Skylanders: Swap Force im Test: Wer nach familientauglichen Spielen für die Next-Gen sucht wird bei diesem DLC-Fest fündig
TestNach Call of Duty ist Skylanders die profitabelste Marke, die Activision derzeit im Portfolio hat. Mehr als eine Milliarden Dollar geben Eltern und erwachsene Fans für die Sammelfiguren aus. Überraschend: Zum Start der Next-Gen-Konsolen ist Swap Force das einzige kinderfreundliche Spiel für Familien, wenn man das langweilige Knack ignoriert.
Knack hätte so toll sein können… Aus den vielen Elementen und Relikten, aus denen die Hauptfigur besteht, hätte Sony ein richtig gutes Rätselabenteuer basteln können. Danach sah der Titel jedenfalls bei seiner Enthüllung aus. Am Ende entpuppte sich das Action-Adventure als lahme, repetitive Krücke. Die spannenden Ideen blieben ungenutzt zurück. Wer für seine Kinder und sich trotzdem ein familienfreundliches Spiel sucht, wird nun ausgerechnet bei Third-Party-Entwicklern fündig: Activision liefert mit Skylanders: Swap Force für Playstation 4 und Xbox One das spannendste Abenteuer für Kids ab – aber auch das teuerste.
Neue Basisstation Pflicht
Quelle: Activision
Skylanders: Swap Force im Test (3)
Schlechte Nachrichten für Multi-Plattformer: Wer bereits eine Current-Gen-Version von Skylanders: Swap Force zu Hause hat, kann weder ein vergünstigtes Upgrade kaufen, wie es bei Call of Duty: Ghosts der Fall ist, noch ein Portal der Vorgängerversion hernehmen. Playstation 4 und Xbox One akzeptieren die alten, per USB angeschlossenen Basisstationen nicht und benötigen eigene Stationen. Kurios ist, dass die auch per USB angeschlossen sind und sich rein äußerlich nicht von den Vorgängern unterscheiden. Figuren jedoch sind universell einsetzbar. Und zwar nicht nur die neuen aus Swap Force – das kunterbunte Abenteuer in den Skylands liest auch die Figuren der Vorgänger Giants und Spyros Adventure ein.
Die Grundidee hinter Skylanders ist so einfach wie genial: In dem Action-Adventure will der böse Magier Kaos die Welt der Skylanders einnehmen. Der Portalmeister, sozusagen das Meta-Alter-Ego setzt sich gegen den Fiesling zur Wehr – mit den namensgebenden Skylanders. Die gibt es als reale Spielfiguren zu kaufen. Per RFID übertragen sie ein Signal ins Spiel. Den Protagonisten muss man scih im stationären Handel kaufen, das treibt die Idee von DLCs auf die Spitze. Zwischen 10 und 20 Euro kosten die Figuren, mehrere Dutzend gibt es bereits. Skylanders: Swap Force führt 16 neue Monster ein, nur zwei davon liegen dem Starter Pack bei.
Quelle: Activision
Skylanders: Swap Force im Test (4)
Neu an Swap Force ist, der Name verrät es schon, dass man Figuren vermischen kann. Jede neue Spielfigur lässt sich in der Mitte auseinander nehmen und mit einem Magneten an ein anderes Unterteil anheften. So kombiniert man Elemente, etwa die flinken Beine eines Feuer-Elementars mit dem wuchtigen Oberkörper eines Hammerschwingenden Steinriesen. Aus den 16 Grundfiguren kann man also rechnerisch 256 Kombinationen bauen. Damit man sich dabei nicht gleich ausgeraubt fühlt, hat Activision die Funktion auch ins Gameplay angepasst. Manche Geheimtüren und Minispiele kann man nur erreichen, wenn man die richtigen Kombinationen zusammenbaut. Durchspielen kann man Swap Force zwar auch mit den zwei beiliegenden Figuren – aber viel von seinem Inhalt verbirgt Activision hinter dieser fiesen Paywall. Die Taktik funktioniert: Wer in der Vorweihnachtszeit Skylanders-Firguren im Spielwarenhandel kaufen will, beobachtet absurde Szenen. Activision macht das ganz schlau: Wie die Quengelware an der Supermarktkasse setzen die Macher darauf, dass die Eltern irgendwann nachgeben und den Sprösslingen ihre Figürchen gönnen. Unter (erwachsenen) Sammlern sind rare Sonderfiguren aber sogar mehrere Hundert Euro wert, reines Kinderspielzeug ist Skylanders nämlich nicht.
Unterhaltsames Gameplay, riesiger Umfang
Quelle: Activision
Skylanders: Swap Force im Test (5)
Skylanders wäre freilich nicht der Milliarden-Seller, wenn Spieler sich nur über den Tisch gezogen fühlen würden. Hinter Swap Force steckt tatsächlich ein unterhaltsames, wenn auch nicht zu forderndes Action-Adventure. Zum ersten Mal in der Geschichte der Serie können die Protagonisten hüpfen. Dadurch entstehen Jump-&-Run-Szenen, die ab und an Spaß machen. Die Steuerung reagiert zwar etwas träge, aber ein wichtiges Kernelement ist hüpfen nicht. Früher konnten die Skylanders höhere Kartenebenen nur auf speziellen Sprungfedern erreichen. Das fühlte sich arg geskriptet an. Swap Force ist zwar weit davon entfernt ein Open World Game zu sein, man fühlt sich jeder freier und offener auf der bunten Spielwelt.
Wie es sich für ein Familienspiel gehört, muss man Skylanders nicht allein spielen. Mit maximal zwei Spielern kann man die verrückte Comic-Welt lokal im Koop erkunden. Rätsel, Kämpfe und Sprungpassagen gehören zur Tagesordnung – allzu kompliziert ist Swap Force allerdings nicht. Dafür aber unheimlich umfangreich! Wer die nötigen Spielfiguren besitzt, kann Unmengen von Herausforderungen, Geheimgänge und Minispiele freischalten und seine Skylanders aufleveln. Die Schwierigkeit in Swap Force besteht nicht darin ein Level zu beenden – das ist sogar ziemlich einfach, damit selbst die Jüngsten frustfrei durchkommen – die Schwierigkeit besteht darin, auch die höheren Gold-Herausforderungen und optionalen Ziele zu packen und all die versteckten Objekte in der Welt zu finden.
Hübsche Next-Gen-Version
Quelle: Activision
Skylanders: Swap Force im Test (9)
Dass man ausgerechnet bei einem Multi-Plattformer für Kinder den Sprung von Current-Gen zu Next-Gen am krassesten sieht, überraschte uns schon. Selbst Grafikhighlights wie Battlefield 4 und Need for Speed: Rivals unterscheiden sich auf Playstation 4 und Xbox One nur marginal von ihren Vorgängern. Die Engine von Skylanders: Swap Force hingegen hat Activision von Anfang an auf die neue Konsolengeneration ausgelegt. Auch wenn Comic-Grafik an sich vom Alterungsprozess in Spielen eher nicht betroffen ist – die native 1080p-Auflösung, die harten Kontraste und der gefühlt höhere Farbenreichtum tun Swap Force sichtlich gut! Seinen uninspirierten Exklusiv-Konkurrenten Knack steckt Skylanders: Swap Force jedenfalls locker in die Tasche.
