Eigentlich wartet jeder nur noch auf die erste Fußballumsetzung der Next-Gen. Vergessen wird dabei aber, dass FIFA 14 abseits von Ignite-Technologie und Realgrafik in "Perfektion" auch noch auf den aktuellen Konsolen erscheint. Und EA ist damit trotz aller Unkenrufe ein wirklich großer Wurf gelungen - mit viel Bekannten, aber eben auch ein paar Neuheiten.
FIFA ist mittlerweile das, was PES früher mal war
Spielerisch ist FIFA mittlerweile das, was Pro Evolution Soccer früher mal war. Geniale Zweikämpfe, tolle Ballphysik, meist stimmige Animationen, sehr realistisches Mannschafts- bzw. Spielerverhalten und enorme taktische Möglichkeiten führen zu einem Spielfluss, der euch von den ersten Minuten an richtig mitreißt. All das machte aber bereits der Vorgänger auch und nicht mal schlecht. Trotzdem bietet das aktuelle FIFA durch diverse Detailverbesserungen, nochmals etwas mehr Spielwert und vor allem auch mehr Spielspaß.
Quelle: EA Sports
FIFA 14 (9)
Thema Ballphysik. Das Flugverhalten des Balles soll nun noch einen Tick realistischer berechnet werden. Und in der Tat, das runde Leder fühlt sich etwas besser, etwas echter an. Ähnliches beim Schusssystem. Mit FIFA 14 hat man nun noch mehr den Eindruck, dass der Schuss auch wirklich genau so ausgeführt wird, wie es von einem gewollt war. Im Gegenzug endet ein zu hektischer und unüberlegter Abschluss häufig auch in wenig Härte und kaum Präzision. Nett, dass selbst ein ins Stolpern geratener Spieler nun den Ball noch Richtung Tor bewegen kann und sich somit noch unberechenbarere Situationen ergeben.
Eher nur marginal, zumindest wenn man den direkten Auswirkungen auf das Gameplay trauen kann, waren die angekündigten Anpassungen bei der Teamintelligenz. Wie gehabt, verhalten sich die Mannschaftsteile ziemlich realistisch und die Gegner werden mit höherem Schwierigkeitsgrad auch entsprechend klüger bzw. aggressiver. Unterschiede zum Vorgänger sind hier aber kaum festzustellen.
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In punkto KI wird, ebenfalls wie gehabt, weiterhin durchwegs ein sehr hohes Niveau geboten. Kritik am Verhalten der Mit- bzw. Gegenspieler wird man daher kaum anbringen können. Selbst die so gerne gescholtenen Torhüter zeigen in FIFA 14 nur seltene Schwächen. Aber ganz ohne geht es dann halt auch nicht. So ist gerade das Spiel 1 gg. 1 bzw. das Herauslaufen des letzten Mannes auch in der aktuellen Umsetzung häufig immer noch ein ziemlicher Witz.
Schön dafür, dass sich die Spieler mittlerweile wirklich sehr realistisch über den Platz bewegen. Sprints sind je nach den Fähigkeiten entsprechend explosiv, Richtungswechsel zeigen sich wirklichkeitsgetreu und insgesamt fühlen sich die Protagonisten auf dem Rasen beweglicher den je an. Dribblings, Positionskämpfe und die Ballannahme werden nun noch mehr unter den Gesichtspunkten der Skillpunkte des jeweiligen Spielers ausgeführt. Nur logisch, dass dies dann dazu führt, dass sich Spiele in den unteren Ligen insgesamt deutlich schwerfälliger und zäher anfühlen, als etwa Begegnungen mit den Stars in einem der gehobenen europäischen Pokalwettbewerbe.
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Auch wenn einem viele der Neuerungen in den ersten Spielminuten kaum auffallen werden, so hat sich das Gameplay von FIFA 14 auf den zweiten Blick doch so geändert, dass man einen spielerischen Fortschritt zum Vorgänger feststellen kann. Spielaufbau, wie in der Realität, Torerfolge, die man sich wirklich hart erarbeiten muss und der gewisse taktische Tiefgang führen dazu, dass der aktuelle Titel einfach enorm viel Spielspaß bietet und, besonders schlimm für den Konkurrenten Pro Evolution Soccer, ihr wohl sonst keine andere Fußballumsetzung mehr braucht. Wer hätte gedacht, dass EA, gerade EA, tatsächlich noch solche Entwicklungsenergie in die Current-Gen steckt und diesen fußballerisch großen Wurf landet. Allein dafür, großes Lob aus der Gamezone-Redaktion.
