Assassin's Creed 4: Black Flag in der Vorschau: Ne Buddel voll Rum

Special Sandro Odak

Arr, ihr Landratten. Gamezone-Matrose Sandro Odak konnte erstmals die fast fertige Playstation-4-Fassung von Assassin's Creed 4: Black Flag anspielen und die exklusiven Features des Dualshock 4 Controllers erleben. Ob ihn das Spiel umgehauen hat oder er lieber ne Buddel voll Rum in der Hand hätte, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

In Assassin's Creed 3 waren Schiffe schon ein zweitrangiges Gameplay-Element, Assassin's Creed 4: Black Flag entführt uns nun endgültig in die maritime Welt. Die neueste Ubisoft-Entwicklung spielt in der Karibik zu Zeiten von berühmten Piraten wie Blackbeard. Ganz klar, dass die Schiffsthematik nun viel mehr in den Vordergrund rückt. Die Open World, für die Assassin's Creed bekannt ist, erstreckt sich nun nicht nur zu Lande, sondern auch zu Wasser. Einen ganzen Ozean können wir an Bord der Jackdaw erkunden, darunter auch viele kleine Inseln, die Schätze und Geheimnisse verbergen.

So müssen wir beim Segeln beispielsweise auf Windrichtung und –stärke achten. Je nachdem wie der weht, kann die Jackdaw mit hoher Reisegeschwindigkeit durch die Wellen pflügen oder muss die Segel raffen, um bei Stürmen keinen Schaden zu nehmen. Wer es trotzdem wagt, in einen Sturm hereinzufahren, und nicht schnell genug einer Killerwelle ausweicht, verliert sogar mal Crew-Mitglieder.

Fokus auf die Schiffsmannschaft und Flotte

Epische Schlachten gibt es nun auch zu Wasser. Quelle: Ubisoft Epische Schlachten gibt es nun auch zu Wasser. Dem Piratensetting geschuldet liegt der Fokus von Black Flag sehr stark auf der Jackdaw und seiner Mannschaft. So wie man in den Vorgängern sein Anwesen mit Upgrades bebaut hat, baut man nun das Schiff mit immer neuen Features aus. So lassen sich Rammen anbringen, bessere und schnellere Segel setzen und Kanonen austauschen. Und auch die Mannschaft der Jackdaw ist wichtig. An Land muss Kenway Männer anheuern, die unter ihm dienen. Die findet man entweder besoffen in Rum-Spelunken oder aber im Kampf mit britischen Soldaten. Wenn wir sie retten, sind sie gern bereit, sich uns anzuschließen. Ähnlich ging man in den Vorgängern schon vor, um neue Assassinen anzuheuern.

Die Jackdaw braucht immer eine ausreichend gute Mannschaft, um die Weltmeere unsicher zu machen. Beim Entern von feindlichen Schiffen muss die Masse stimmen! Wenn nur fünf Seeleute übersetzen, verliert man die Schlacht sonst.

Hat man ein Schiff geentert, darf Kenway entscheiden was damit passiert. Die Kähne lassen sich entweder als Ersatzteillager für die Jackdaw ausschlachten, in die eigene Flotte aufnehmen oder freilassen. Letzteres verbessert Kenways Ruf in der Karibik, vor allem wenn er gesucht wird. Kenways Flotte ist das Gegenstück zu den Assassinen-Missionen der Vorgänger. Auf einer Übersichtskarte schickt er die erbeuteten Schiffe um die ganze Welt, um Aufträge zu erledigen. Das Metaspiel lässt sich sogar mit der Companion App steuern, wenn die Heimkonsole gar nicht in Betrieb ist.

Unnötige Wasserspielerei

Perverse Tierquälerei: Kenway muss Ressourcen sammeln, um neue Objekte herzustellen. Haie und Wale harpuniert man in einem blutigen Minispiel und quält die Tiere minutenlang bevor sie sterben. Quelle: Ubisoft Perverse Tierquälerei: Kenway muss Ressourcen sammeln, um neue Objekte herzustellen. Haie und Wale harpuniert man in einem blutigen Minispiel und quält die Tiere minutenlang bevor sie sterben. Nicht gefallen haben uns zwei Szenen in der Vorschau. Eine spielt unter Wasser. Kenway taucht darin mithilfe einer Sauerstoffglocke nach Reichtümern, die noch im Bauch von versenkten Schiffen schlummern. Die Steuerung in diesen Szenen ist schwammig und sehr indirekt, dazu kommt noch ein gewisser Zeitdruck, da Kenway natürlich nur eine bestimmte Zeit die Luft anhalten kann. Vielleicht ist das nur ungewöhnlich, weil man seinen Assassinen zum ersten mal aus der ungewohnten Perspektisteuert - aber mit dem Rest der Spielkontrollen hat das Tauchen nichts zu tun. Es wirkt einfach fehl am Platz.

