Bioshock Infinite: Burial at Sea in der DLC-Vorschau: Rapture in der Blüte seiner elitären Zeit
SpecialZum Blockbuster Bioshock Infinite erscheinen demnächst zwei Story-DLCs. Die Kampagne Burial at Sea ist in zwei Kapitel unterteilt und bringt Booker DeWitt und Elizabeth zurück nach Rapture, den Handlungsort der ersten zwei Spiele. Zum ersten Mal erleben wir die elitäre Stadt unter dem Meer zu einer Zeit, als noch alles in Ordnung scheint. Nun haben wir das Add-On anspielen können.
Wer Bioshock Infinite durchgespielt hat, weiß es bereits: Die Welt von Booker DeWitt ist variabel. Alle Geschichten, die das Leben so spielt, könnten auch anders verlaufen. In eine solche Parallelwelt verschlägt uns Burial at Sea. Booker DeWitt ist ein abgebrannter Privatdetektiv in der Unterwasserstadt Rapture. Er ertränkt seinen Schmerz in Alkohol als ihn, genau am 31. Dezember 1958, die mysteriöse Elizabeth engagiert. Sie verspricht ihm das Unmögliche: Angeblich kenne sie jemanden, der Booker aus dieser Untersee-Hölle befreien könnte.
Quelle: Irrational Games
Bioshock Infinite: Burial at Sea in der DLC-Vorschau (1)
Wer die Bioshock-Reihe kennt, wird das Datum natürlich erkennen. Dezember 1958 - das sind die letzten ruhigen Tage dieser Enklave der vorgetäuschten Glückseligkeit. Zum ersten Mal seit Beginn der Reihe sehen wir Rapture in seiner vollen Blüte. Bevor es von Splicern überrannt wurde. Bevor alles den Bach runterging. Doch Andrew Ryans Schreckensherrschaft ist bereits Gesprächsthema. Immer wieder halte ich an, um Gruppen von Zivilisten bei ihren absurden Gesprächen zu belauschen. Manche sind schon ängstlich und kuschen davor, dass Ryan unliebsame Kritiker "verschwinden" lässt. Viele elitäre Bonzen stimmen Ryan aber auch zu: Sie wollen mit dem Pöbel nichts zu tun haben und sehen jeden, der sie um ihren überprivilegierten Lebensstil beneidet, als Parasiten an. Dass eine Stadt wie Rapture aber nicht nur aus Intellektuellen Eliten bestehen kann, sondern ein Fundament braucht, wird später der Dreh- und Angelpunkt eines Bürgerkriegs.
Booker und Elizabeth bekommen davon erst spät etwas mit. Rapture und sein extravaganter Lebensstil macht die beiden zwar mürbe, die gewaltsame Revolution sehen sie aber nicht. Stattdessen schlendern die beiden durch reiche Boutiquen - aber nicht ohne Grund. Um Zugang zu einem Kunst-Happening zu bekommen, brauchen sie Einladungen, die an örtliche Geschäftsmänner gingen. Das ist spannend erzählt und gibt Booker die Möglichkeit, Fremde bei ihren Gesprächen zu belauschen. Fans von Bioshock nehmen das Angebot dankend an und erfahren darin noch mehr Details und persönliche Geschichten zu den Hintergründen.
Die Herkunft der Little Sisters
Quelle: Irrational Games
Bioshock Infinite: Burial at Sea in der DLC-Vorschau (6)
Wer im Gameplay-Trailer genau hingeguckt hat, konnte die ersten Little Sisters ausmachen. Auch um sie und ihre Big Daddies dreht sich Burial at Sea - irgendwie. Zu viel verraten wollen wir nicht, nur dass Ken Levine um sie herum auch ein wenig Gesellschaftskritik gesponnen hat. Beim Anspielevent erblicken wir einen Trupp der kleinen Schwestern. Elizabeth kommentiert das mit den Worten: "Rapture weiß Kinder zu schätzen. Aber nicht Kindheit." Für diese elitäre Stadt sind die Kinder der weniger privilegierten zu Arbeitstieren geworden.
Erst später konfrontiert das DLC-Kapitel einen mit Splicern und deren Drogenproblemen. Die sind zu diesem Zeitpunkt von Ryan in den Untergrund verbannt, in eine Art versenktes Gefängnis. Begraben am Meeresgrund, sozusagen, daher der Name Burial at Sea. Was Elizabeth, die dem Spieler mit ihren Riss-Fähigkeiten aushilft wie im Hauptspiel, und Booker dort erleben, müsst ihr selbst herausfinden.
Infinite meets Rapture
Quelle: Irrational Games
Bioshock Infinite: Burial at Sea in der DLC-Vorschau (5)
Neben dem motorbetriebenen Patriot mit seiner MG führt der DLC Burial at Sea einen neuen Heavy Hitter ein. Aus den Dimensionsrissen kann Elizabeth nun auch einen motorbetriebenen Riesensamurai herbeirufen. Ansonsten sind die Unterschiede eher gering. Burial at Sea spielt zwar tatsächlich in der Unterwasserstadt aus Bioshock 1 und 2, entleiht aber auch viele Gameplay-Elemente von Infinite. Booker benutzt beispielsweise Vigors und nicht Plasmide.
Nachdem man die erste, ruhige Hälfte von Burial at Sea durchgespielt hat, beginnt der Action-Teil. Und der enttäuscht zum Teil. Nach zwei Stunden ist der ganze Spaß dann sogar vorbei. Was zu Beginn noch fasziniert und gefesselt hat, fehlt zum Ende komplett. Das Untergrundgefängnis, in dem wir ein Mädchen suchen, ist genauso leblos und trist wie in den Vorgängern. Da gibt es keine Gespräche mehr, die man mithören kann und keine wunderschönen Szenerien, die man betrachtet. Knarre umbinden und durchballern ist die Devise. Quick and dirty, sozusagen. Schlecht gemacht ist der DLC natürlich nicht. Aber auch nicht so narrativ tiefgängig, wie von einem Bioshock erwartet.
Bioshock Infinite: Burial at Sea ist eine Download-Erweiterung und erscheint für PC, Playstation 3 und Xbox 360. Ein Veröffentlichungsdatum ist noch unbekannt. Unsere Vorschauversion beinhaltete noch Bugs und lief allgemein nicht so flüssig wie das Hauptspiel. Wir gehen auf Basis dieser Informationen davon aus, dass das Add-On noch in der Polishing-Phase steckt. Wir rechnen November oder Dezember mit Kapitel 1. Kapitel 2 soll im Frühjahr 2014 erscheinen.
