Dragon Ball Z: Battle of Z im Test: Es fehlt an Substanz

Test Alexander Winkel
Dragon Ball Z: Battle of Z im Test (1)
Quelle: Namco Bandai Games

Son-Goku und insgesamt über 70 spielbare Charaktere prügeln sich effektvoll und aufwendig wie eh und je durch das Chaos von Battle of Z. Nach der eher bescheidenen Kamehame-Hampelei für Kinect verspricht der neue Titel ohne Bewegungssteuerung wieder mehr Dragon Ball und vor allem mehr Spieltiefe. Warum uns Bandai-Namco dennoch nicht überzeugen konnte, lest ihr im Test.

Richtig pompös, wie es ich eben für ein zünftiges Prügelspiel einer beliebten Anime-Serie eben gehört, beginnt das Abenteuer. Die einleitende Sequenz kann nicht nur Dragon Ball Fans begeistern. Die Zeichnungen sind klasse und nach dem Spektakel erwartet uns der umfangreiche Storymodus, welcher sich über die Saiyan Saga, Freezer und Cell Saga, bis hin Majin Buu Saga erstreckt und somit jeden Son-Goku Liebhaber zufrieden stellen wird. Erst einmal in das gut 12-15 stündige Werk eingetaucht, fühlt sich ein Außenseiter aber doch recht schnell vor den Kopf gestoßen. In insgesamt 60 Missionen werden die Handlungsstränge abgearbeitet und gelegentlich gar nebensächliche Schauplätze besucht. Wer aber keinen blassen Schimmer von den Auseinandersetzungen hat, wird bei dem wenigen Geplapper ehrlich gesagt nur Bahnhof verstehen. Schade, denn so finden sich nur wahre Fans zurecht und erfreuen sich an bisweilen spektakulären Kämpfen, auch gegen Gott-Formen. Immerhin ist Goku erstmals als Super Saiyan God spielbar, vielleicht das Schmankerl, welches den geneigten Fand zum Kauf von Battle of Z bringen wird.

Dragon Ball Z: Battle of Z im Test (9) Quelle: Namco Bandai Games Dragon Ball Z: Battle of Z im Test (9) Die Story ist aber äußerst trocken, auch für hartgesottene! Keine freie Umgebung, keine Erkundungen, nur eine Menüstruktur mittels Baum werden die einzelnen Aufgaben ausgewählt. Die zahlreichen Texte zur den Missionen geben Aufschluss über den Inhalt, doch wären Videosequenzen mit Sicherheit spannender. Kaum einer wird den Text leisen. Denn immerhin kann man, sofern man mit der nicht vorhandenen englischen Lippensynchronität nicht zufrieden ist, sogar die japanischen Originalsprecher hinzu schalten. Anschließend folgt Kampf auf Kampf, mal mit nur wenigen Gegnern und einen guten Tutorial, dann mal gegen unzählige Klonfiguren, die das Gemetzel doch recht langatmig, um nicht langweilig zu sagen, gestalten. Ein Lichtblick und auch was für anspruchsvolle Spieler sind die zahlreichen Kämpfe gegen die Superformen der Kontrahenten, die meist gepaart mit einem Zeitlimit ganz schon anspruchsvoll ausfallen. Das wiederum liegt aber auch an den von der CPU gesteuerten Mitstreitern, die ihr vor jeder Mission sorgfältig aussuchen dürft. Hier empfiehlt es sich, eine von den Fähigkeiten gut gemischte Truppe zu erstellen, oder aber einige Freunde für Battle of Z begeistern zu können. Der Titel bietet einen 4-Spieler Koopmodus über das weltweite Netz, wodurch die Kämpfe deutlich angenehmer werden.

