Final Fantasy 14: A Realm Reborn: Final Fantasy XIV - A Realm Reborn im Test

Test Alexander Schneider
Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (8)
Quelle: Square Enix

Seit kurzer Zeit ist die überarbeite Version von Squares Final Fantasy XIV erhältlich und hört auf den Namenszusatz "A Realm Reborn". Dank aufgebohrter Grafik und an den Controller angepasster Steuerung soll das auch auf für Gamepad-Spieler kein Problem mehr sein. Überzeugt das Spiel auf der PS4 oder haben wir es hier nur mit einem Lückenfüller bis zum Konsolen-Release von The Elder Scrolls Online zu tun?

MMO-Business as usual

MMO-Spieler müssen auf der Playstation 4 noch mit einem Mangel an Alternativen leben. Es gibt das Free2Play-Spiel "DC Universe Online", aber damit erschöpft sich das Angebot bereits. Bis "TESO" für PS4 erscheint, zieht auch noch genug Zeit ins Land. Grund genug also, dem Kontinent Eorzea in der Welt Hydealyn einen Besuch abzustatten. Dort warten allerlei Probleme auf eine Lösung.

Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (2) Quelle: PC Games Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (2) Die Rahmenhandlung ist schnell heruntergerissen: Auserwählt von einer unbekannten Macht ist es eure Aufgabe, den Kontinent Eorzea vor einer dunklen Bedrohung zu bewahren. In diesem Land gibt es allerlei wilde Monster und Fraktionen, die den drei befreundeten Stadtstaaten an die Gurgel wollen. Die Himmelsboten stiften Chaos wo sie nur können und die Truppen des Garleischen Kaiserreichs stören den brüchigen Frieden. Auf dieser Grundlage bauen die Entwickler eine Vielzahl an Quests auf. Die Handlung selbst kommt nur Stück für Stück in Fahrt. Das liegt leider auch an der kleinen Achterbahnfahrt, die ihr bei der Qualität der Geschichtserzählung hinnehmen müsst.

A Realm Reborn ist sehr textlastig und es gibt viel zu lesen. Anfangs hatte ich mir noch vorgenommen, jeden einzelnen Text den es bei den Questgebern gibt, aufmerksam zu verschlingen. Aber je mehr Aufträge ich angenommen habe, desto größer wurde das Desinteresse an den Inhalten. Die Mehrheit ist ohnehin nicht wirklich relevant für den Plot und sehr dröge präsentiert. Es ist wie beim Klassenprimus World of Warcraft: Für die eigentliche Story interessiert sich im Spiel nach einer gewissen Zeit kaum jemand. Das haben sich wohl auch die Entwickler gedacht, denn nur ein Bruchteil der wichtigen Sequenzen und Unterhaltungen wurde vertont. Das ist nicht mehr zeitgemäß und schadet auch der Atmosphäre des Spiels. Zu Beginn gibt ein packendes Intro und kurz darauf darf ich mich wieder durch eine Reihe von Textfeldern drücken. Zwar gibt es auch dazu eine Videosequenz, aber wenn die Figuren nicht sprechen macht das auch keinen atmosphärischen Unterschied. Doch ich greife schon etwas vor.

Zuerst brauche ich einen Helden, ich habe mich für eine Thaumaturgin entschieden. Eine der drei Magierklassen, die vor allem auf destruktive Zauber setzt. Es gibt fünf verschiedene Völker und insgesamt 18 Klassen im Spiel, wovon ganze zehn neu hinzugekommen sind. Die Klassiker wie Krieger, Schurke und Magier sind in Variationen vorhanden. Dazu kommen noch zahlreiche Handwerksklassen wie Goldschmied und Alchemist, welche ich nach Belieben erlernen und leveln kann.

Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (6) Quelle: PC Games Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (6) Da meine Thaumaturgin zu Beginn nur ein paar Funken versprüht muss, ich mich erst einmal um bessere Fähigkeiten kümmern. MMO-Kenner finden sich in kürzester Zeit zurecht, die Aufgabenstellung ist im Grunde genommen wie bei der Konkurrenz. Ich renne durch eine riesige, für mich noch verwirrende, Stadt und klappere eine ganze Reihe von Questgebern ab. Im Schutz der Stadtmauern gibt es bereits zahlreiche Probleme, die nur auf meine Lösung warten. Die Aufträge sind fast ausschließlich Dienstbotenaufträge. Ich überbringe Nachrichten von Person A zu Person B, töte ein paar Monster und sammle Materialien für diverse Questgeber ein. Besonders originelle oder abwechslungsreiche Missionen stehen nicht auf der Tagesordnung.

