Paranormal Activity: Die Gezeichneten - Dämonisches Hexenwerk auf Wackelvideo gebannt

Special Peter Grubmair

Christopher Landons Paranormal Activity: Die Gezeichneten trägt keine 5 im Titel, obwohl es sich - anders als bei Paranormal Activity: Tokyo Night - wirklich um einen offiziellen Ableger der Serie handelt. Dies liegt wohl darin begründet, dass der Film nun einen etwas anderen Weg einschlug, als die vier bekannten Vorgänger der Gruselfilme. Ob uns das noch genau so faszinieren konnte wie die spannenden Szenen der Überwachungskameras, oder ob sich das Konzept vielleicht langsam totläuft, erfahrt ihr in unserer Filmkritik.

Ich muss mich gleich zu Beginn des Artikels als Paranormal Activity-Fan outen. Schon der erste Teil zog mich voll in seinen Bann. Das Spiel mit den Überwachungskameras, welches einen als Zuschauer dazu verdammte jedes Detail auf der Leinwand genaustens zu beobachten um dann bei der kleinsten Bewegung wohlig erschauern zu können, gefiel mir sehr gut. Auch das Scheibchenweise Aufdecken des Grundes für die unheimlichen Erscheinungen über die Serie hinweg, empfand ich als durchaus gelungen. Umso gespannter war ich also, was mich nun in Paranormal Activity: Die Gezeichneten erwarten würde, welches auch als "Latino-Spin-Off" bezeichnet wird, was schon sagt wo es langgeht.

Paranormal Activity: Die Gezeichneten (4) Quelle: Paramount Pictures Paranormal Activity: Die Gezeichneten (4) Im Mittelpunkt stehen nun nämlich zwei Teenager, die machen was Teenager den Klischees entsprechend eben so machen. Mit der Videokamera in der Hand dokumentieren sie wie sie ihre Tage verbringen, was für den Zuschauer in einer Aneinanderreihung von Wackelbildern mündet, wie man es seit Blair Witch Project nicht mehr gesehen hat. Wer sich das Werk also antut, sollte sich im Kino tunlichst Plätze möglichst weit hinten besorgen, denn Regisseur Christopher Landon kennt keine Gnade und hält den Stil bis zur letzten Minute durch. Die Zeiten der Überwachungskameras sind damit vorbei. Kein gespanntes Absuchen der immer gleichen Szene mehr, dafür viele Eindrücke aus dem Lebensumfeld der Protagonisten, bis der Streifen endlich in Fahrt kommt.

Paranormal Activity: Die Gezeichneten (2) Quelle: Paramount Pictures Paranormal Activity: Die Gezeichneten (2) Das geschieht in dem Augenblick, als im Haus von Jesse (Andrew Jacobs) und Hector (Jorge Diaz) eine alte Frau stirbt. Neugierig wie die Zwei sind, dringen sie in der Nacht in ihre Wohnung ein und entdecken, womit sie nicht gerechnet hätten. Ganz offensichtlich beschäftigte sich die alte Dame mit okkulten Dingen, was für sich alleine schon gruselig genug wäre, wird aber erst richtig ernst, als sie alte Videokassetten aufstöbern, auf denen Aufnahmen der Kinder Katie und Kristi zu sehen sind, sowie ein Bild von Jesse selbst. Kein Wunder also, dass er sich fragt, was die seltsamen Vorgänge mit ihm zu tun haben. Als Jesse dann auch noch anfängt paranormale Fähigkeiten zu entwickeln und ein altes Senso-Spiel benutzt um mit den Geistern zu kommunizieren, entfernt sich der Film vollends von seinen Vorgängern. Anders seine Freunde. Trotz permanenten Angstzustandes bleiben sie an seiner Seite und nehmen den Kampf auf, was plötzlich Action in die Sache bringt.

Statt subtilen Horror, der sich im Kopf des Betrachters abspielt, setzt man nämlich voll auf Schockeffekte. Permanent muss man damit rechnen, dass die Kamera einen wilden Schlenker macht und man für Sekundenbruchteile mit dem Schrecklichen konfrontiert wird, bevor es dann wieder viel Geschrei, Geheule und Gelaufe gibt. Immer mit dabei die Videokamera, welche über eine unendliche Akkukapazität zu verfügen scheint.

Paranormal Activity: Die Gezeichneten (3) Quelle: Paramount Pictures Paranormal Activity: Die Gezeichneten (3) Besonders im letzten Drittel dann, wenn die Pumpguns ausgepackt werden und die Jungs und ihr Freundeskreis eine regelrechte Jagd beginnen, nimmt der Film zwar mächtig an Fahrt auf, entfernt sich aber vollends von seinen Vorgängern. Doch auch wenn dem so ist, schafft er es trotzdem die Fans der Serie zufrieden zu stellen. Denn es gibt diverse Links in die Vergangenheit, auch wenn in meinen Augen nicht wirklich alles so sauber ineinandergreift, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Dabei kann ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, doch das Wirre Konglomerat aus Hexerei, Flüchen, Dämonen und Beschwörungen wirkte auf mich nicht wirklich überzeugend, um nicht zu sagen konstruiert. Hauptsache es liefert einen Grund für plötzlich in der Dunkelheit auftauchende Gestalten.

Meinung

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