Yaiba: Ninja Gaiden Z in der Vorschau: Zombies gegen Ninjas, was kann da schiefgehen?

Special Sandro Odak

Westliche Zombies treffen auf fernöstliche Ninjas. Amerikanischer Comic-Stil trifft auf durchgeknallte Japaner-Ideen. Yaiba: Ninja Gaiden Z ist ein Kultur-Crash und ein abgedrehtes, geradliniges Action-Abenteuer. Einfach losschnetzeln, über Story, Charaktere und Tiefgang muss man sich keinen Kopf zerbrechen.

Ganz hochgestochen kann man Yaiba: Ninja Gaiden Z als ein kulturelles Crossover bezeichnen. Ein Mix aus westlicher Popkultur und fernöstlicher Kampfkunst. Executive Producer Keiji Inafume betont auch, dass gerade deswegen gleich drei Studios zusammenarbeiten. Spark Unlimited aus Kalifornien sorgt für amerikanischen Comic-Stil und Technik, Comcept aus Tokio mit Inafume an der Spitze für absurde Ideen und Team Ninja für das bekannte Gameplay. Wenn man so will, ist Yaiba: Ninja Gaiden Z also ein interkulturelles Kunstwerk. Völkerverständigung fast schon! Oder auch einfach nur: Eine ziemlich abgedrehte Ninja-Zombie-Gewaltorgie!

Screenshot aus Yaiba: Ninja Gaiden Z Quelle: Deep Silver Screenshot aus Yaiba: Ninja Gaiden Z Mit viel Geschichte hält sich Yaiba daher auch nicht auf. Protagonist Kamikaze Yaiba tritt gegen Ninja-Gaiden-Held Ryu Hayabusa an und verliert den Kampf. Er verliert aber noch mehr: Seinen Arm. Und sein Leben! Doch eine mysteriöse Gesellschaft holt ihn aus dem Tod zurück ins Leben. Sie basteln ihm einen neuen Robo-Arm dran, unter der Bedingung, dass er sich um eine fiese Zombieplage kümmert. Fortan geht es dann rund um die Welt, eben diese Zombies schlachten. Im gewohnten Ninja-Gaiden-Stil läuft das recht flüssig ab. Yaiba reiht Komboattacken aneinander, prügelt die Untoten mit Objekten aus seiner Umgebung, beispielsweise anderen Untoten, zu Matsch und zersäbelt ganze Armeen mit seinem Schwert. Dank seines Roboterarms kann er seine Hand an einer Kette sogar nach vorn Schleudern, etwa um weitentfernte Gegner zu schnappen und über das Kampffeld zu ziehen. Oder um damit besonders hoch gelegene Plattformen zu erreichen.

Eine Spezialattacke von Yaiba ist Bloodlust. Quelle: Deep Silver Eine Spezialattacke von Yaiba ist Bloodlust. Dabei verzichten die Entwickler nie auf eine Prise schwarzen Humors. So hat jede Zombiegattung verschiedene Klassen. Es gibt Elektro-Zombies, Feuer-Zombies und so weiter. Feuerzombies führt das Spiel mit einem witzigen Zigaretten-Clip an. Der Gag: Am Ende brennt nicht die Kippe des Untoten sondern der komplette Typ. Ein anderer Zwischenboss ist ein verrückter Clown-Zombie, der auch direkt dem Film Zombieland entspringen könnte. Er sieht zwar ulkig aus, schlägt aber dauernd Räder und entwischt so Yaibas Attacken. Später steigt man am "Levelende" in eine Dampfwalze und fährt in einer Zwischensequenz noch einige Untote platt.

Probleme macht die Schlachtplatte bei der Darstellung der vielen Action. In manchen Szenen ertrinkt Yaiba in einem Meer von Gegnern. Da verliert man gerne mal den Überblick. Die Kamera schwenkt auch gerne mal in die genau falsche Richtung, sodass sich der mittlere Bildausschnitt von der Action wegbewegt. Das hat beim Anspielen spürbar genervt. Und die Zeit bis zur Veröffentlichung ist knapp: Ende Februar erscheint Yaiba, ob das reicht, um die Kameraschwierigkeiten zu beheben, bleibt interessant.

Unterhaltsam – und nicht gerade leicht

Wenn Yaiba kurz vorm Abnippeln ist, färbt sich der Bildschirm schwarz-weiß, die einzige Farbe die er dann noch sieht, ist rot. Wow, was für ein Anblick! Wer sich aus diesem Zustand noch retten kann, verfällt – auch wegen der roten Hervorhebung – in einen richtigen Blutrausch. Besonders oft gelingt es einem aber nicht. Zwei Level spielen wir bei der europäischen Pressetour an und verzweifeln das ein oder andere Mal an den schieren Massen an Gegnern. Im Vergleich zum "ernstgemeinten" Vorgänger Ninja Gaiden 3 hat Yaiba: Ninja Gaiden Z beim Schwierigkeitsgrad ordentlich angezogen. Die Kombos muss man pünktlich und präzise ausführen, sonst ist kein Land in Sicht.

Der Arcade-Modus von Yaiba: Ninja Gaiden Z Quelle: Deep Silver Der Arcade-Modus von Yaiba: Ninja Gaiden Z Für richtig beinharte Fans der Serie gibt es sogar einen Arcade-Modus der besonderen Art. Der erscheint zwar erst als Download-Episode im Februar 2014, beinhaltet aber einen höheren Schwierigkeitsgrad. Außerdem haben die Macher die Inhalte angepasst. So wird aus dem 3D-Splatter ein Sidescroller. Alle Zwischensequenzen erzählt Tecmo Koei in bildhübschen und witzig untertitelten 8-Bit-Grafiken. Wem das noch nicht reicht, der wird vom passenden Retro-Soundtrack weggeblasen. Inafume erklärt den Retro-Modus als eine Hommage an Fans. "Trotzdem wird er natürlich die Vorzüge moderner Spiele nutzen, etwa ein weltweites Leaderboard."

Insgesamt sind darüber hinaus noch drei weitere DLC-Kostüme geplant. Den Anfang macht Beck aus Mighty Nr. 9. Mit jedem DLC verdient der Spieler außerdem ein Power Up Kit. Deep Silver plant eine Special Edition mit einer gedruckten Ausgabe des Yaiba Dark-Horse-Comicbuchs sowie einer Download-Version des Soundtracks, erhältlich via Xbox Live und PSN. Eine feste Kopie des Soundtracks liegt der Special Edition jedoch nicht bei – schade.

Meinung

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