Gerade heraus entsetzt hat uns die Fischerei. Wie in Assassin's Creed 3 kann Kenway auf die Jagd gehen, um Ressourcen für ein Crafting-System zu sammeln. Bislang hat die Kamera in solchen Momenten weggeschwenkt und den Protagonist nicht beim Häuten von Tieren gezeigt. Unnötigerweise gibt es in Black Flag nun ein perverses Minispiel auf hoher See. In einem Beiboot jagen wir Haie und Wale und harpunieren sie mit zehn Lanzen qualvoll zu Tode. Den blutigen Prozess, unterlegt von anfeuernden Kommentaren der Crew, mitanzusehen ist schwierig. Es wirkt wie eine reine Provokation.

Abstergo goes Oculus Rift

Die Unterwasser-Level steuern sich schrecklich kompliziert. Quelle: Ubisoft Die Unterwasser-Level steuern sich schrecklich kompliziert. Die Geschichte von Desmond Miles ist mit Assassin's Creed 3 beendet. Manche Fans fanden das zwar nicht gut, aber einen neuen Auftritt hat Desmond nicht. Stattdessen übernehmen wir die Rolle eines frischen Abstergo-Mitarbeiters. Und auch Abstergo hat sich neu erfunden. Als Abstergo Entertainment bietet die Firma nun handliche Geräte für den privaten Gebrauch an, mit denen Menschen ihre eigene Vergangenheit erkunden können. Die Dinger erinnern ein bisschen an Oculus Rift Brillen, sind aber einzig dafür da, um den Probanden Geheimnisse und Erinnerungen abzuluchsen. Sie sammeln Daten aus der Vergangenheit! Über den neuen Charakter ist noch nicht viel bekannt, aber er testet als Mitarbeiter von Abstergo die Technologie. Je mehr er über Templer und Assassinen erfährt, desto offensichtlicher muss für ihn werden, dass die Gruppen auch heute noch gegeneinander kämpfen. Zum offenen Gefecht in der Jetzt-Zeit kommt es aber nicht.

Grafik und Technik auf der PS4

Die Zwischensequenzen sehen schon nach echter Next-Gen aus - der Rest nicht immer. Quelle: Ubisoft Die Zwischensequenzen sehen schon nach echter Next-Gen aus - der Rest nicht immer. Bei unserem Hands-On spielen wir die Next-Gen-Version von Black Flag auf Playstation 4 Testkits. Die Fassung muss schon fast fertig sein, denn deutsche Untertitel und Synchronisation sind bereits enthalten. Das überrascht, denn obwohl die Grafik einen kleinen aber spürbaren Sprung nach vorn gemacht hat, ist unser Spiel von üblen Pop-Ups und Framedrops zersetzt. Immer wieder geht die Framerate in die Knie und die Kamera schwenkt in Objekte hinein. In den Vorgängern ist das gefühlt nicht so häufig passiert. An einer besonders absurden Stelle ist es etwa unsere Aufgabe, den Hauptmann eines Forts zu ermorden. Er und seine Mannschaft verhaken sich aber in einer Mauer und ruckeln darin nur noch herum.

Auch Sweetspots beim Klettern und springen sind noch sehr hakelig gesetzt. Immer wieder passiert es, dass Kenway irgendwo hängen bleibt oder erst lange Umwege machen muss, bevor er über ein Hindernis klettert. Das sind typische Preview-Schwächen, die bis zum 29. Oktober hoffentlich ausgemerzt sind. Solche Fehler, vor allem bei der Parkour-Steuerung, dürfen in der finalen Verkaufsfassung nicht passieren!

Tag- und Nachtwechsel sehen wundervoll aus. Quelle: Ubisoft Tag- und Nachtwechsel sehen wundervoll aus. Gefallen hat uns die PS4-Fassung vor allem wegen dem Touchpad des Dualshock 4 Controllers. Auf ihm lässt sich die Übersichtskarte im Menü durch Gesten steuern. Mit zwei Fingern zoomt man rein und raus, mit einem Finger verschiebt man den Kartenausschnitt. Das ist man vom Handy gewöhnt, sehr cool. Die Xbox One muss darauf leider verzichten. Wer hier Wert auf Touch-Steuerung legt, muss auf die Companion App zurückgreifen. Auf einem Handy oder Tablet kann man die Spielkarte, Profil und andere Features, die sonst in Menüs versteckt sind, sofort parat haben.

Einige Social Features runden das "Always-Online"-Bild von Black Flag noch ab. Wer online ist, bekommt rund um die Uhr Pop-Ups mit Informationen wie "Du bist nun unter den Top 10 der reichsten Freibeuter deiner Freunde". Jede Kleinigkeit wird so zum Wettbewerb und dadurch zum eigenen kleinen Metaspiel. Nach jeder Mission bekommen Spieler die Möglichkeit, sie zu bewerten. Mit fünf Sternen bewerten wir die eben gespielte Erinnerung. In der Story wird das damit erklärt, dass Abstergo Feedback möchte und möglichst viele Daten sammelt. Aber im Kern ist es ein Feedback-System an die Entwickler. Die erfahren dadurch, welche Erinnerungen Spielern besonders gut gefallen haben und welche nicht. "Mit diesen Daten können wir dann zukünftige Spiele noch besser machen", erklärt uns Arnaud Vaudour von Ubisoft.

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