (7) Quelle: Kalypso Tropico 5 in der Gamescom-Vorschau: Multiplayer und Dynastien kommen (7) Spannend wird Tropico 5 sicherlich in Zeiten der Unruhe: Aus Sicht des Despoten wird man die Weltkriege durchhalten müssen und sich bis vor in die Moderne vorarbeiten. Das heißt aber auch, dass nicht jede Herrschaftsform gleich erfolgreich ist. Wer seine Untertanen etwa zu früh mit demokratischer Wahlfreiheit verhätschelt, verliert in den Weltkriegen Unterstützer und könnte Rebellen nähren. Wer hingegen von Anfang an totalitär regiert, wird zwar gefürchtet, sichert sich aber seinen Anspruch an den Thron von Tropico auch auf lange Sicht.

Eine interaktive Verfassung regelt die Staatsform unseres Inselreichs. In ihr wählen wir Antworten auf Fragen wie "Wer darf wählen?" Religionsfreiheit und Armee. Je weiter wir in den fünf Zeitzonen vordringen, umso mehr Fragen werden wir beantworten müssen. Schon bei der Industrialisierung fragen sich die Leute beispielsweise, ob wir Kinderarbeit erlauben sollten und in der Moderne werden auch Wahlmöglichkeiten zum Umgang mit der Presse und freiem Internet aufkommen. Dann kann jeder mal selbst sehen wie es sich anfühlt, ein NSA-ausspioniertes Netz aufzubauen oder es gleich abzuschotten, wie in China.

Tropico 5 in der Gamescom-Vorschau: Multiplayer und Dynastien kommen (3) Quelle: Kalypso Tropico 5 in der Gamescom-Vorschau: Multiplayer und Dynastien kommen (3) Den Handel vereinfacht Haemimont Spielern enorm. Anstatt nun alles manuell zu machen, richtet man sich in Tropico 5 automatische Handelsrouten ein und kann befristete Handelsverträge unterzeichnen. Die Entwickler öffnen unseren kleinen Inselstaat an der Stelle zum Rest der Welt hin und entfernen sich vom sonst total abgeschotteten Eiland. Wirtschaft ist nun nicht nur Mikroökonomie auf der eigenen Insel, sondern auch eine Frage von Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt. Preise und Handelsrouten sind natürlich trotzdem abhängig von der politischen Entwicklung Tropicos – wer sich zum kommunistischen Agitator gegen die USA entwickelt, wird beispielsweise in Zeiten des Kalten Kriegs keinen Cent aus westlicher Hand sehen.

Multiplayer für bis zu vier Spieler

Tropico 5 in der Gamescom-Vorschau: Multiplayer und Dynastien kommen (4) Quelle: Kalypso Tropico 5 in der Gamescom-Vorschau: Multiplayer und Dynastien kommen (4) Das Sahnehäubchen von Tropico 5 ist aber neben all den vielen kleinen Neuerungen der Mehrspielermodus. Bis zu vier Spieler können sich auf einer Karte niederlassen und entweder zusammen oder gegeneinander spielen. Sie teilen sich dabei Infrastruktur wie Straßen und Elektrizität. Aber auch die negativen Aspekte davon, etwa Luft- und Wasserverschmutzung. Wenn sich etwa ein Reich zum Touristenort schlechthin entwickeln will, während der andere Inselstaat Großindustrie und Militär aufzüchtet, werden die beiden irgendwann zu erbitterten Feinden. Den Touristen gehen dann die Abgasfahnen und Jets in der Luft auf die Nerven und dem nachbarlichen Militär die westlichen Touris – alles potentielle Spione! Das erinnert schon fast an Sim City, nur im kleineren Maßstab auf einer gemeinsamen Insel statt in einer abstrakten Region.

Falls es doch mal zum Kampf kommt, sollen Spieler ihre Soldaten nun aktiv steuern können. Wie in einem Echtzeitstrategiespiel positioniert man seine Einheiten und koordiniert Angriff oder Verteidigung. "Wir wollten auf jeden Fall weg von reinem Würfelwerfen, wenn es um Kriege geht", erzählt uns der Producer. Taktisches Geschick soll bei diesen Scharmützeln nützlicher sein, als der reine Zahlenwert einer Armee.

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