Lococycle im Test: Der Xbox One Launchtitel, der aussieht wie ein B-Movie und sich spielt wie B-Ware
TestZum Start der Xbox One haben wir eigentlich mit fetten Launchtiteln gerechnet. Mit Grafikblendern, mit tollen Geschichten, mit viel Inhalten. Lococycle nimmt all das auf den Arm. Das Download-Spiel versteht sich als B-Movie und Satire. Leider reicht es nicht mal dazu. Gameplay, Steuerung und Grafik sind einfach nur Mist. Dafür 19,99€ zu verlangen ist eigentlich eine Frechheit.
Vielleicht bin ich ja mit vollkommen falschen Vorstellungen an Lococycle rangegangen. Im Kopf hatte ich ein cooles Motorrad-Game, vielleicht etwas in der Art von Trials. Immerhin hat Twisted Pixel schon fantastische Arcade-Titel herausgebracht. The Maw fand ich ganz angenehm, Splosion Man und Ms. Splosion Man sogar zum Totlachen gut! Bei Lococycle aber weit gefehlt. Schon der Anfang schreckt ab: In amateurhaft gedrehten Realfilmszenen erzählt das Spiel die kümmerliche Hintergrundgeschichte. In Nicaragua stellt ein finsterer Waffenhändler internationalen Abnehmern die neuste Superwaffe vor. Zwei intelligente Motorräder, die sprechen und selbstständig handeln können. Kit lässt grüßen… Bei einem Sturm wird eines der zwei, I.R.I.S., vom Blitz getroffen und schmiedet einen wundervoll dämlichen Plan. Sie will, zusammen mit dem Mechaniker Pablo nach Amerika, um an einer patriotischen Freiheits-Rallye teilzunehmen.
Quelle: Twisted Pixel
Lococycle für Xbox One im Test: Ganz schöner Mist. (7)
Das dumme: Pablo sitzt nicht auf I.R.I.S., sondern verklemmt sich zu Beginn der "Story" mit einem Bein am Hinterrad. I.R.I.S. zieht ihn also den Rest des Spiels hinter sich her. Zu Beginn ist das noch erheiternd. Der Trashfaktor ist so hoch, dass ich kaum glaube was ich da sehe. Aber spätestens nach einer halben Stunde ist die Luft raus. Aus einer Weitwinkel-Perspektive sehe ich das Motorrad die größte Zeit von hinten, steuere es einen vorgegebenen Tunnel hindurch und ballere feindliche Agenten über den Haufen. Sie wollen die Superwaffe zurückholen. Aber erst das Nahkampf-System setzt Lococycle das Bullshit-Krönchen auf. Auf Knopfdruck springt I.R.I.S. vom Boden empor und bekämpft schwebende, Raketenrucksack tragende Roboter. Die Kombos kann man sich einfach merken: Einfach tausendmal hintereinander X drücken, und A zum Kontern. Das nervt mit der Zeit und ist einfach nur flach.
Technisch eine Gurke
Quelle: Twisted Pixel
Lococycle für Xbox One im Test: Ganz schöner Mist. (13)
Ich gebe zu: Der Anfang hat mir echt noch Spaß gemacht. Die Geschichte von Lococycle war so absurd, dass sie lustig wurde. Aber mit der Zeit brennt sich einfach immer heftiger eine Frage in meinen Kopf: Ist das wirklich Next-Gen? Brauche ich wirklich eine 500€ teure Xbox One, um ein Spiel wie Lococycle zu spielen? Das muss ich mit einem klaren Nein beantworten. Lococycle sieht nicht aus wie ein Next-Gen-Titel. Gott, es sieht nicht mal aus wie ein Current-Gen-Titel! Manch ein Tablet-Spiel für iPad und Co. sieht heute besser aus und kann darüber hinaus auch noch mit ausgereifteren Gameplay-Elementen aufwarten. Lococycle spielt sich von Anfang an wie die Schnapsidee, die ein verrückter Programmierer vor zehn Jahren hatte. Sorry, Twisted Pixel… Aber selbst damals wäre Lococycle schon schlecht gewesen.