Dragon Ball Z: Battle of Z im Test (7) Quelle: Namco Bandai Games Dragon Ball Z: Battle of Z im Test (7) Leider schauen die Kumpels am heimischen TV in die Röhre, wenn man das alte Sprichwort mal wieder raus kramen darf. Denn lokal an der Konsole wird ganz egoistisch alleine gezockt. Alle anderen im Wohnzimmer werden zu Zuschauern degradiert. Es gibt keine 1vs1 Kämpfe mehr und auch an einen Splittscreen hat niemand gedacht, um den Abenteuermodus etwas aufzulockern. Die meiste Zeit sitzt man also recht alleine vor den Fernseher und muss sich den teils sehr frustrierenden Herausforderungen stellen. Die Missionen sind anfänglich noch gut zu schaffen, werden aber auf Dauer schwer. Battle of Z legt es ein wenig darauf an, dass man seine Helden puscht und diese ordentlich aufbaut. Rollenspielmäßig sammelt ihr Erfahrungspunkte und steigt in Stufen auf, so auch die ausgewählten, von der CPU gesteuerten Mitstreiter. Dadurch werden die Kämpfer effektiver und können einiges mehr einstecken. Letztendlich bedeutet das aber auch immer wieder, dass man einige Fights nur für die Statistik wiederholen wird – nicht wirklich schön oder gar motivierend.

Als gelungen kann das Charaktersystem dennoch bezeichnet werden. Denn neben den verschiedenen Stufen werden zusätzlich per Zufall ausgewählte Karten nach den Kämpfen frei geschaltet. Damit könnt ihr euch Vorteile im Kampf verschaffen, die verschiedenen Kämpfer, immerhin über 70 Figuren aus dem Dragon Ball Universum, bestens vorbereiten und somit den einen oder anderen Kampf dann doch noch gewinnen. Die Karten müssen sinnvoll verteilt werden, denn die wirklich guten sind rar. Es gibt sogar gewisse Premium-Objekt, die man sich für eine Spielwährung leisten kann. Doch dafür müsst ihr teilweise ganz schön viel Zeit in Battle of Z investieren, um das nötige Kleingeld in der Portokasse zu haben.

Doch wie bereits erwähnt, mangelt es dem Storymodus gewaltig an Abwechslung. Es folgt Kampf auf Kampf. Hat man das anfänglich extrem chaotische Spielsystem aber erst einmal verstanden, ermüden die Fights vor allem gegen Massengegner. Im Koop, wie bereits erwähnt nur online verfügbar, macht Battle of Z natürlich durchaus Spaß. Hier kommt viel mehr Taktik als wildes Button-Mashing auf. Auch Team basierte Duellen oder massiven 8-Spielern Onlinefight versprechen die eine oder andere spaßige Stunde, doch Online macht die Technik nicht immer ganz mit. Optisch macht der Titel natürlich einiges her, auch wenn Dragon Ball ein Vergleich gegen die derzeitigen Referenzen um Naruto verlieren würde, und die zahlreichen Gebiete kommen der TV Vorlage dank der Cel-Shading Grafik natürlich recht nahe, doch die Onlineanbindung ist leider nicht immer wirklich flüssig. Hin- und her gerissen zwischen der monotonen heimischen Welt und dem Kampf mit und gegen Freunde muss man leider die Vor- und Nachteile gewichten und leider kommt Battle of Z auf beiden Seiten nicht optimal weg.

Meinung

Wertung zu Dragon Ball Z: Battle of Z (X360)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Dragon Ball Z: Battle of Z (PS3)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
über 70 spielbare Charaktereumfangreicher Spielumfang mit ausführlichem Abenteuermodusinteressanter Charakteraufbau mit motivierendem Item- und KartensystemOnlinemodus für bis zu 8 Teilnehmer
uninspirierter und langweilig inszenierter Storymodusder völlig langweilig und viel zu knapp bemessen die Stories zahlreicher Sagen abhandeltinsgesamt ein doch recht chaotisches Kampfsystem mit wenig Spielmöglichkeitendie von der CPU gesteuerten Mitstreiter sind nicht immer die hellstenkeinerlei Möglichkeiten für einen lokalen Mehrspielermodus
Fazit

Ermüdender Storymodus lässt dank fehlender Story jegliche Motivation am Spieler abprallen.

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