Im langen Kampf um die Zukunft des Publishers THQ stand hinter beinahe jedem Franchise ein dickes Fragezeichen. Wie viele andere Marken fand glücklicherweise auch die WWE-Lizenz in 2K Games einen fähigen Abnehmer und darf weiter einsam im Genre rund um das Sports Entertainment seine Kreise ziehen. Dabei bleibt auch die Zusammenarbeit mit Entwicklerstudio Yuke's weiter bestehen. Was also kann uns 2K mit der Serienpremiere unter dem neuen Namen WWE 2K14 bieten?
Wrestlemania feiert Geburtstag
Im nächsten Jahr ist es soweit. 2014 wird das wichtigste Event der Wrestlingwelt, Wrestlemania, 30 Jahre alt. Grund genug für Yuke's, diesen Anlass gebührend zu feiern und den Spieler in einem eigenen Spielmodus auf drei Dekaden zurückblicken zu lassen. In den Rollen diverser Wrestlinggrößen wie dem Undertaker, Hulk Hogan, Bret "The Hitman" Hart, oder auch Yukuzuna erleben wir die besten Fehden aus dreißig Jahren. Darunter beispielsweise das allererste Laddermatch zwischen Razor Ramon und dem Heartbreak Kid Shawn Michaels, oder auch das Match der Giganten Hulk Hogan und André The Giant. Eingeleitet werden die Matches durch nostalgische Fotos oder kurze Filmclips mit Originalaufnahmen vergangener Tage. Diese Nostalgie setzt sich im Spielgeschehen fort. Optisch durchwandern wir auch den Wandel der Übertragungsqualität des Fernsehens. Während wir die ersten Wrestlemania-Einzüge der Muskelpakete noch mit leicht grisseligem Bild präsentiert bekommen, erwartet uns in der Moderne aktuelle HD-Technik.
Quelle: 2k Sports
WWE 2K14 im Test (4)
Mit insgesamt 46 Matches bietet der Jubiläumsmodus genug Unterhaltung für so einige Spielstunden. Abseits vom ganzen Rummel um Wrestlemania finden wir den im Vergleich zum letzten THQ-Ableger gleichen Umfang in der Menüauswahl vor. So können wir im Exhibition-Modus jeden Star aus dem implementierten Roster in zig verschiedenen Matcharten gegen einander antreten lassen. In der WWE-Welt schwingen wir uns auch dieses Jahr zum Gehirn hinter dem Wrestling-Geschäft auf, planen Titelmatches, Storylines und schmieden Allianzen. Komplettiert wird das Aufgebot standesgemäß vom seit Jahren bereits extrem umfangreichen Editor. Hier können wir unseren eigenen Wrestler mit allem was zu einem ordentlichen WWE-Star dazu gehört ausstaffieren. Bei allem Umfang muss man aber auch betonen, dass wir diese Inhalte bereits seit mehreren Ausgaben kennen. Zudem hat THQ bereits vor ein paar Jahren mit Legends of Wrestlemania den Retro-Teil der Wrestlemania-Historie abgedeckt – und das im Hinblick auf die Präsentation sogar deutlich besser.
Im Ring nichts Neues
Quelle: 2k Sports
WWE 2K14 im Test (3)
Angekommen im Seilquadrat fühlen sich Serienkenner sofort heimisch. Schläge, Tritte, Whip-Ins, Würfe und Sprünge gehen über die Bedienung der Face-Buttons zügig von der Hand und brauchen keinerlei Eingewöhnungsphase. Auch Signature-Moves und Finishing-Manöver werden, dank einer kleinen Einblendung unterhalb der Spielfigur, dem Spieler so zugänglich wie möglich gemacht. Der Spielfluss ist von Anfang an gegeben und macht auch 2013 eine gute Figur. Die Kampfgeschwindigkeit wechselt je nach Geschmack von langsam zu schnell, was manchmal in Sekundenbruchteilen passieren kann. Hin und wieder erwarten uns im "30 Years of Wrestlemania"-Modus auch kleinere Quicktime Events, die besondere Matchvorgänge cineastisch einfangen. Die größte Problemstelle im Hinblick auf das Gameplay stellt das Kontersystem dar. Über den rechten Trigger des Controllers können wir Angriffe unseres Widersachers blocken oder zu unserem eigenen Vorteil nutzen. Zwar wird per Icon der optimale Zeitpunkt angezeigt, dazu muss man in der Praxis jedoch beinahe jeden Bewegungsablauf auswendig kennen, da das Zeitfenster zwischen Aktion und Reaktion viel zu kurz geraten ist. Gerade bei etwas hartnäckigeren Gegnern ist das eine unnötige Zerreißprobe für den Geduldfaden. Somit ist der gewohnt positive Gesamteindruck der Spielbarkeit ein wenig getrübt.
Technik die nicht mehr begeistert
Quelle: 2k Sports
WWE 2K14 im Test (7)
Weniger positiv fällt die technische Analyse von WWE 2K14 aus. Denn anstatt die Serie endlich einmal einer ausführlichen Generalüberholung zu unterziehen, wird die maßlos veraltete Engine noch ein weiteres Jahr durch die heimischen Wohnzimmer getrieben. Die Entertainer wirken unrealistisch massig statt detailliert, die Gesichtsanimationen in Ingame-Sequenzen sind partiell schier zum Davonlaufen und auch die Kollisionsabfrage ist bei weitem nicht mehr zeitgemäß. Nach dem obligatorischen Clipping, das auch dieses Jahr wieder zu Hauf an Bord ist, fragen Fans des Genres schon seit Jahren nicht mehr. Ebenfalls schon seit Jahren ein Manko: Die Zuschauer. Das Publikum ist noch immer ein wenig detailreicher Einheitsbrei aus groben Texturen und Pappschildern. Sicherlich sind die Einmärsche der Superstars imposant in Szene gesetzt und originalgetreu nachempfunden, jedoch wirken die Bewegungsabläufe alles in allem viel zu ungelenk und unnatürlich. Die Soundkulisse wurde ebenfalls weitestgehend aus dem direkten Vorgänger übernommen und um einige Statements vergangener Tage erweitert. Das Kommentatorenteam gibt sich auch dieses Jahr wieder die Ehre und macht seine Sache gewohnt unauffällig und solide. Zwar sind hier und da auch mal Doppelungen zu entdecken, was für Titel mit eingesprochenem Kommentar mittlerweile Usus ist.