Globales Transfer-Netzwerk und bekannte Lizenzen
Bevor jemand fragt: Nein, auch in FIFA 14 gibt es keine deutsche 3. Liga. Trotzdem wird natürlich wieder ein richtiges Lizenzmonster geboten. 1. und 2. BuLi, vier Ligen aus England, die spanische Primera und Segunda División, die italienische Serie A und B und noch diverse andere Originalligen aus Europa und der restlichen Welt werden wohl jeden Fußballfan richtig zufrieden stellen. Aber so wirklich neu ist daran halt leider nichts – genau genommen, hat sich diesbezüglich schon seit vielen Jahren nichts mehr Großartiges geändert.
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In punkto Lizenzen hat sich also nichts getan. Und bei den Spielvarianten? Auch hier erstmal große Ernüchterung. Es gibt wieder Ultimate Team, Online-Turniere, die Möglichkeit sich sofort in ein schnelles Spielchen zu stürzen, die virtuelle BuLi und natürlich die Karriere als Trainer oder Spieler.
Aber was ist nun neu? Der Spielvariante Ultimate Team wurde ein überarbeiteter Suchfilter, sowie eine einflussreichere Teamchemie spendiert. Beides macht durchaus Sinn und hat auch entsprechende Auswirkungen auf das "Kartenspiel". Trotzdem spielt sich FIFA UT grundsätzlich natürlich immer noch so, wie schon seit Jahren.
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Ähnliches beim Karrieremodus. Neu ist hier allerdings das so genannte globale Transfer-Netzwerk. Einfach sich Spieler nach Gesamtstärke zu suchen und je nach Budgetmöglichkeit zu verpflichten, gehört der Vergangenheit an. In FIFA 14 baut ihr euch ein drei Mann starkes Team auf, dessen Hauptaufgabe es ist, Spieler rund um den Globus zu beobachten. Ihr bestimmt, welchen Spielertyp, in welcher Preisklasse und in welcher Liga eure Scouts suchen sollen. Erst wenn einer der Profis dann auch wirklich lange genug von euren Mitarbeitern beobachtet wurde, wird euch anhand eines ausführlichen Berichtes die komplette Stärke des Spielers dargestellt. Gebt ihr den Scouts diese Zeit nicht, dann habt ihr zu dem Protagonisten nicht mehr als nur grobe Einschätzungen. Eine Verpflichtung ist damit natürlich ein gewisses Glückspiel. Insgesamt bringt dieses neue Transfersystem etwas mehr Spieltiefe in den Karrieremodus. Manch einer wird es allerdings auch als zu langatmig empfinden. Sich schnell einen schlagkräftigen Kader zusammenzustellen, kann man vergessen, stattdessen verlangt die virtuelle Trainerlaufbahn nun noch mehr Zeit und somit noch mehr Sitzfleisch.
Aber das sind ja grundsätzlich nur Detailverbesserungen an vorhandenen Modis, komplett neu innerhalb der Spielvarianten sind hingegen die Skill-Spiele. Dieser Wettkampf-Trainingsmodus bietet vor allem Neueinsteigern die Chance, sich über diverse Minispielchen perfekt in FIFA 14 einzuarbeiten. Aber selbst Kenner der Sportspielserie können hier die eine oder andere vergnügliche Stunde mit diversen Herausforderungen verbringen. Schön auch, dass diese Spielvariante meist fordert und vor allem auch die Möglichkeit bietet, sich mit Anderen direkt zu messen.
Apropos sich mit anderen zu messen oder auseinanderzusetzen. Überall wo man in FIFA 14 hinsieht, grinsen einen die sozialen Netzwerke an. Praktisch alles kann auf Facebook & Co. hochgeladen werden. Man kann Ranglisten öffentlich machen, News von Freunden lesen oder sich schlicht nur für Matches verabreden. Dem Zeitgeist sei gedankt.
