Da laust mich doch der Affe! Microsoft spendiert uns zum Start der Xbox One tatsächlich exklusive einen neuen Zoo Tycoon Ableger und spricht damit vor allem jüngere Spieler an. Tierisch überzeugend? Kommt auf den Betrachtungswinkel an. Die wilden Tiere sind ja durchaus putzig animiert. Das Gameplay dahinter aber fällt eher schwach aus. Die Gründe dafür klären wir im Test.
Wenn der Löwe brüllt und der Elefant mit dem Wasser spritzt, ist der Lemur nicht weit entfernt. Dieser tollt mit dem Animateur durch die Gassen des Tierparks und erfreut vor allem junge Besucher. Willkommen in der neuen Ära als frisch gebackener Zoo Tycoon. Nach dem letzten Ableger aus dem Jahre 2008 serviert uns Entwickler Frontier unter den Fittichen von Microsoft einen Neustart der beliebten Simulation. Nach wie vor ist das Hauptziel das erfolgreiche Führen eines Zoos. Da gehört die Pflege der einzelnen Tiere dazu, aber auch um die Belange der Besucher des Parks muss man sich kümmern. Denn während die putzigen Äffchen, Antilopen, Bären und zahlreiche weitere tierische Gefährten nur an den Vorräten knabbern, bringen die Zuschauer dicke Portemonnaies mit in den Park und befüllen dank der Eintrittspreise, Burger-Buden und Gechenkeladen die Kassen.
Quelle: Microsoft
Zoo Tycoon für Xbox One im Test (6)
Ohne Tutorial in das Abenteuer einzutauchen ist wagemutig und nicht zu empfehlen. Trotz zahlreicher Vereinfachungen im Aufbau des Parks und vor allem bezüglich der wirtschaftlichen Führung ist aller Anfang schwer. Schuld daran ist mitunter das verschachtelte Menü. Einzelne Tiere in den Gehegen können wir zum Beispiel nicht direkt mit dem Cursor anwählen. Man ackert sich zunächst mühselig durch einige Optionen, bis die Kamera tatsächlich auf die putzigen Viecher zoomt und wir den Bewohnern des Parks über die Schulter schauen können. Es ist gar nicht so einfach, den Zustand des Parks und das Befinden der Tiere auf einem Blick zu erfassen. Daran muss man sich erst gewöhnen und auch nach Stunden verliert man sich immer wieder in an den Optionen und Möglichkeiten. Für die jüngsten Spieler könnte das alles zu viel werde – dabei haben wir bisher nur an der Oberfläche der Spielmöglichkeiten gekratzt. An anderer Stelle stellt Zoo Tycoon aber wieder zu wenig Spieltiefe zur Verfügung, um wirkliche Simulations-Fans überzeugen zu können.
Ein Park wie aus dem Bestellkatalog
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Zoo Tycoon für Xbox One im Test (5)
Bevor die Tiere den Park beleben, gilt es passende Habitate zu errichten. Leider stehen uns nur komplett vorgefertigte Gehege zur Verfügung. Man wählt zwischen klein, mittel und groß, der passenden Fauna und platziert die meist runde Anlage irgendwo im Grünen. Die Wege darum herum ermittelt das Spiel von selbst. Darauf haben wir leider überhaupt keinen Einfluss. In die Gehege werden Futterstellen, Wasserduschen und Spielsachen an vorgegebenen Plätzen aufgestellt. Schon ist das neue Zuhause für die wilden Tiere fertig. Sicherlich ganz gut für Neueinsteiger und Kids, die sich lieber auf die niedlichen Tiere konzentrieren möchten. Einem wahren Zoo Tycoon fehlt aber die künstlerische Freiheit. Wir können den Zoo gar nicht wirklich nach unserem Geschmack gestalten. Jedes Gehege gleicher Art sieht immer identisch aus und bezüglich der Wegplanung lässt man uns keinen Deut mitreden. Klar, die Toiletten für die Notdurft der Zoobesucher, die Fressbuden und auch die Gehege kann man nach Herzenslust frei platzieren. Auch ein paar Dekorationen lassen sich per Knopfdruck und dem nötigen Kleingeld auftreiben. Alles andere wirkt aber wie aus einem simplen Baukasten und macht kaum wirklich was her.
