Ben 10 Omniverse 2 im Test: Eine ganz üble Lizenzgurke

Test Alexander Winkel
Ben 10 Omniverse 2 im Test (1)
Quelle: Namco Bandai

Gerade einmal ein Jahr hat es gedauert, bis Benjamin Tennyson abermals aus der erfolgreichen TV Serie in ein kunterbuntes Abenteuer auf unsere Konsolen hüpft und in Ben 10 Omniverse 2 erneut die Menschheit retten möchte. Zumindest 12 Monate Zeit um aus den Fehlern des Vorgängers zu lernen, möchte man meinen. Doch aus einem soliden Lizenzspiel ist mittlerweile eine absolute Lizenzgurke geworden. Wie man Bewährtes völlig in den Sand setzten kann, beweist der Test der Wii U Version.

Die Geschichte wirft uns direkt in das kunterbunte Treiben, was an die Ereignisse des Vorgängers anknüpft. Verbannt ins weite All muss Benjamin Tennyson eine Schlacht gegen die Incursianer schlagen. Die Aliens haben mittlerweile die Erde unterjocht und drohen noch weitere Planeten auszubeuten. Wer mit großem Fragezeichen nun vor dem Bildschirm hockt und nicht peilt, um was es eigentlich geht, wird leider auch im Spiel völlig unvorbereitet ins kalte Wasser geworfen. Weder eine spielerische Einleitung, noch die interaktive Anleitung auf dem Wii U Gameplad erläutert die Umstände der Rettungsaktion. Die Story ist aber eh mehr schlecht als recht präsentiert. Nur wenig wird nach den 2-3 Stunden Spielzeit hängen bleiben. Dies mag aber auch daran liegen, dass man die vergeudete Zeit für das Durchspielen lieber verdrängen möchte.

Ben 10 Omniverse 2 im Test (2) Quelle: Namco Bandai Ben 10 Omniverse 2 im Test (2) Warum? Das ist in nur wenigen Sätzen erläutert. Ben kann sich dank des Omnitrix wie erwartet in insgesamt 10 Alien-Formen verwanden. Klotz wirft mit einer Art LEGO-Steinen um sich, mit Grashüpfer erreicht man eine optimale Sprunghöhe und der vierarmige Krake durchbricht mit seiner muskulösen Brust brachial solide Barrieren. Eigentlich genial und bestens für ein Videospiel geeignet. Doch das einstige Action-Adventure mit ideenreichen Rätselaufgaben basierend auf den Fähigkeiten der Aliens hat man komplett über Bord geworfen – der beste Gameplay-Teil der Vorgänger! Stattdessen stellt man die Biester auf eine Art Tack & Field Rennbahn. Ihr steuert den Helden auf drei Spuren von rechts nach links und zurück, denn vorwärts rennen tun sie von allein. Alles was darüber hinaus zu tun bleibt, ist im rechten Moment zwischen den Kreaturen zu wechseln. Dabei dezimiert Omniverse alle 10 Formen auf drei Klassen: klein, mittel und groß. Die kleinen hüpfen über Hindernisse oder Abgründe, die mittleren attackieren irgendwelche Roboter und Gegner und die dicken Großen ramponieren alles, was dann noch übrig geblieben ist. Das ganze muss man sich vorstellen wie die uralten pseudo-3D Rennspiele, wie zum Beispiel die Klassiker-Reihe Lotus aus den frühen 1990er-Jahren. Wir wechseln im rechten Augenblick die Bahn. Wir wechseln schnell die Kreatur. Fertig. Nach 5 Minuten wird das Gameplay sterbenslangweilig.

Ben 10 Omniverse 2 im Test (4) Quelle: Namco Bandai Ben 10 Omniverse 2 im Test (4) Zugegeben, ein wenig mehr gibt es schon. Manchmal verfolgt man einen Gegner oder muss bestimmte Räume erreichen. Stirbt Ben, startet der Level von Anfang an. Mittlerweile hat man aber einige Gegner bereits über den Jordan geschickt, die dann nicht mehr auftauchen, und vielleicht auch die eine oder andere Abkürzung entdeckt. Somit ist Omniverse 2 auch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad nach und nach problemlos zu schaffen. Denn egal welches Niveau gespielt wird, der zweite Teil des Gameplays funktioniert eh immer gleich schlecht. Die simplen und eher stupiden Kämpfe der Vorgänger, der schlechteste Teil dieser Spiele, wurden unlogischerweise komplett übernommen. Immer wieder gelangt ihr in Räume, deren Türen zunächst versperrt sind und eine Horde Gegner materialisiert sich. Diese gilt es zunächst in bester Bud Spencer Manier zu vermöbeln. Auch hier würden 10 Alienformen sicherlich genügend Spielraum für Strategien lassen. Letztendlich prügelt man sich aber mit den dickeren Charakteren am effektivsten durch die Massen. Die Kollisionsabfrage ist eh völlig ungenau und eine Rückmeldung, ob eine Backpfeife gesessen hat, erhält man eh nicht. Somit hämmert man eigentlich nur stupide auf das Gamepad ein und ackert sich so durch eine Handvoll Welten, die sich kaum voneinander unterscheiden. Einziger Lichtblick sind Bosse, die sich aber letztendlich auch nicht anders als das Fußvolk besiegen lassen.

Da wäre dann noch der Arena-Modus. Multiplayer-Schlachten für bis zu zwei Spieler an einer Konsole. In den Arena-Challenges geht es aber um Kombos und Wellen von Gegner, die erledigt werden sollen. Somit sind wir schon wieder beim eher schlecht als recht umgesetzten Kampfsystem, welches bereits in den Vorgänger-Spielen nicht wirklich funktioniert hat. Wer nicht nach fünf Minuten schon die Konsole aus gemacht hat, wird dies also spätestens nach wenigen Stunden tun, wenn der Abspann über den Bildschirm geflimmert ist. Danach gerät Ben 10 Omniverse 2 völlig in Vergessenheit, das aber zu recht!

Meinung

Wertung zu Ben 10 Omniverse 2 (WiiU)

Wertung:

1.5 /10
Pro & Contra
keinen positiven Aspekt in Omniverse 2 gefunden
uninspirierte Kämpfe mit nicht vorhandener Kollisionsabbfragevöllig langweiliges Rennen auf drei Bahnen mit QTEseine Spielzeit von nur wenigen Stundeneine Story, an die man sich hinterher eh nicht mehr erinnertdie Liste kann hier fast unendlich weiter geführt werden!
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