Immer wieder stellen sich EVE-Fans auf der EVE Vegas 2013 hinten in der Schlange an, um EVE Valkyrie für Oculus Rift nochmal auszuprobieren. Unser Autor in Las Vegas wollte wissen warum und erlag gleich in der ersten Partie dem süchtigmachenden Spielprinzip: Der Space-Dogfight-Simulator ist einfach das perfekte Spiel für VR-Brillen.
Brille auf, Headset auf, Controller in die Hand. Mit diesem Prozedere beginnt jede Runde von EVE Valkyrie. Drei Minuten dauern die Dogfights nur – aber so etwas intensives habe ich schon lange nicht mehr gespielt. In Las Vegas stellte CCP nun sechs Teststationen auf, betrieben von den ersten HD-Headsets von Oculus Rift.
Du guckst an dir runter und fühlst dich wie im echten Cockpit
Quelle: CCP/PCGH
EVE Valkyrie für Oculus RIft in der Vorschau (2)
Bassig dröhnen Alarmtöne aus dem Headset. Die Runde steht kurz vor dem Start. In zwei gegenüberliegenden Weltraumstationen sitzen gerade sechs Gleiterpiloten und warten darauf, dass sie in den dunklen Weltraum herauskatapultiert werden. Und dann beginnt es: Wilde, ungezielte Laserstrahlen fliegen von einer Seite zur anderen. Sie treffen fast nie jemanden, lenken Feinde aber ganz gut ab. Der eigentliche Kampf beginnt erst, wenn die Schiffe in Reichweite der gelenkten Raketen kommen. Mit dem linken Trigger beginnt der Bordcomputer ein Ziel zu locken, dann muss man es mit dem Kopf verfolgen. Ein verrücktes Gefühl: Natürlich weiß ich, dass ich auf einem bequemen Stuhl im Convention Center eines Hotels sitze. Aber meine Augen sagen dem Kopf: Du guckst gerade aus einem sich bewegenden Flugzeug zur Seite raus, das im Weltraum driftet. Und es fühlt sich real an. Nicht wenige bewegen ihre Körper mit, wenn sie Kurven fliegen. Sie lehnen sich richtig rein! Andere Oculus-Spiele, beispielsweise die Achterbahn-Demo, haben gezeigt, dass der Kopf diese Signale durchaus ernst nimmt. Wer sich in EVE Valkyrie zu viel dreht, dem kann wirklich schlecht werden. Aber soweit kommt es nicht. Drei Minuten dauern die Fights nur, das ist nicht lang genug. Die meisten sterben eh und können ihre Augen dann einen Moment ausruhen, bevor es wieder ins Gefecht geht.
Die Immersion ist wirklich perfekt. Wenn Oculus Rift richtig sitzt, sieht man nur noch Cockpit um sich herum. Oben die Glaskuppel, links und rechts Steuerung und Computer, unten den Körper des Piloten, einschließlich der Beine. Der Blickwinkel stimmt: Das könnte ich sein! Eine Spielerin umschreibt das als besonders intensiv. "Ich hab da an mir runter geguckt und da waren keine Brüste! Das war mal was Neues…" Gut gebaute Männer erkennen ein ähnliches Phänomen: "Wow, endlich ist der Bierbauch weg!"
Zwischen SD- und HD-Version liegen Welten
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EVE Valkyrie für Oculus RIft in der Vorschau (3)
Als ich im Mai 2013 auf dem Fanfest in Island zum ersten Mal EVE Valkyrie gespielt habe, war es eigentlich noch gar kein Spiel. Es war eine Oculus-Demo, die Mitarbeiter von CCP in ihrer Freizeit programmiert haben. Dass sie es überhaupt der Öffentlichkeit gezeigt haben, ist fast schon ein Zufall. Das interne Team, das daran gebastelt hat, präsentierte dem Management erst im letzten Moment, was sie zeigen wollten. Zu dem Zeitpunkt gab es weder einen Trailer, noch Ingame-Material. Das haben die Entwickler im letzten Moment erst aufgenommen – sprichwörtlich. Ein Mitarbeiter hat es erst Minuten vor der großen Bühnenenthüllung aus dem Studio herangeschafft.
Mittlerweile ist EVE Valkyrie ein richtiges Spiel. Es ist nun offiziell ein Teil des EVE Universums. David Reid, Chief Marketing Officer bei CCP, erklärte Fans in Las Vegas, dass EVE bald schon aufgeteilt ist wie die US-Armee: EVE-Online-Spieler mit ihren dicken Schiffen sind die Navy, Dust-Fans auf Planeten die Army und Valkyrie-Piloten könnten die Air Force sein. CCPs Vision für die Zukunft: All diese Spiele sollen zusammen funktionieren.
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EVE Valkyrie für Oculus RIft in der Vorschau (4)
Die Entwicklung, die Valkyrie in der kurzen Zeit seit der Enthüllung mitgemacht hat, ist phänomenal. In der ersten Version waren die Texturen noch niedrig aufgelöst und daher total verwaschen. Wenn nicht ein roter Kreis Feinde schon von weitem andeuten würde, hätte niemand die grauen Kasten als Raumschiffe erkannt. Dank der neuen Brille und hochaufgelösten Texturen erkennt man nun sogar, welches Modell da auf einen zufliegt. Asteroiden fliegen durch das Kampffeld, wer sie nicht beachtet, prallt an ihnen ab und schadet sich selbst.
Die auffälligste Änderung findet man aber versteckt unter der Glaskuppel. Ein 3D-Radar zeigt dort nun an, aus welcher Richtung Raketen auf einen zufliegen. Auch in der ersten SD-Version war da ein Radar – aber erkennen konnte man darauf nichts. Es hat nur geblinkt, für mehr Inhalt war die kleine Kugel nicht hoch genug ausgelöst. Das hilft enorm: Wer weiß, aus welcher Richtung eine Rakete zufliegt, kann ausweichen und davonfliegen. Ein kurzer Nachbrenner-Turbo ermöglicht das.
Das perfekte VR-Spiel
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EVE Valkyrie für Oculus RIft in der Vorschau (5)
Oculus Rift ist ein interessantes Stück Hardware – aber sieht so wirklich die Zukunft der Videospiele aus? Da bin ich mir noch nicht sicher. Viele Versuche, aktuelle Spiele darauf zu portieren, sind zwar technisch lauffähig, aber inhaltlich total sinnlos. Wieso sollte jemand Action-Adventures oder Rollenspiele wie World of Warcraft mit Oculus Rift spielen wollen? EVE Valkyrie zeigt auf beeindruckende Weise, welches Genre von dieser neuen Technologie profitieren kann. Space-Simulatoren und alle anderen Spiele, die in einem Cockpit stattfinden, ziehen aus der räumlichen Orientierung einen echten Vorteil. Wie toll wäre zum Beispiel ein Forza, in dem man sich in seiner Karre umgucken kann? EVE Valkyrie ist bislang das ausgereifteste und beste Spielkonzept, das mir für die VR-Brille untergekommen ist.
