Bound by Flame in der Vorschau: Ein Mix aus schneller Action und langsamem RPG - passt das zusammen?
Special
Nach dem Mars zieht es die Spider Studios wieder zurück in einer Fantasiewelt: Bound by Flame heißt das neue Action-RPG von den Machern von Mars: War Logs. Wir haben bei einem Anspiel-Besuch die Entwickler getroffen und überprüft, ob dasselbe Schicksal wie beim Vorgänger-Spiel droht.
Diese Franzosen. Manchmal erfüllen sie wirklich alle Klischees. Auf einem Werbeplakat bei einer Focus Line-Up-Präsentation sehe ich: "Bound by Flame erscheint für PC, Playstation 3, Playstation 4 und Xbox 360." Natürlich frage ich nach, was denn mit der Xbox One passiert sei. "Hm, peinliche Geschichte. Wir haben vergessen die Dokumente für Xbox One Dev-Kits rechtzeitig abzuschicken. Deshalb haben wir vorerst keine bekommen", erklärt mir Walid Miled, so als wäre es das normalste der Welt.
Quelle: Focus Home Interactive
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Weniger klischeehaft soll es in Bound by Flame zugehen. Die Fantasy-Welt des Spiels wurde von sieben Eislords unterjocht, die nekromantische Fähigkeiten haben. Sie können Tote zum Leben erwecken und benutzen sie als Söldner, Arbeiter und Diener. Der Spieler, entweder Mann oder Frau – die Wahl zwischen den Geschlechtern ist den Machern wichtig – schließt sich einer Fraktion an, die einen riesigen Dämon beschwören möchte. Der soll die Eislords besiegen. Doch die Zeremonie geht schief. Skelette greifen an, irgendein magischer Katalysator funktioniert nicht und prompt geht der Dämon in den Spielcharakter über. Fortan teilen sich die zwei einen Körper – sind aber zwei unterschiedliche Charaktere. "Wenn der Dämon spricht, leuchten deine Augen und die Stimme verändert sich", erklärt Walid.
Der Dämon ist im Prinzip nicht böse, sein teuflischer Name eilt seinem Ruf nur voraus. Aber so richtig gut ist er auch nicht. Er verfolgt eben seine eigenen Ziele. Die sind klar definiert: Rette die Welt, werd' die Eislords los. Welt. In seinen Befehlen steht nichts von Menschheit, deshalb hat er kein Problem damit auch über Leichen zu gehen. Am Ende wird die Entscheidung oft der Spieler treffen müssen – geht er den menschlichen Weg und entscheidet vermeintlich gut oder geht er den herzlosen, kalten aber effizienten Weg des Dämons. Auf Basis dieser Entscheidungen verändert sich im Verlauf des Spiels das Aussehen des Charakters. Bei vermeintlich bösen Charakteren kommt dann die dämonische Seite auch im Aussehen durch: Der Spielfigur wachsen brennende Hörner aus dem Kopf, einen Helm kann man so nicht mehr tragen. Aber wo die Rüstungswerte sinken, macht sich ein deutliches Plus bei der Angriffssträke bemerkbar – und damit auch ein vollkommen anderer Spielstil. Ein Zeichen für Wiederspielwert?
Zwei Kampfstile klingen nach wenig
Quelle: Focus Home Interactive
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Das mit dem Wiederspielwert muss sich im fertigen Produkt zeigen. Denn neben den Entscheidungen gibt es nicht viele andere Möglichkeiten sich neu auszuprobieren. Bound by Flame bietet grundsätzlich nur zwei unterschiedliche Angriffsstile: Leichte Attacken mit Messern und schwere Attacken mit Schwertern und Äxten. Außerdem trägt unser Held eine Armbrust mit sich herum und kann später auch magische Fähigkeiten wirken. Der Fertigkeitenbaum unterteilt sich in drei Kategorien, von denen man am Ende eines Durchlaufs entweder zwei Master Skills oder eineinhalb volle Skill-Bäume erlernen kann. Diffiziles Klassensystem? Eher Fehlanzeige.
Der Kampf soll trotzdem sehr taktisch sein. Um dem Spieler Zeit zum Nachdenken zu geben, lässt sich die Zeit in einem Taktikmenü arg verlangsamen. So kann man ungestört Spielzüge von Party-NPCs planen und Skills auswählen. Bei einer Gruppe von Gegnern schalten wir zuerst die Skelettbogenschützen aus, damit die nicht außer Reichweite Schaden anrichten können. Einen schwergepanzerten Troll locken wir in eine Feuerfalle, schalten während er brennt seine zwei eher doofen Gehilfen aus und strecken ihn dann in einem Schwertduell zum Schluss nieder. Viel von diesem Gameplay erinnert an Dark Souls und ein hoher Schwierigkeitsgrad ist den Machern wichtig: "Wir wollen, dass Bound by Flame ein schweres Spiel wird, damit sich Spieler belohnt fühlen wenn sie durch sind." Dasselbe hat auch vor ein paar Wochen ein Namco-Producer erzählt…
Quelle: Focus Home Interactive
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Die Parallelen sind aber auch ohne Entwickler unverkennbar. Als leichtfüßiger Messerkämpfer rollt man immer wieder um Feinde herum, sticht ihnen in den Rücken und weicht grazil wie eine Antilope gegnerischen Schwerthieben aus. Wer getroffen wird, vor allem von Zwischenbossen und den richtig fetten Boss-Gegnern, nimmt viel Schaden. Häufig kann man sich das nicht erlauben. Der Fokus liegt hier trotz des taktiklastigen Aussehens beim Action-Gameplay. Viel ausweichen, schnell reagieren, Angriffsmuster erkennen und durchbrechen – so lautet die Devise von Bound by Flame.
Große Highlights stellen die sechs bis sieben richtigen Bosse dar. Die sind ähnlich enorm wie im großen Vorbild Dark Souls und müssen mit speziellen Taktiken angegangen werden. Ein riesiges Spinnenwesen hat etwa verschiedene Angriffsbereiche an seinen Armen und Beinen. Erst wenn man diese Gliedmaßen verwundet hat, kann man zum tödlichen Stoß übergehen. So taktisch ausgeprägt wie sein Vorbild ist Bound by Flame aber nie.
Bound by Flame ist ein Rollenspiel von den Machern von "Of Orcs and Men" und Mars: War Logs, das im zweiten Quartal 2014 für PC, PlayStation 3, PlayStation 4 und Xbox 360 erscheint. Ein exaktes Datum ist noch nicht bekannt.
