Zwei Männer, die schon immer Parodien drehten: Aaron Seltzer und Jason Friedberg bringen nach Fantastic Movie, Date Movie und Beilight - Biss zum Abendbrot diesen Donnerstag einen neuen dämlichen Film in die Kinos: Die Pute von Panem. Warum die Parodie keinen Kinobesuch wert ist, verrät Sandro Odak in der Filmkritik.
Da geht man einmal privat ins Kino, nicht der Arbeit wegen, und hofft auf einen guten Film in der Sneak Preview. Es war der 01.01.2014. Der Alkoholpegel von der Silvesternacht zuvor war noch nicht ganz weg und Massen von Menschen erwartete ich sicherlich nicht an genau diesem Tag im Kino. Ich war also drauf vorbereitet, dass vermutlich nicht der allergrößte Film der Welt laufen wird. Selten lag ich so falsch. Am 01.01., also am ERSTENERSTEN!, habe ich stattdessen den schlechtesten Film des Jahres gesehen: Die Pute von Panem.
Quelle: Universum Film
Die ohnehin schon übertriebene TV-Zeremonie wird ins lächerliche gezogen.
Gedreht von zwei Männern, Aaron Seltzer und Jason Friedberg, deren Lebensaufgabe es seit Jahren ist, Kinogänger mit plumpen, dummen Parodien von erfolgreichen Filmen zu nerven. "Fantastic Movie", "Date Movie" und "Die Spartaner, meine Frau und ich" sind nur einige Beispiele des bodenlosen Portfolios der beiden. 2010 drehten die Spaßkanonen sogar eine Twilight-Parodie mit dem perfekten deutschen Titel Beilight – Biss zum Abendbrot. Guter Stoff für Comedians, möchte man meinen. Doch die beiden haben sogar das in den Sand gesetzt. Wie soll es das Duo von Traumtänzern dann schaffen, eine Serie zu parodieren, die schon selbstkritische und sarkastische Einschübe hat?
Die zwei talentlosen Regisseure machen es über ihre bekannte Masche und stellen das Originalwerk nicht etwa in einen Gesamtkontext, sondern arbeiten sich Szene für Szene ab und verdummen die Charaktere ein bisschen. Die Protagonistin Kantmiss Evershot (Maiara Walsh) freut sich beispielsweise bei der albern und technisch unter aller Kanone umgesetzten Auswahlzeremonie für die Tribute wie ein Schnitzel, dass sie nicht gewählt wurde. Erst als die Schwester mit Hundeblick nachfragt, erklärt sie sich freiwillig bereit in die Arena zu steigen. So kommt "Die Pute von Panem" auch den Rest seiner Laufzeit nicht mit einem Fitzelchen Subtext aus. Die Autoren erklären jeden Gag, gerne auch mehrmals. Dabei ist doch die goldene Regel des Humors: "Wenn du deinen Witz erklären muss, ist er nicht lustig." Die Holzhammermethode, mit der die Macher Humor vermitteln, tut in den Augen weh.
Quelle: Universum Film
Auch vor Avatar-Witzen machen die Regisseure nicht Halt.
Als wäre eine Parodie von Tribute von Panem nicht schon genug, vermischen Seltzer und Friedberg ihr Machwerk auch mit Figuren aus anderen Filmen. Die Avengers tauchen in einer Gastrolle auf (und explodieren), Gandalf und die Zwerge aus dem Hobbit haben ein Gastspiel (und machen sich als perverse alte Männer an Kantmiss ran, völlig aus dem Kontext!) und sogar die Expendables ballern mal wild um sich. Welches Publikum die beiden mit "Die Pute von Panem" ansprechen, offenbaren sie in einer Zwischenszene aus dem Arena-Off. Darin tanzen Frauen lasziv in knappen Kleidchen und übergroßen Brustwarzen herum. Abgerundet wird es von Spermawitzen und ähnlichen Flachem. Ehrlich: Nicht einmal ein pubertierender Zwölfjähriger wird das lustig oder sogar ansprechend finden.
Quelle: Universum Film
Was darf in einer Panem-Parodie nicht fehlen? Sylvester Stallone.
Wenn schon Drehbuch und Regie nicht stimmt, dann kann es mit dem "Production Value", also dem Produktionsaufwand und der Professionalität, mit der die Bilder gemacht wurden, auch nicht weit her sein. Tatsächlich wirken gerade die Eingangsszenen zu Beginn billig gedreht. Die Spezialeffekte, etwa das brennende Kleid von Kantmiss bei der TV-Vorstellung, wirken amateurhaft. Selbst der Cast überzeugt in kaum einer Szene. Maiara Walsh kennen Amazon-Instant-Video-Abonnenten aus der gefloppten Pilotfolge einer Zombieland-Serie, die selbst für hartgesottene Fans zu stumpf war. Co-Star Cody Christian, der Peter Dalarky spielt, verkommt zu einer angeschwulten Memme. Die wenigen lustigen Momente zerstören die Macher mit dämlichen Kommentaren oder indem sie einem mit dem Holzhammer noch mehr "Humor" aufzwängen wollen.
Die Pute von Panem - The Starving Games startet am 09.01.2014 in deutschen Kinos. Der Film geht 83 Minuten und hat eine FSK-Fgabe ab 12 Jahren.
