Retro im HD-Look ist angesagt wie nie zuvor und gerade die Disney-Helden erleben ein unglaubliches Revival. Nachdem der Mäuserich ein grandioses Remake von Castle of Illusion bekommen hat und Kingdom Hearts neu aufgelegt wurde, kehrt auch Dagobert Duck mitsamt Rasselbande zurück. Mit viel Liebe zum Detail wird der über zwanzigjährige NES-Klassiker DuckTales neu interpretiert. Für Liebhaber der beliebten Entenfamilie ein grandioser nostalgischer Ausflug, der aber den einen oder anderen Stolperstein in den Weg legt!
Das Abenteuerspiel DuckTales basierte auf der gleichnamigen, damals auch sehr erfolgreichen TV-Serie und allein der Titelsong im Abspann des Remastered-Abenteuers oder einfach die wirklich herrlich neu interpretierten klassischen Musikstücke lassen die Augen der Fans geradezu leuchten. Von der ersten Minute an merkt man diesem Titel an, dass die Schöpfer dieses Remakes selber große Fans des Multimilliardär Dagobert Duck, Donalds besserwisserischen Neffen Trick, Trick und Track oder dem irren Erfinder Daniel Düsentrieb und Bruchpilot Quack sind. Als Gegenspieler kommen natürlich Dagoberts beständiger Erzfeind McMoneysack, die Panzerknacker sowie die Hexe Gundel Gaukeley vor, die entweder an das gesamte Vermögen von Dagobert wollen, oder nur auf ganz spezielle Schätze ein Auge geworfen haben.
Quelle: Capcom
DuckTales Remastered (11)
So auch Onkel Dagobert, der sofort die Koffer packt und die Jagd auf legendäre Schätze im immergrünen Dschungel, bitterkalten und verschneiten Himalaja, einem düsteren transsilvanischen Spukschloss oder auf dem von Aliens besetzten Mond geht, nachdem eine geheimnisvolle Schatzkarte urplötzlich in seinen Schoß gefallen ist. Die Kulissen des Originals wurden komplett entstaubt, die Pixel aufgeräumt und alles Stein für Stein wieder zusammen gesetzt. Das Ergebnis ergibt nahezu dasselbe Spiel wie einst auf dem NES, doch die Optik mit handgezeichneten Hintergründen und liebevollen Details erinnert eher an die modernen 2D-Ausflüge von Rayman oder, wie es auch sein sollte, der DuckTales TV-Serie. Vor allem die lieblichen Animationen der Entenfamilie und ihren Freunden hauchen den Figuren richtig leben ein. Dagobert Duck bekam sogar seinen original Synchronsprecher zurück, wobei aber auch alle anderen Helden superb vertont sind – doch leider nur in Englisch. Deutsche Untertitel übersetzen das, was man vielleicht nicht ganz verstanden hat.
DuckTales Remastered (9)
Das Gameplay ist nahezu identisch übernommen und genau hier liegt auch der Hund begraben. In den Fußstapfen des milliardenschweren Enterichs watschelt und klettert man durch die nun aufwendig gezeichneten 2D-Welten und ist auf der jagt nach diversen Objekten oder Karten, bis der Weg zum jeweiligen Obermotz freigelegt ist. Nach einem harten Kampf mit dem Schatzhüter kehrt Dagobert mit der begehrten Trophäe in der Hand zurück in seinen Geldspeicher. Eine Übersichtskarte erleichtert auf den Expeditionen in mysteriöse antike Welten die Erkundung des Gebietes. Wii U Besitzer können diese gar permanent auf das Gamepad bannen, doch wirklich nötig wäre die Karte bei der knapp bemessenen Länge der Welten nicht gewesen. Neben Abgründen lauern auch tierische Gefahren. Die putzigen Feinde von Schneehasen, die uns mit Sprüngen überraschen, über Spinnen im Tempel und witzigen Skelettenten zaubern ein Lächeln auf unser Gesicht, nicht aber die antiquierte Handhabe des Enterichs persönlich, die immer wieder aneckt und regelrecht Frust herauf beschwört.
Wie seinerzeit wird der Gehstock von Dagobert Duck kurzerhand missbraucht um mittels Pogosprüngen ungeniert durch die seitlich scrollenden Level zu flitzen, höher gelegene Plattformen zu erreichen und mit der Spitze seine Feinde über den Jordan zu schicken. Nicht sichtbare Pfade in Geheimkammern gehören genauso zur Tagesordnung wie zahlreiche aber knifflig zu erreichende Kisten, die nur mit geschleuderten Steinen und ähnlichem geöffnet werden können. Nach wie vor reichen aber nur wenige Millimeter bereits aus, um den Spielfluss der Pogosprünge und ähnliches zu unterbrechen und uns in brenzlige, meist aber unnötige Situationen zu führen. Die Steuerung hätte wirklich einen neuen Anstrich nötig gehabt, denn nicht selten verliert man bei diversen Sprungpassagen gemeinerweise ein wertvolles Lebensherz oder stürzt in den Abgrund, weil sich der Enterich einfach nicht an die Liane klammern möchte.
DuckTales Remastered (3)
Grundsätzlich gehört DuckTales halt auch zur alten und knallharten Schule wo jeder Fehltritt und jede Unachtsamkeit sofort bitter bestraft wird. Auch die Remastered-Version macht nicht halt vor frustrierenden Sprung und Hüpfeinlagen. Selbst Jump & Run Liebhaber mit Erfahrung werden mit dem Enterich durchaus ihre Mühen haben, sofern sie auch die höheren Schwierigkeitsgrade meistern wollen. Begrenzte Anzahl an Leben, viele Fallen und fiese Feinde gefährden jeden Controller, welcher geradezu Gefahr läuft, unsanft die Wand zu küssen. Trotz solcher Widrigkeiten flimmert der Abspann aber spätestens nach drei Stunden über den Bildschirm und zeugt von einem Abenteuer, das wie auch seinerzeit grundsolide aber eben nicht sonderlich umfangreich war. Immerhin warten nach Abschluss eines Levels diverse Sammleritems wie Skizzen und Portraits der Dukschen Familie und ihren Freunden im Bonusmenü auf Beutejäger und auch der grandiose Soundtrack kann dort freigeschalten werden.
