Everquest Next in der Vorschau: Mit spannenden Gameplay-Ideen eine echte Gefahr für World of Warcraft

Special Sandro Odak

Seit Jahren schreiben Journalisten schon das Ende von World of Warcraft herbei und fabulieren davon, dass MMOs WoW vom Thron stoßen würden. Nun ist es vielleicht wirklich so weit: Everquest Next hat visionäre Ziele und könnte das Genre komplett umkrempeln. Was die Macher planen und wieso vor dem Start sogar noch ein Meta-Spiel startet, verraten wir euch in der großen Vorschau!

Neben Ultima Online gehört Everquest zu einem der Klassiker des MMO-Genres. Seit 14 Jahren erscheint das Online-Rollenspiel nun bei Sony Online, Everquest 2 ist sogar noch immer als Free2Play-Spiel offiziell am Netz. Nun wollen die Entwickler zurück zu der bewährten MMO-Formel kehren und gleichzeitig etwas "vollkommen Neues" wagen. "Wir wollen den Spieler an bekannte Orte zurückbringen und bekannte Gesichter zeigen. Gleichzeitig soll sich alles neu anfühlen. Ein bisschen wie in den neuen Star Trek Filmen – Everquest Next spielt sozusagen in einem Paralleluniversum, in dem alles wieder offen ist", erklärt uns Terry Michaels, der Producer von Everquest Next.

Ist das der oft zitierte WoW-Killer? Vielleicht. Die Macher wollen sich darauf aber nicht festnageln lassen. Sie wollen ihr Spielprinzip im Kern verändern und nicht einfach die Ideen von anderen Spielen kopieren. Das bringt niemandem etwas und fördert nur billige Klone zu Tage, die nicht auf eigenen Beinen stehen. Deshalb vermeidet der Produzent auch in der kompletten Präsentation, auch nur einmal die Konkurrenz direkt anzusprechen. Stattdessen will er seine eigenen Ideen in den Vordergrund rücken:

Everquest Next in der Vorschau (7) Quelle: SOE Everquest Next in der Vorschau (7) Multi-Classing: Jeder Spieler wählt zu Beginn von Everquest Next eine von acht primären Klassen. Darüber hinaus gibt es über 40 Spielerklassen, aus denen man dann jeweils beim Level-Up wählen kann. Mit jedem neuen Level entscheidet man, ob man sich auf eine Klasse spezialisiert oder lieber verschiedene Klassen vermischt. Spieler personalisieren ihre Spielcharaktere dadurch extrem und schaffen sich einen relativ einzigartigen Alter Ego, der sich von bekannten Berufen "Heiler, Tank und Damage-Dealer" entfernt. Noch weiter personalisieren kann man sich, indem man auch Waffen frei auswählt. Ein Priester kann sich beispielsweise auch auf schwere Waffen spezialisieren und ist nicht auf leichte Stabwaffen beschränkt, wie es in vielen anderen Fantasy-Spielen verbreitet ist.

Zerstörbare Welt: Die Welt von Everquest heißt Norrath und ist komplett zerstörbar. Sie besteht, wie Minecraft, aus Voxeln. Das sind kleine Einzelteile, fast wie Ziegel, aus denen alles in Norrath besteht. Spieler können sie zerstören, verändern oder selber Dinge aufbauen. Dasselbe gilt aber auch für NPCs. Auch sie können mit Explosionen Löcher in den Erdboden reißen, den Spieler darin einfangen und von außerhalb der Grube mit Magie oder Pfeilen angreifen, während man selber noch damit beschäftigt ist, aus dem Loch zu entkommen.

Everquest Next in der Vorschau (3) Quelle: SOE Everquest Next in der Vorschau (3) Konsequenzen in einer persistenten Welt: Ein Spieler entscheidet sich in Everquest Next einfach nur für eine helle oder dunkle Seite – er muss auch danach handeln. Im Hintergrund trackt die Engine jederzeit, welche Entscheidungen man trifft. Wer Gutes tut, wird zu den Guten gezählt, wer Schlechtes tut zu den Bösen. Und auch die Spielwelt verändert sich dynamisch. So soll es keine festen Gegner-Camps geben. Jede NPC-Einheit, egal ob Freund oder Feind, bekommt bestimmte Voraussetzungen zugewiesen, unter denen sie sich ansiedelt. Ein Ork mag beispielsweise keine Städte und auch Wälder sind ihm zuwider. Einsame Straßen an einem Sumpf hingegen findet er super – aber auch nur, wenn dort auch Spieler vorbeikommen, die er überfallen und bestehlen kann. Sobald eine Route aber zu überlaufen ist und Orks in Kämpfen zu oft unterlegen sind, werden sie ihre Behausungen abreißen und weiterziehen – an einen Ort, der ihre Voraussetzungen erfüllt.

Everquest Next in der Vorschau (12) Quelle: SOE Everquest Next in der Vorschau (12) Dynamisches MMO: Neben Konsequenzen für den Spieler bleibt aber auch die restliche Welt von Norrath dynamisch. Michaels will, das erzählt er uns, kein statisches MMO erschaffen, sondern eine Welt im Fluss erleben. Im großen Maßstab werden "Rallying Calls" Einfluss darauf nehmen. Solche Aufgaben ziehen sich über mehrere Monate hinweg und sind eine Aneinanderreihung verschiedener Quests. Wir könnten beispielsweise die Aufgabe erhalten, ein Dorf vor den stetigen Angriffen von Barbaren abzuwehren und die Versorgung mit Erzen aus den nahen Bergen sicherzustellen. Wenn genug Spieler die Aufgabe erfüllen und nicht sabotieren, steigt das Dorf zur Stadt auf. Wenn man die Riesen-Aufgabe nicht ausführt und links liegen lässt, wird das Dorf vielleicht überrannt und zerstört oder entwickelt eine Abneigung gegen den Spieler, weil er beim Aufstieg nicht helfen wollte. "Spieler kreieren so ihre eigene Geschichte. Das ist viel intensiver als alle vorgeschriebenen Handlungsstränge, die wir euch aufzwingen könnten", erklärt Michaels.

Der Clou: Der Server wird sich dynamisch an die Entscheidungen von Spielern anpassen. Eine "Komplettlösung" wird es zu Everquest Next nicht geben. Sogar eine ausgedruckte Karte ist ein Ding der Unmöglichkeit: Die Standorte von Städten und Dörfern können sich dauernd ändern, wer einen Monat nicht spielt, könnte Norrath nicht mehr wiedererkennen. Das betrifft nicht nur die Oberfläche von Everquest: Die Karte ist durchzogen von mehrere Ebenen von Höhlen und Dungeons.

  1. Seite 1 Everquest Next in der Vorschau: Eine visionäre Spielidee
  2. Seite 2 Everquest Next in der Vorschau: Landmark und Technik
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