Killzone: Mercenary im Test: Ein unverschämt guter Shooter

Test Patrick Büssecker

Während wir uns bei der kommenden PS4 voraussichtlich bereits zum Start auf einen neuen Ableger der Killzone-Reihe freuen dürfen, mussten wir uns bei Sonys PS Vita etwas länger auf einen Teil der Shooter-Serie gedulden. Mit dem nun erscheinenden Killzone: Mercenary hat das Warten aber endlich ein Ende.

Wie der Name des Spiels schon vermuten lässt, schlüpfen wir im ersten portablen First-Person-Shooter der Reihe in die Rolle des waschechten Söldners Arran Danner. Er nimmt als ehemaliger UCA-Soldat je nach Lust, Laune und natürlich Bezahlung Aufträge für alle Seiten an. So dürfen wir in der ersten von insgesamt neun Missionen für die ISA ans Werk gehen und sollen einen Admiral aus der Gefangenschaft der Helghast befreien.

Gute Steuerung und Touchscreen-Nutzung

Killzone: Mercenary für PS Vita im Test (2) Quelle: Sony Killzone: Mercenary für PS Vita im Test (2) Auf ein umfangreiches Tutorial wird bei Killzone: Mercenary zwar verzichtet, dafür können wir auf Wunsch Hinweise auf dem Bildschirm anzeigen lassen, die uns rechtzeitig über die jeweiligen Tasten informieren. Wirklich komplex ist das Gameplay aber auch auf der Vita nicht. Mit den beiden Sticks des Handhelds bewegen wir uns nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kinderleicht und präzise durch die Umgebungen und nehmen die Feinde problemlos aufs Korn. Auf Knopfdruck können wir geduckt schleichen, hinter geeigneten Objekten in Deckung gehen, Schalter betätigen oder Feinde unerkannt im Nahkampf von hinten ausschalten. Hier kommen dann bei verschieden Aktionen die Möglichkeiten des Touchscreens zum Einsatz. So müssen wir beispielsweise im Nahkampf nach dem Knopfdruck schnell reagieren und den Finger entsprechend eines Pfeils über den Touchscreen bewegen oder beim Hacken kleine Puzzle auf dem Bildschirm lösen. Je nach Einstellungen kommt zudem das Rückseiten-Touchpad der Vita zum Einsatz, zum Beispiel als Sprint-Funktion.

Dank des Radars kommt auch das Stealth-Gameplay nicht zu kurz

Killzone: Mercenary für PS Vita im Test (4) Quelle: Sony Killzone: Mercenary für PS Vita im Test (4) Kaum haben wir uns an die Steuerung gewöhnt, die ersten Gegner beseitigt und Aktionen getätigt, wird auch schon ein neues Gameplay-Element eingeführt. Die Rede ist von dem kleinen Radar, der uns in bester Metal Gear Solid-Manier nicht nur die Umgebung, sondern auch die Feinde, ihre Blickrichtung und ihre aktuelle Verdachtsstufe anzeigt. So können wir uns unerkannt durch die Missionen bewegen und von Konfrontationen abgesehen. Was im normalen Spiel nützlich ist und uns den Spielverlauf spürbar vereinfachen kann, ist je nach gewähltem Vertrag Bedingung für unser erfolgreiches Absolvieren der Mission. Neben dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad können wir nämlich vor Beginn einer Mission verschiedene Verträge abschließen, sofern wir diese Mission bereits zuvor einmal erfolgreich erledigt haben.

Hierbei stehen uns stets drei verschiedene Verträge, Präzision, Verdeckt und Zerstörung, zur Verfügung, die verschiedene zusätzliche Bedingungen zum Erreichen des Missionsziels mit sich bringen. Mal müssen wir ohne Alarm auszulösen bis zu einem bestimmten Bereich gelangen, mal die Feinde mit einer vorgegebenen Waffe ausschalten oder den Auftrag schlichtweg in einer bestimmten Zeit erledigen. Diese Verträge ändern somit die Herangehensweise an die Mission und erfordern von uns mitunter eine Spielweise, die wir üblicherweise nicht an den Tag legen. Diese Vorgaben haben es wirklich in sich und stellen eine ziemliche Herausforderung dar. Das gilt besonders für die Stealth-Aufgaben, die selbst mit eingeschaltetem Radar kein Kinderspiel sind. Für ausreichend Herausforderungen nach dem Durchspielen der neun Missionen ist also ohne Zweifel gesorgt und selbst Profis werden teilweise richtig gefordert.

