Nein, ihr lagt nicht die letzten Jahre im Koma. Es gab auch keine Verschiebung im Raum-Zeit-Kontinuum, welche euch ins nächste Jahrzehnt versetzt hat. Und nein, es ist auch kein Fehldruck. Die 25 auf EAs neuesten Footballableger kennzeichnet heuer schlicht keine Jahreszahl, nein, die 25 zeigt uns die Jahre, welche die Spiel-Franchise mittlerweile schon auf dem Buckel hat. Eigentlich ein Grund zum Feiern. Warum wir aber trotzdem nicht jubelnd auf den Stühlen stehen und irgendwie sogar enttäuscht sind, zeigt euch der Test der Jubiläumsausgabe.
25 Jahre Madden Football
Ein Vierteljahrhundert Madden Football – EA hat wirklich einen Grund zu feiern. Eine Spielefranchise 25 Jahre in der wohl schnelllebigsten Branchen recht erfolgreich am Leben zu halten, sich gegen jegliche Konkurrenz nahezu mühelos durchzusetzen und hierbei sogar noch viele andere Sportspielreihen sang- und klanglos wieder verschwinden zu sehen, das sollte wohl das eine oder andere Champagner-Gläschen Wert sein.
Madden NFL 25 (14)
1988 startete die Reihe ihren Erfolgsweg mit dem damals noch komplett ohne NFL Lizenz auskommenden John Madden Football auf dem PC. Mit an realen Mannschaften angelehnten Fantasy Teams hatte man die Möglichkeit seine Pixelmännchen in simplen Einzelspielen um Touchdowns laufen, blocken und passen zu lassen. Spielerverletzungen, Penaltys und der Einfluss der Witterung wurden bereits damals berücksichtigt. Knapp zwei Jahre später folgten dann die ersten Umsetzungen für den Mega Drive und SNES, welche komplett auf die erste PC-Version basierten und kaum Neues boten.
1993 begann dann die Zeit der Lizenzen. Mit Madden NFL 94 hatte man erstmals die Möglichkeit alle damals in der National Football League vertretenen Teams auszuwählen und eine komplette Saison samt abschließenden Superbowl zu bestreiten. Zur Jahrtausendwende wurde das Ganze dann sogar ein wenig europäisch. Ab diesem Zeitpunkt konnte man mit Mannschaften aus der mittlerweile leider wieder eingestellten NFL Europe auf Punktejagd gehen. Deutsche Vertreter, wie etwa die Frankfurt Galaxy, waren natürlich auch mit an Bord.
1996 erschien das erste Madden NFL auf der Playstation, vier Jahre später bereits für den Nachfolger PS2. 2001 folgte dann mit Madden NFL 2002 das Debüt auf der Xbox. Seit 2005 werden nun alle aktuellen Konsolen mit Umsetzungen der Football-Franchise versorgt und das mit teilweise enormen Erfolg. Anfang 2013 teilte der Publisher mit, dass seit Beginn der Serie rund 99 Millionen Spiele über die Ladentische gewandert sind.
Mit dem aktuellen Madden NFL geht die Franchise nun ins 25 Jahr und auch mit dieser Jubiläumsausgabe wird es einen weiteren Meilenstein geben. Ende des Jahres wird die Reihe den Sprung auf die nächste Konsolengeneration (PS4 und Xbox One) wagen. Mit welchem Erfolg wird man sehen.
Lauf dich frei
Weltbewegendes hat sich beim Gameplay nicht geändert. Jubiläumsausgabe hin oder her. Von Anfang an hat man kaum Probleme sich von Madden NFL 13 auf den aktuellen Ableger umzustellen. Manche wird dies freuen, andere eher ärgern. Auf jeden Fall werden einem die Änderungen nicht wirklich sofort ins Auge stechen – und bis man sie letztendlich richtig auf dem Controller spürt, vergeht sogar noch deutlich mehr Zeit. Aber es gibt sie, wirklich.
Madden NFL 25 (12)
In Madden NFL 25 haben sich die Entwickler vor allem dem Laufspiel von Running Back und Co. gewidmet. Neue Freiheit ist hier das Stichwort. Durch das Feature Precision Modified Moves werden euch überarbeitete Bedienelemente zur Verfügung gestellt, die es euch nun ermöglichen, noch gezielter die Bewegungen eures balltragenden Alter-Egos zu steuern. Ob es nun das Run Blocking ist oder die Möglichkeit durch Täuschungen die Gegner in die falsche Richtung zu schicken, ob es das gezielte Einsetzen von Körperdrehungen ist oder die Möglichkeit durch präzise Sprünge die letzten Yards zu schinden, Madden NFL 25 bietet euch innerhalb der Franchise wohl die bisher meisten Freiheiten beim "Tragen" des Balles Richtung Endzone.
Im Gegenzug wurden aber auch die Verteidigungsaktionen durch ein paar Anpassungen verfeinert. Vor allem die nun etwas genauer ausführbaren Tacklings werden dem einen oder anderen Hardcoregamer durchaus positiv auffallen.
Wohl allen Spielern wird aber auffallen, dass sich die Spielführung geändert hat. So wurde die Spielzugauswahl aufgebohrt und es ist nun möglich "Audible by Set" zu bestimmen. Leider wurde auch das Gameflow-System umgestaltet. Leider deshalb, weil es nun etwas umständlicher ist, sich Play Calls selbst auszusuchen. Gerade wenn einem die Spielzeit nach der 2-Minute-Warning im Nacken hängt, kann dies sogar zum großen Ärgernis werden.
Madden NFL 25 (11)
Es bleibt aber dabei: Insgesamt sind die Änderungen nur sehr marginal und wie eingangs erwähnt, wird man Weltbewegendes bezüglich des Gameplays nicht wirklich finden. Wie eh und je gehen Pass- und Laufspiel leicht vom Controller, nur selten hat man mit unlogischen bzw. ungenauen Bedienelementen zu kämpfen. Die KI der Gegner und der Mitspieler bewegt sich nach wie vor auf hohem Niveau, trotzdem gibt es auch mal den einen oder anderen durchaus ärgerlichen Aussetzer. Die Wahlmöglichkeiten beim Schwierigkeitsgrad sind immer noch etwas unausgewogen und manche Sprünge zwischen den einzelnen Stufen sind kaum nachvollziehbar. Und selbst wenn die Infinity Engine nun in der Version 2 für die ganzen Physikberechnungen zuständig ist, große spielerische Einflüsse oder gar Unterschiede zum Vorgänger braucht ihr deshalb nicht zu erwarten.Übrigens, ebenfalls unverändert: Die sehr gute Unterstützung der Kinect-Sprachsteuerung ist wieder enthalten, während Move für PS3 weiterhin fehlt bzw. keine Rolle spielt.
