Plants vs. Zombies: Garden Warfare in der Vorschau: Mit Abstand der lustigste Shooter der Xbox One
SpecialElectronic Arts verschmelzt Plants vs. Zombies mit Battlefield und macht daraus so ein Comic-Ding nach Valves Vorbild Team Fortress 2. Wir haben den Shooter für Xbox One nun angespielt und sind begeistert: Garden Warfare ist einer der wenigen richtig guten Titel für die Xbox One bis Titanfall kommt.
Ich liebe Plants vs. Zombies. Vermutlich habe ich mit diesem Tower-Defense-Spiel mehr Zeit in U-Bahnen, Flugzeugen, auf dem Klo und im Bett verbracht als mit jedem ernstzunehmenden AAA-Titel. Meine zweite große Zocker-Liebe ist Battlefield. Als Electronic Arts auf der E3 2013 Plants vs. Zombies: Garden Warfare angekündigt hat, war ich total aus dem Häuschen. Im Video-Fazit erklärte ich den unscheinbaren Titel zu meinem Highlight der Messe – ohne ihn je angespielt zu haben!
Manch kritischerer Geist war weniger optimistisch. Electronic Arts, ohnehin schon nicht der beliebteste Publisher der Welt, hatte eben erst mit Syndicate bewiesen, dass man nicht aus jeder Marke einen dahingerotzten Shooter machen kann. Und ausgerechnet Plants vs. Zombies? Das fanden viele plump. EA wolle nur die beliebte Marke melken, hieß es. Ich kann nun Entwarnung geben: Plants vs. Zombies: Garden Warfare ist tatsächlich genauso witzig wie ich vermutet habe. Schweigt still, Kritiker! Auf kurze Zeit (naja, bis Titanfall halt rauskommt) könnte Garden Warfare einer der besten Shooter für die Xbox One sein. Denn Garden Warfare ist viel mehr wie Team Fortress 2 und kein billiges Cross-Over von Plants vs. Zombies und Battlefield.
Ein anständiger Klassenmix
Quelle: Popcap
Plants vs. Zombies: Garden Warfare: Irre lustig und tatsächlich gut. (3)
Die namensgebenden Pflanzen und Zombies aus PvZ gehören mittlerweile für viele bereits zu den ikonischsten Videospiel-Figuren dieser Zeit. Klar, dass sie sich hervorragend eignen, um daraus Spielerklassen zu machen. Während im Tower-Defense-Strategiespiel die Sonnenblume Ressourcen ausspuckt, ist sie in Garden Warfare die Heilerklasse. Mit ihr kann man andere Spieler direkt via Sonnenstrahl heilen oder einen Pflanzentopf auf dem Boden absetzen, der alle im Umkreis heilt. Ein zweiter Strahl macht, neben den normalen Angriffen der Sonnenblume, Schaden auf Zeit bei Gegnern. Das macht die Klasse zu einer der wichtigsten im ganzen Spiel. Die Erbsenschleuder, im Original die erste und bekannteste Pflanze, erinnert an die Soldaten-Klassen aus Battlefield. Die Erbsen rattern wie aus einem Automatikgewehr. Sie machen zwar nicht viel Schaden, aber die hohe Feuerrate macht das wieder wett. Durch eine Spezialfähigkeit kann sich der Erbsen-Spieler im Boden "eingraben" und die Öffnung vorne zum Gatling-Geschütz ausbauen. Für einen kurzen Moment verwandelt man sich in Rambo und ballert alles kurz und klein. Die beiden Klassen sind schon relativ bekannt. Neu hingegen ist der "Chomper". Diese violette Pflanze erinnert an den Spy aus Valves Team Fortress, weil sie sich im Boden eingraben kann und unterirdisch hinter die feindlichen Linien kriecht. Die Geheimwaffe des Chompers: Wenn er hinter einem Feind steht und zubeißt, verschlingt er den Gegner. One-Hit-Kill, er ist sofort tot und kann nicht entkommen!
Quelle: Popcap
Plants vs. Zombies: Garden Warfare: Irre lustig und tatsächlich gut. (4)
Die Zombies sind natürlich nicht auf den Kopf gefallen (auch wenn manche von ihnen ziemlich hirnlos klingen). Auch sie haben sich in unterschiedliche Klassen aufgeteilt. Auch auf dieser Seite das gewohnte Bild: Eine Klasse heilt, eine ballert soldatisch rum, der Engineer baut sogar Deckungsgegenstände auf, hinter denen man sich verstecken kann. Heraus sticht aber der All-Star. Er erinnert frappierend an den Heavy aus Team Fortress 2 und trägt den Skin des Football-Zombies. Dank der Sport-Ausrüstung ist er gut gepanzert und hält einiges aus. Zu allem Überfluss bewegt er sich auch noch auf einem Presslufthammer fort. Seine Spezialfähigkeit: Den Motor für ein paar Momente hochsausen lassen und alle Feinde in der näheren Umgebung mit Topspeed einfach kaputt-meißeln.
