Titanfall in der Anspiel-Vorschau: Lass es Blechboliden vom Himmel regnen

Special Sandro Odak
Titanfall in der Vorschau (9)
Quelle: EA

Kurz vor der öffentlichen Beta konnten wir bei EA die Next-Gen-Hoffnung Titanfall auf Xbox One und PC anspielen. Dass viele von den Respawn-Entwicklern früher mal an Call of Duty mitgearbeitet haben, spürt man richtig. Wie sich Titanfall daneben technisch hält, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Drei, zwei, eins... Und los! Zusammen mit sechs Mitspielern stürze ich mich aus einem Gleiter runter auf ein virtuelles Schlachtfeld. Titanfall spielt in einer Zukunft, in der Soldaten anscheinend alle aus der Luft abgeworfen werden und die ersten paar Minuten erinnert es total an Call of Duty. Mit den Kollegen renne ich auf einer recht eng bebauten Karte umher, die von sichtgeschützten Tunnels und Gängen durchzogen ist. Feinde gibt es ohne Ende. Denn auf den Karten tummeln sich nicht nur menschliche Feinde, sondern auch Mob-Gegner, sogenannte Grunts und Spectres. Sie sollen davon ablenken, dass Titanfall nur Platz für zwölf Leute bietet und vorgaukeln, dass an jeder Ecke Spaß und Action wartet.

Titanfall 2: Actionreiche Titan-Kämpfe gegen fiese Bossgegner

Titanfall in der Vorschau (3) Quelle: Electronic Arts Titanfall in der Vorschau (3) Punkte fürs Abschießen bekomme ich wenigstens, und die geben immerhin später Erfahrungspunkte und neue Ausrüstung. Ganz unnütz ist es also nicht, die im Normalfall fast vollkommen blinden und blöden KI-Soldaten abzuknallen. Schwieriger zu erwischen sind feindliche Piloten, also menschliche Gegner. Sie sind flink und agil, können an Wänden entlanglaufen, sich unter eine Zimmerdecke klemmen und dank Jumpkit extrem weit und lang springen. Feuergefechte mit ihnen laufen ab wie Call of Duty auf Crack: Extrem schnell, extrem präzise und ohne groß zu lamentieren. Wer stirbt, sieht in der Killcam wie es dazu kam - auch das eine Kameraeinstellung, die man vor allem aus der Activision-Serie kennt.

Lass es Titans vom Himmel regnen!

Titanfall in der Vorschau (5) Quelle: Electronic Arts Titanfall in der Vorschau (5) Doch eigentlich ist dieses Scharmützel am Boden nur lästige Vorbereitung. Im Spielmodus Attrition dauert es nämlich eine Zeit, bis die namensgebenden Riesenroboter einsatzbereit sind. Wenn es dann soweit ist, schießt es reihenweise Exoskelette vom Himmel. Sie werden von einer orbitalen Raumstation abgeschossen, schweben als rauchender Feuerball dem Erdboden entgegen und sprengen ihre Außenhülle erst kurz vor dem Boden ab - wow, inszenatorisch wirkt das enorm! Die Mechs stehen dann für kurze Zeit geschützt auf der Karte rum, einsteigen muss man manuell. Aussteigen kann man praktischerweise auch, in anderen Spielmodi, etwa Hardpoint Domination muss man das auch, um innenliegende Stützpunkte einzunehmen.

Die riesigen Roboter schnüren zwar die Beweglichkeit von Titanfall-Charakteren ein und verlangsamen das Gameplay ein bisschen, insgesamt ist aber auch ein Kampf zwischen Mechs und mit menschlichen Piloten eine Herausforderung. Die Nachladezeiten der riesigen Wummen sind lang, wer danebenschießt, läuft Gefahr im Gegenschlag ausgeschaltet zu werden. Eines der vielen coolen Features von Titanfall lohnt sich speziell in solchen Momenten: Ein kurzzeitiger Schutzschirm fängt alle Projektile ab und schleudert sie zurück zum Absender. Wenn die Energie dafür aufgebraucht ist, dauert es jedoch lange bis die Akkus wieder aufladen. Dadurch bleibt der Schild eine Art letzte Rückzugslinie, wirkt sich aber nicht negativ auf die Spielbalance aus.

Vertikales Gameplay punktet, Technik hingegen nicht

Titanfall in der Vorschau (4) Quelle: Electronic Arts Titanfall in der Vorschau (4) Besonders gut gefallen hat mir die Vertikalität von Titanfall. Als fußläufiger Pilot kann ich Gebäude erklimmen, an Wänden herumlaufen und mich an einer kante festhalten und von oben in einen Raum reinschießen. Im Spielmodus Hardpoint lohnt sich das richtig, denn ungeschulte Spieler vergessen den Blick nach oben häufig. Genau den bringt das Spiel einem aber bei und reißt damit den ewigen Call-of-Duty-Trott auf. Jedoch kann Titanfall nicht nur punkten. Die Levels sind zum Beispiel nicht zerstörbar, was bei den mächtigen Titans unlogisch erscheint. Sie verkanten häufig an zu engen Ecken der Spielkarte oder werden zwischen Freund und Feind eingequetscht. Sowas nervt schon in Call of Duty, aber wenn nicht mehr als ein Mech durch eine schmale Gasse passt, dann entwickelt sich die Physik schnell zum Gamebreaker.

Und auch optisch reißt Titanfall keine Bäume aus. Der Shooter basiert auf der Source Engine und ist entsprechend limitiert. Vor allem die Xbox One zeichnet ein eher düsteres Bild: Kantenflimmern, niedrige Texturauflösung, hässliche, fast schon eckige Blätter und generell ein verwaschenes Bild trüben den Spaß. Am PC ist Resapwns Erstlingswerk höher aufgelöst, detaillierter und bietet anständige Kantenglättung. Bei Auflösung und Bildwiederholrate waren wir uns beim Anspielen nicht hundertprozentig sicher. Der PC wird bei 60 Frames fixiert, die Xbox One erreicht in guten Momenten sicherlich auch glatte 60. Doch auf der Konsole mussten wir häufig mit Slowdowns kämpfen, eine stark variable Framerate und dadurch ein unruhiges Bild war das Ergebnis. Bei der Auflösung macht die Xbox One auf jeden Fall Abstriche, ob es nun 720p oder 900p waren, macht da auch keinen großen Unterschied mehr. Wichtig ist die Zahlenspielerei auch nicht - flüssiges Gameplay hingegen schon!

Meinung

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