Das allgemeine Wirtschaftssystem ist ähnlich rudimentär und simpel wie der vorherige Aufbau des Zoos. Eintrittspreise lassen sich durchaus festlegen. Wie viel Geld die Besucher für einen Burger mit Pommes Frites und einer Limo auf den Tisch legen ist ebenfalls einstellbar. Die Auswahl wird aber wie bei der Habitat-Größe auf niedrig, mittel und hoch beschränkt. Lager müssen nicht befüllt werden und vor allem im freien Spielmodus herrscht kaum Geldmangel. In diesem habt ihr alle Zeit der Welt um euren Traumzoo zu erreichen – sagen wir mal, soweit es die nicht vorhandenen kreativen Möglichkeiten natürlich zulassen. Anspruchsvoller ist die Kampagne und der zusätzliche Herausforderungsmodus. Hier gilt es auf Zeitaufgaben zu erfüllen bzw. mit dem vorhandenen Restgeld den Park zu retten. Nicht immer einfach, weil die Uhr gnadenlos herunter tickt und die Wege durch die zahlreichen Menüs uns doch oft genug zu viel Zeit und Mühen kosten. Da kann es durchaus daran scheitern, dass eine Aufgabe nicht erledigt werden konnte, weil man einfach nicht die richtigen Optionen zur rechten Zeit gefunden hat.
Komplexität? Von wegen!
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Zoo Tycoon für Xbox One im Test (1)
Zoo Tycoon gaukelt bisweilen aber eine unglaubliche Komplexität als Wirtschaftssimulation vor. Von Beginn an muss man sich als Hauptaufseher und Besitzer des Tierparks ja wirklich um jede Kleinigkeit kümmern. Jedes Häufchen im Gehege wird von Hand weg geschaufelt. Diese stinkenden Hinterlassenschaften möchte schließlich weder Besucher noch der Bewohner auf Dauer ertragen. Jeder Trog wird einzeln mit dem passenden Futter nachgefüllt. Wir wollen ja auch kein Tier verhungern lassen. Äußerst lästige Kleinaufgaben, da auch hier die Steuerung und Menüs uns alles andere als zur Hand gehen. Erst später gibt es passendes Personal, welches sich um die lästige Kleinaufgaben kümmert. Ganz nebenbei kann man mit den Tieren interagieren, sie z. B. mit Wasser abspritzen oder gar sich zum Affen machen, indem man wilde Figuren imitiert. Die Primaten machen gern allen Schabernack mit und schlagen Purzelbäume. Kurzweilige spielerische Unterhaltung, mehr aber auch nicht. Ja, es gibt durchaus einiges zu tun in Zoo Tycoon. Das ist aber nicht unbedingt das, was sich ein Simulations-Fan wirklich von diesem Spiel erträumt hat. Er möchte das Kassenbuch wälzen, an Statistiken feilen und wirklich anspruchsvolle Führungsaufgaben übernehmen. Doch das kann uns Zoo Tycoon leider nicht bieten.
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Zoo Tycoon für Xbox One im Test (2)
Eines muss man den Entwicklern aber dennoch lassen. Die Animationen der Tiere sind überwältigend. Ich möchte hier stellvertretend für die unzähligen Arten in diesem Spiel vor allem auf die afrikanischen Tiere eingehen, da ich viele dieser vor kurzem in freier Wildbahn beobachten durfte. Wenn ich z. B. den Dickhäutern in ihrem täglichen Trott zuschaue, fühle ich mich wie auf Safari. Die Elefanten schlackern mit den Ohren, die Muskelstränge des massigen Körpers bewegen sich mit jedem Schritt und wenn sie mich mit Wasser bespritzen, bleibt ein freudiges Lächeln nicht aus. Abgesehen davon macht der Park aber leider nicht viel her. Nur wenige Besucher beleben neben den Tieren den Zoo. Sie dienen als Zierde, denn individuelle Bedürfnisse gibt es nicht. Zoo Tycoon bringt alles auf einen Nenner. Haben die Besucher Hunger, wird einfach irgendwo eine Fritten-Bude errichtet oder eine vorhandene verbessert. Fertig! Grafisch erwartet uns auch keine Bombe. Viel mehr sieht Zyoo Tycoon wie ein alternder Xbox 360 Titel aus. Ob sich die Version für die vorherige Konsolengeneration wirklich nur kaum vom Xbox One Ableger unterscheidet, konnten wir mangels Muster leider nicht vergleichen.