Die Klassen ergänzen sich perfekt. Das hundertprozentige Stein-Schere-Papier-Prinzip von Battlefield fehlt zwar, denn theoretisch kann jede Klasse mit jeder auskommen. Aber wer zusammenspielt, hat einen argen Vorteil. In einer Runde habe ich mich beim Hands-On beispielsweise mit einem Engineer auf einer erhöhten Position der Karte eingegraben. Er hat um mich herum Deckung aufgebaut und mich vor Eindringlingen beschützt, ich habe von dort beharrlich Feinde unter Beschuss genommen und Freunde selbst über weite Strecken geheilt. Unser Zweier-Team war fast unschlagbar – bis ein Sniper eine Drohne geschickt hat, die einen Luftschlag auslöst.
Level-Aufstiege, Freischaltungen und neue Waffen sorgen für Langzeitspaß
Quelle: Youtube
Plants vs. Zombies: Garden Warfare: Irre lustig und tatsächlich gut. (6)
Insgesamt drei Spielmodi bietet Plants vs. Zombies: Garden Warfare. Zwei Mannschaften mit je bis zu 12 Spielern treten im "Gärten und Friedhöfe" gegeneinander an. Die Pflanzen verteidigen dabei ihre Garten-Stützpunkte, während die Zombies versuchen, diese in Friedhöfe zu verwandeln. Der Modus erinnert an Rush aus Battlefield und ist sehr zielbasiert. In "Teamsieg" spielen ebenfalls zwei Mannschaften mit je bis zu 12 Spielern. Doch in Teamsieg geht es einzig und allein um Kills – klassisches Team-Deathmatch also. Das "Gartenkommando" ist ein Koop-Modus für vier Spieler. Er erinnert an den Horde-Modus von Gears of War.
Bei Laune hält Garden Warfare seine Spieler aber vor allem mit Freischaltungen, Level-Aufstiegen und neuen Waffen und Aufträgen. In jedem Spiel bekommt man zusätzlich zum eigentlichen Shooter-Gameplay Meta-Missionen, etwa X Gegner mit der Erbsenkanone zu töten oder Freunde zu heilen. Mit diesen Punkten schaltet man mit der Zeit neue Waffen und Skins für seine Charaktere frei. Der Kaktus, die Sniper-Klasse der Pflanzen, kann man so etwa mit Eisarmen ausrüsten. Wenn der nun einen Gegner trifft, verlangsamt ihn das Eis. Aber nicht alle Freischaltungen sind auch spieltechnischer Natur. Mit der Zeit schaltet man immer mehr alberne Skins frei, etwa einen "deutschen Bart". Der Porno-Schnauzer ist eines meiner Highlights. So lassen sich die Klassen optisch zumindest individualisieren.
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Plants vs. Zombies: Garden Warfare: Irre lustig und tatsächlich gut. (8)
Am Ende eine Runde fehlt aber etwas, was mittlerweile zum Shooter-Genre einfach dazugehört. Im Scoreboard sieht man zwar, wie viele Punkte man gemacht hat und vergleicht sich mit anderen Spielern, eine detaillierte Auflistung gibt es aber nicht. Genau die wünschen sich wettbewerbsorientierte Shooter-Fans aber. Natürlich wollen sie nicht nur wissen, wie viele Punkte sie gemacht haben, sondern auch wie viele Kills, wie viele Teamunterstützungen und wie oft sie starben. Die Kill/Death-Ratio ist einer der wichtigsten Gradmesser im kompetitiven Shooter-Genre – und sie fehlt komplett!
Plants vs. Zombies: Garden Warfare erscheint in Deutschland am 20. Februar 2014 für Xbox One und Xbox 360. Für Microsofts Next-Gen-Konsole kostet der Third-Person-Shooter 40€, für die dann schon Old-Gen-360 30€. Eine PC-Version sowie Playstation-Ableger werden zu einem späteren Zeitpunkt folgen – PopCap hat den Titel zeitexklusiv an Microsoft vergeben. Garden Warfare ist ein reiner Online-Shooter.