Dafür kann ich die Zeit nutzen um mich in der verwinkelten Metropole zurechtzufinden. Glücklicherweise gibt es in den drei Städten kleine Äther-Kristalle. Diese bilden zusammen ein Schnellreise-Netzwerk, mit dem ich mich kostenlos hin und her teleportieren kann. Voraussetzung ist allerdings, dass ich die einzelnen Äther-Kristalle vorher alle gefunden und mich mit ihnen synchronisiert habe. Falls ihr spannende Aufträge erwartet seid ihr hier an der falschen Adresse. A Realm Reborn ist "MMO-Business as usual". Leider ist auch die Präsentation der Aufgaben ziemlich dröge. Ich laufe alle Questgeber ab, hole mir meine Fließbandaufträge und drücke ein paar Texttafeln weg. Nachdem ich meine Pflicht getan habe, gibt es meine Belohnung und Erfahrung. Schnell stellt sich ein Trott ein dem ich mich hingebe. Von der Handlung nehme ich noch gelegentlich am Rand Notiz, für mich geht es aber nur noch um eines: Den ständigen Fortschritt des XP-Balken zu sichern, um die Level-Leiter zu erklimmen.

Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (7) Quelle: Square Enix Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (7) Da ich mich in einem MMO eigentlich nicht nur mit mir selbst beschäftigen sollte, kann ich auch jederzeit mit anderen Spielern zusammen epische Abenteuer erleben. Dank des Touchpads auf dem Dualshock 4 kann ich ebenso wie die PC-Spieler auf die Tastatur zurückgreifen bzw. die virtuelle Tastatur mit den Tasten bedienen. So ist die Kommunikation mit anderen Spielern ein Leichtes. Dazu kommt noch eine ganze Reihe an kurzen Kommandos und Verständigungen die ich über ein Auto-Übersetzungssystem durchjagen kann um mich so ganz einfach mit anderen Spielern zu verständigen, die vielleicht nicht meine Sprache sprechen. Es gibt keine speziell nach Ländern getrennten Servern, allerdings gibt das Spiel eine Empfehlung für bestimmte Server aus, um zu gewährleisten, dass man mit Leuten aus der selben Zeitregion auf Monsterjagd gehen kann. Natürlich gibt es auch in A Realm Reborn spezielle Dungeons und Quests die darauf ausgelegt sind im Team zu agieren. Dank einer Suchfunktion kann ich auch zügig mit anderen Spielern loslegen und die Missionen in meinem Questlog abarbeiten. Wenn ich mal auf Anhieb niemanden gefunden habe, informiert mich das automatische Benachrichtigungssystem, wenn es passende Mitstreiter für meinen Auftrag gibt. Das funktioniert in der Praxis sehr gut. Solange ich auf eine Benachrichtigung warte, mache ich einfach mit kleinen Aufträgen in Eorzea weiter. Hilfe finde ich online immer, der Community-Geist wird großgeschrieben und mit zahlreichen sozialen Features löblich unterstützt.

A Realm Reborn im HD-Gewand

Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (8) Quelle: Square Enix Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (8) Wie eingangs schon erwähnt sind nur ein kleiner Teil der handlungsrelevanten Inhalte vertont. Die Geschichte von A Realm Reborn kommt sehr langsam in Fahrt. Auch wenn das Abenteuer schon etwas fortgeschritten ist, so richtig fesselnd ist die Geschichte zu keinem Zeitpunkt. Meine eigene Spielfigur ist zu jeder Zeit stumm, in Videos oder besonderen Unterhaltungen kommt da nicht mehr als ein Nicken oder Kopfschütteln. Die fehlende Vertonung der meisten Spielszenen entpuppt sich als kleiner Atmosphäre-Killer. Dafür stimmt zumindest die Qualität der wenigen, vertonten Dialoge. Die englische Sprachausgabe ist vorbildlich und die Synchronsprecher hauchen den Charakteren für einen kurzen Moment Leben ein. Klar, die Dimension bei einem MMO ist natürlich um ein vielfaches größer als bei Offline-Rollenspielen. Es gibt ein Mehr an Charakteren. Jedem eine Stimme zu geben ist ein immenser Aufwand. Aber zumindest die wichtigen Quests, welche die Hauptgeschichten betreffen verdienen eine ordentliche Sprachausgabe, aber hier wurde der Kreis zu eng gezogen. Im Gegenzug lässt der Final Fantasy XIV Soundtrack seine Muskeln spielen. Das gesamte Abenteuer über verwöhnt mich das Spiel mit Serien typischer Musik. Da fühle ich mich wieder ein Stück weit wohler.

Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (9) Quelle: Square Enix Final Fantasy XIV: A Realm Reborn für PS4 im Test. (9) Die Anpassung der Steuerung an den Dualshock 4 ist grundsätzlich gelungen. Dank dem integrierten Touchpad kann ich auch als Konsolenspieler auf eine Maus zurückgreifen. Das Ganze funktioniert aber nicht immer so, wie ich das gerne hätte. Das Menü ist anfangs ziemlich überladen. Erst nach einigen Stunden finde ich mich zurecht. Der Aufbau des Menüs ist etwas vollgepackt, aber unter Berücksichtigung der zahlreichen Informationen, die untergebracht werden, müssen ganz gut gelöst. Trotzdem wäre es nicht verkehrt den Aufbau des Interface noch etwas zu entschlacken. Gerade bei den Kämpfen ist es mit dem Gamepad schwierig bestimmte Gegner schnell anzuvisieren. In einigen Fällen war es so, dass das Spiel von selbst einen anderen Gegner angewählt obwohl das von mir nicht beabsichtigt war. Alternativ bietet A Realm Reborn auf der Playstation 4 auch die Unterstützung für Maus und Tastatur. Damit funktioniert das Spiel gleich noch eine Ecke besser, da man auf dem Keyboard eine wesentlich größere Zahl an "Hotkeys" zur Verfügung hat. Ich bin nach einiger Eingewöhnung durchaus zufrieden mit dem Kontrollschema des Controllers, werde ich aber vor die Wahl gestellt, dann spiele ich in diesem Fall lieber mit der Tastatur. Aber dann frage ich mich auch, ob ich nicht gleich lieber zur PC-Version greifen sollte. Der Aufbau des Titels legt nahe dass ich nur einen Port spiele. Wenn das Spiel gestartet wird, dann muss man sich erst über einen Client einloggen, das ganze Menü ist wie auf einem PC aufgebaut, eine Anpassung an die Konsole wurde nicht vorgenommen.

Zu guter Letzt bleibt da noch die Sache mit den leidigen Online-Gebühren. Ein Spiel mit Abo Modell ist immer so eine Sache. Ist es ein Spiel Wert, dass man zum Verkaufspreis nochmal monatlich drauflegt oder eher nicht? Schlussendlich muss das jeder selbst entscheiden. Ich denke die Abo-Gebühren bei MMO-Spielen sind grundsätzlich noch zu hoch. Hier müssen alle nachbessern, nicht nur Square-Enix. Im Falle von Final Fantasy XIV strecken sich die Gebühren je nach Abo-Modell von 10,99 € bis 12,99 € monatlich. Erfreulich für PS4-Spieler: Es wird kein PS-Plus Abo benötigt um A Realm Reborn online zu spielen. Alternativ zum Abo-Modell bietet Square noch sogenannte "Playtime Cards" an. Diese bieten 60 Tage Spielzeit und kommen, je nach Händler, günstiger als das Abo-Modell. Ein Beispiel, das definitiv in mehreren MMO-Titeln Schule machen sollte.

Meinung

Wertung zu Final Fantasy 14: A Realm Reborn (PS4)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
toller Soundtrackdetaillierte Charaktereabwechslungsreiches Leveldesignvariables KlassensystemMaus- & Tastatur-UnterstützungPC, PS3 & PS4 spielen zusammenPlaytime Cardsviele Community-Features
kaum Sprachausgabelangweiliges Questdesigntrockene Präsentation der QuestsSteuerung mit dem Gamepad nicht immer optimalmonatliche GebührenInterface wirkt vor allem zu Beginn sehr überladen
Fazit

Solides MMO das im Team Spaß macht, aber auch mit teils langweiligen Aufgaben und einem überfüllten Menü zu kämpfen hat.

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