The Last of Us: Left Behind im DLC-Test: Eine Reise in Ellies Kindheit

Test Michael Stadler
The Last of Us: Left Behind im Test: Ein spannender Ausflug in Ellies Kindheit.
Quelle: Sony

Mit The Last of Us gelang Naughty Dog kurz vor dem Generationswechsel der Playstation einer der besten Titel der PS3-Ära. Seit dem 14. Februar ist nun auch der erste DLC namens "Left Behind" erhältlich. Dieser lässt euch im Kampf mit der Pilz-Epidemie erneut in die Rolle von Ellie schlüpfen. Doch anstatt Raubein und Vaterfigur Joel stellen die Entwickler Ellie eine alte Freundin an die Seite. Ob Ellies Charakter etwas blasser wird, wenn der extreme Gegenpart in Form von Joel fehlt und warum sich 15€ für knapp zwei Stunden Spielzeit durchaus lohnen können, verraten wir in unserem Review.

Spaß und Sorge

Anders als so manch anderer DLC nimmt Left Behind direkten Bezug zur Hauptgeschichte von The Last of Us und knüpft an entscheidenden Punkten der Handlung an. Das Erlebnis spaltet sich in zwei eigenständige Storylines auf. Der erste, sehr emotionale Strang des Contents widmet sich einer Geschichte, die Ellie Joel im Hauptspiel anvertraut. Ihr erlebt in Left Behind nämlich wie es zur Biss-Narbe auf Ellies Arm kam. Ellie wird eines Nachts von ihrer alten Freundin Riley, einer afro-amerikanischen Jugendlichen aus der Firefly-Widerstandsbewegung, besucht. Da Riley aus Boston in eine andere Stadt transferiert werden soll, möchte sie noch sich gebührend von Ellie verabschieden. Was liegt für zwei Teenies in einer verwüsteten Großstadt also näher, als nachts in ein Einkaufszentrum einzusteigen und dort ein wenig die kindliche Seele baumeln zu lassen.

Riley und Ellie sind die Protagonisten in Left Behind. (1) Quelle: Sony Riley und Ellie sind die Protagonisten in Left Behind. (1) Für die Action und spannenden Gameplay-Momente sorgt über weite Teile des Spiels der zweite Strang der DLC-Geschichte. Hier füllt Naughty Dog endlich die Lücke zwischen Joels lebensgefährlicher Verletzung nach etwa zwei Drittel Spielzeit von The Last of Us und Ellies winterlichem Solo-Auftritt kurz darauf. Schauplatz ist auch hier eine verlassene Shoppingmeile. Während ihr in der Umgebung Medikation für Joel suchen und finden müsst, seht ihr euch sowohl Menschen als auch Infizierten gegenüber. Soweit alles wie im Hauptspiel. Während im Hauptspiel aber noch beide Parteien für euch immer nur getrennt zur Gefahr wurden, treffen nun alle zeitgleich auf einander. So entsteht eine völlig neue Dynamik innerhalb der Action-Sequenzen. Ihr habt dabei die Wahl: Stürzt ihr euch wagemutig in den Kampf mit beiden Parteien, oder lasst ihr Menschen und Infizierte bis auf den Tod gegen einander antreten und kümmert euch danach maximal um den Rest. Ungeachtet des Schwierigkeitsgrades sind beide Möglichkeiten sehr gut in den Spielfluss integrierbar und sorgen damit für eine unterschiedliche Wahrnehmung des DLC.

Auch am Gameplay hat sich bis auf eine kleine aber feine Neuerung nichts verändert. Noch immer solltet ihr eure Umgebung stets nach verwendbaren Items und bastelt daraus nützliche Gegenstände wie Molotov-Cocktails, Splitterbomben oder Medipacks. Einzige Neuerung ist das Messer in Ellies Equipment. Dessen Klinge ist, anders als in The Last of Us, unzerstörbar. So müssen wertvolle, scharfkantige Gegenstände nicht stets im Nahkampf verbraucht und anschließend wieder neu gesucht werden.

Keiner fragt nach Joel

Left Behind lässt Ellie endlich auch mal Kind sein - aber nicht lang. Quelle: Sony Left Behind lässt Ellie endlich auch mal Kind sein - aber nicht lang. In Sachen Ton und Technik rangiert Left Behind auf einer Stufe mit Last of Us, womit eigentlich schon alles gesagt ist. Dennoch muss man das fantastische Farbenspiel und die damit ausgedrückten Unterschiede zwischen Glück und Elend in Reinkultur noch einmal gesondert erwähnen. Besonders angetan haben es uns die kleinen Details der neuen Umgebung. So stießen wir in einem Kostümladen beispielsweise auf ein Nathan Drake-Outfit.

Auch in Left Behind zeigt Naughty Dog wie gut sie Charaktere inszenieren und zeichnen können. Denn: Im Zusatzcontent lernen wir Ellie von einer neuen, bislang nur ansatzweise beleuchteten Seite kennen. Ellie darf nämlich endlich Kind sein. Und wir freuten uns mit ihr. Durch die beiden Handlungsorte und –stränge schafft Left Behind einen extremen Gegensatz zwischen der unbekümmerten und der verantwortungsvollen Ellie, der uns wie bereits das Hauptspiel bis in die letzten Synapsen vollends mitnimmt.

Meinung

Wertung zu The Last of Us (PS3)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
neue Schauplätze
Fazit

Spannende und mitreißende Story, die endlich Einblick in die kindliche Seele von Protagonistin Ellie gewährt. Das ist ein würdiges Add-On für ein fantastisches Spiel.

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