Wenn der Storch mal wieder die Lieferung versaut, muss halt der niedliche Yoshi alles ins Lot bringen. Yoshi's New Island ist so klassisch wie Nintendo eben einen solchen Titel abliefern kann und überzeugt vor allem durch seinen unvergleichlichen Charme. Dieser Dino ist einfach nur zuckersüß!
Och wie süüüüüüüüß! Diesen kleinen, putzigen, prähistorischen Helden muss man einfach zum Knuddeln finden. Kein anderer Videospielheld tapst so niedlich durch Bilderbuchwelten, gibt derart putzige Töne von sich und ist so liebevoll animiert wie Babysitter Yoshi. Auch im neusten Ableger Yoshi's New Island spielt der Dino diese größte Stärke seiner selbst gekonnt aus und begeistert nicht nur die jungen Spieler, sondern auch alle älteren Fans von Marios Begleiter. Doch nicht nur der hilfsbereite Dino und seine Artgenossen begeistern. Selbst die "bösen" Schergen des Magikoopa Kamek tanzen freudig und munter durch kunstvoll gezeichnete Welten vom grünen Dschungel über Eisberge bis hin zu den heißen Lavaseen und Unterwasserabschnitten. Eigentlich kann man diesen fremdartigen Tierchen kein einziges Haar krümmen, doch leider haben die Yoshis abermals ein ganz großes (bekanntes) Problem.
Quelle: Nintendo
Yoshi's New Island für 3DS im Test (4)
Einfallsreich waren sie ja nicht, die Geschichtenschreiber von Nintendo. Ein Storch soll die Windelbrüder Mario und Luigi bei ihren Eltern abliefern, vergisst aber das Navigationsgerät, verirrt sich und muss überstürzt seine Falschauslieferung wieder gut machen. In all dem Chaos passiert, was eben in dieser Situation passieren muss. Ein Bündel geht verloren und das zweite wird von Kamek geschnappt, der abermals eine Gefahr für den jungen Bowser sieht. Die extremen Parallelen zum Super Nintendo Klassiker sind wohl gewollt, dessen Story sich seinerzeit ziemlich gleich las. Tja, auch wenn die putzigen Dinos ein süßes Tada von sich geben, wenn sie mit ihren Füßen über einem Abgrund strampeln oder reumütige Laute von sich hören lassen, wenn sie mal wieder mehrfach den Abschnitt versuchen müssen… Reden können die Helden des Abenteuers nach wie vor nicht. Aber natürlich auch sehr typisch für Nintendo, nur Textboxen anzubieten.
Yoshi's New Island ist nicht nur auf dem ersten Blick ein ganz klassisches Jump'n'Run der alten Schule, wobei der Schwierigkeitsgrad dem Knuddelfaktor des Spiels irgendwie angepasst scheint. Zum Ende hin reichte mein Lebensvorrat bereits in den dreistelligen Bereich. Da fragt man sich nicht zu Unrecht, wieso dieses altmodische Relikt aus längst vergangenen Tagen der Pixelabenteuer nach wie vor Bestand hat. Wie dem auch sei, die Yoshis haben also wieder die Aufgabe, zusammen mit dem plärrenden Balg Mario dessen Bruder aus den Händen von Kamek zu befreien. Dazu rennen, hüpfen und flattern wir wieder zusammen mit den Dinos durch sechs recht abwechslungsreiche Welten. Neben dem sehr eigenen Charme der wirklich schönen Grafik ist das Design der Plattformlevel eher einfach gehalten. Wer möchte, ist nach ca. sechs Stunden mit dem Abenteuer fertig und hat dabei sicherlich kaum schweißgebadete Hände bekommen.
Quelle: Nintendo
Yoshi's New Island für 3DS im Test (2)
Dafür hat Nintendo die zahlreichen Welten mit etlichen Geheimnissen und Verstecken vollgestopft. Wer alle roten Münzen, Blumen und weitere Bonusitems sammeln möchte, ist gut und gern 15 Stunden oder mehr mit dem Titel beschäftigt. Hier ein verborgener Pfad, dort eine Röhre, durch die der putzige Dino schlüpfen kann und überall unsichtbare Objekte, die begehrte Dinge offenbaren. Ohne all die Extras würden einzig allein die liebevolle Inszenierung erfahrenere Spieler länger bei Laune halten, denn wirklich Herausfordernd ist Yoshi's New Island nicht! Die Jüngsten in der Familie dürften dagegen wesentlich mehr Freude mit dem knuddeligen Helden haben. Getreu dem Motto von Nintendo lässt Yoshi nur kaum wirklich Frust aufkommen und ist eines der besten Familienspiele. Mit diesem Helden kommt man eigentlich bestens zurecht und nur selten sorgt eine unfreiwillige Stampfattacke oder ähnliches durch eine nicht ganz komfortable Handhabe des Sticks für nicht gewollte Spielfehler.
Wer seinerzeit auf dem Super Nintendo bereist den Dino auf seinem Abenteuer begleitet hat, dem wird der neueste Ausflug auf dem 3DS wohl kaum überraschen und alles wie ein Déjà-Vu vorkommen. Der nimmer statte Vielfraß nimmt alles in den Mund und verarbeitet zu Eiern, was ihm vor die Schnauze kommt. Sei es der niedlichste Kumpan auf der gesamten Insel, oder ein überdimensionales Wesen, welches dem Dinosaurier ein beeindruckendes Monsterei beschert. Immerhin eine Neuerung im Spielsystem. Letzteres Riesenei kann ganze Gegenden platt wälzen, die kleineren Varianten werden gegen Feinde oder Schalter geschleudert. Hier und da bietet uns das Abenteuer also doch die eine oder andere Denk- und Geschicklichkeitsaufgabe. Zum Ende eines jeden Abschnittes entscheidet die Anzahl gesammelter Blümchen, welche Chancen im Roulette auf einen Gewinn stehen. Auch das kennen wir bereits von früher.
Quelle: Nintendo
Yoshi's New Island für 3DS im Test (6)
Neben den witzigen Melonen zum Spucken sonderbarer magischer Geschosse sorgen darüber hinaus Metamophorsen für etwas Abwechslung im Alltag des Babysitters. Yoshi verwandelt sich in bestimmten Abschnitten in ein U-Boot, Helikopter oder Presslufthammer, doch wirklich neu sind diese Möglichkeiten nicht unbedingt. Gemeinsam haben diese Verwandlungen die Steuerung durch den Gyrosensor des Nintendo 3DS, welche etwas schwammig, wackelig und grob ausfällt und nicht selten dafür sorgt, dass man diesen Abschnitt dann doch nochmals wiederholen muss. Manche Überraschung hält Yoshi's New Island dennoch parat. Zum Beispiel Schattenläufer, die nur geschickt mit eigenen Sprung und Klettereinlagen in die Falle gelockt werden können. Einem Rayman kann aber auch der süßeste Held der Videospielgeschichte nicht das Wasser reichen, zumindest was Kreativität und Einfallsreichtum angeht.