Unser Söldner macht das große Geld

Killzone: Mercenary für PS Vita im Test (6) Quelle: Sony Killzone: Mercenary für PS Vita im Test (6) Selbstverständlich erhalten wir für das Erledigen der einzelnen Verträge nicht nur Auszeichnungen, wie Medaillen, sondern auch Bezahlungen. Geld spielt bei Killzone: Mercenary ohnehin eine wichtige Rolle, können wir damit schließlich neue Waffen, Ausrüstung oder Munition erwerben, die uns das Spielgeschehen enorm erleichtern können. Nicht zuletzt bei den Stealth-Aufgaben ist eine gute Ausrüstung sehr hilfreich.

Dabei erhalten wir jedoch nicht nur für das Erledigen der Missionen Geld, sondern auch für allerlei Aktionen während dem Spiel. Egal, ob wir einen Gegner normal töten, ihn mit einem Kopfschuss ins Jenseits befördern oder im Nahkampf ausschalten, stets dürfen wir uns über eine kleine Belohnung in Geldform freuen, die uns auf dem Konto gutgeschrieben wird. Die Kohle können wir direkt während einer Mission wieder ausgegeben. Ein motivierendes System, welches uns immer wieder zu besseren Leistungen anspornt. Schließlich wird auch das Ausschalten von Kameras, das unbemerkte Beseitigen von Feinden oder das Erreichen eines Ortes ohne Alarm auszulösen mehr oder weniger gut belohnt. Das hart erarbeitete Geld dient dabei nicht nur als Währung für den Kauf neuer Gegenstände, sondern entscheidet auch über unseren Dienstgrad und somit den Rang im Spiel.

Der Mehrspielermodus

Killzone: Mercenary für PS Vita im Test (10) Quelle: Sony Killzone: Mercenary für PS Vita im Test (10) Abseits der Missionen können wir uns auch in einem Mehrspielermodus austoben. Dieser ist leider nur online verfügbar. Einen Offline-Multiplayer suchen wir bei Killzone: Mercenary vergeblich. Sehr schade, denn gerade einen Handheld hat man doch immer mal schnell zu einem Freund mitgenommen oder für spontane Partien parat. So müssen wir also online ans Werk gehen, was in der Praxis sehr gut funktioniert und verschiedene Spielvarianten ermöglicht, aber zuvor den Download eines Updates erfordert. Grundsätzlich nichts ungewöhnliches, aber die Größe von 1.190 MB sind gerade bei einem Handheld mit den bekannten Speicherkarten nicht gerade optimal, um es mal diplomatisch auszudrücken. Definitiv ein Kritikpunkt.

Grandiose Technik

Killzone für die Vita kann dabei nicht nur bei dem motivierenden Gameplay und dem Mehrspielermodus, sondern insbesondere bei der technischen Umsetzung punkten. Die Grafik ist wirklich hervorragend und gehört gemeinsam mit Uncharted zu den optisch schönsten Spielen für Sonys Handheld. Erfreulicherweise läuft das Spielgeschehen trotz der tollen Optik stets flüssig und selbst dann, wenn auf dem Bildschirm ordentlich die Post abgeht, geht die Geschwindigkeit nicht in die Knie. Der Sound macht ebenfalls eine gute Figur und bietet uns nicht nur eine atmosphärische Kulisse, sondern zudem eine ganz ordentliche deutsche Sprachausgabe.

Meinung

Wertung zu Killzone Mercenary (PSV)

Wertung:

9.1 /10
Pro & Contra
Grandiose GrafikInteressantes Missionen-System mit VerträgenUnheimlich motivierendes RangsystemViele freischaltbare MedaillenGute Steuerung mit sinnvollen Touchscreen-Einlagen
Kein lokaler MehrspielermodusUpdate (1,2 GB) ist für Handheld-Verhältnisse deutlich zu groß
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