Tomodachi Life: Die Miis außer Rand und Band im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair
Tomodachi Life (6)
Quelle: Nintendo

Mit Tomodachi Life offeriert uns Nintendo eine Art Mischung aus Sims und Tamagotchi, in dem wir unser Ebenbild und eine Reihe weiterer Miis bei ihrem gar nicht mal so seltsamen Leben auf einer Insel begleiten und unterstützen können. Doch birgt das Spiel wirklich das Potenzial in sich uns für längere Zeit zu beschäftigen oder verpufft die lustige Idee schnell unter der Südseesonne? Wir haben uns auf die Insel begeben und sie fleißig bevölkert um genau das herauszubekommen.

Tomodachi Life (10) Quelle: Nintendo Tomodachi Life (10) Die erste Stunde wusste ich, ganz ehrlich gesagt, gar nicht was ich mit Tomodachi Life anfangen soll. Ich setzte mein Ebenbild-Mii auf die Insel, schuf noch ein paar weitere aus meinem Bekanntenkreis, und weil mir dann die Ideen ausgingen, bildete ich noch ein paar Schauspieler nach. Die wollten zuallererst auch nur gefüttert werden, doch die Auswahl im lokalen Restaurant war noch recht mager, weswegen ich sie vorerst mit Lasagne und Wurst abspeiste, im wahrsten Sinne des Wortes. Ziemlich schnell aber meldeten sie verschiedene Bedürfnisse an, Arnold Schwarzenegger wollte unbedingt was neues zum Anziehen und meine Nichte, ganz wie im echten leben, gefälligst eine schönere Einrichtung für ihr Zimmer. So langsam schimmerte mir, wie sich die Charakter-Einstellungen der Miis auf das Gameplay auswirken würden.

Um all das finanzieren zu können, also das Essen, die Klamotten und die neuen Einrichtungen, beschäftigt man sich am besten viel und intensiv mit seinen Miis. Praktisch für jede Interaktion, die bei ihnen Freude auslöst, gibt es bare Münze. Schmeckt ihnen das Essen, gefällt ihnen ihr neuer Hut, schon klingelt es wieder in der Kasse und man kann weitere Items erwerben. Logisch, dass es im Spiel auch besonders hochpreisige Dinge gibt, ohne Garantie jedoch, dass die Sachen dem jeweiligen Mii dann auch gefallen.

Tomodachi Life (5) Quelle: Nintendo Tomodachi Life (5) Erkundet man so die grundlegenden Gameplay-Elemente von Tomodachi Life, überrascht einen der Titel immer wieder mit verschiedensten Ereignissen. Plötzlich will mein Igor von der Nordwand eine engere Beziehung mit Amanda Seyfried eingehen, obwohl die doch eigentlich gar nicht zusammenpassen. Das lässt sie ihn auch deutlich spüren, wobei sie sich generell schon die ganze Zeit ziemlich zickig verhält. Egal was man ihr schenkt, es gefällt ihr entweder gar nicht oder gerade mal so. Langsam geht mir das Geld aus und die Klamottenauswahl dürfte auch langsam etwas größer werden. Dafür sind mein Ebenbild-Mii und Arnold inzwischen dicke Kumpels die gemeinsam Drachen am Strand steigen lassen, wer hätte das gedacht.

Um die Übersicht über die immer mehr werdenden Miis zu wahren, nach einigen Stunden Spielzeit ist Jim Knopf inzwischen zu meinem Lieblingsmii mutiert, werden immer mehr Ranglisten freigeschaltet. Da kann ich nachsehen wer die beliebtesten Miies sind, wer am fittesten und wer am beliebtesten ist. Auch gibt es zwei getrennte Listen für die beliebtesten Mädchen und beliebtesten Jungs. So wirklich helfen aber tut mir das nicht, denn inzwischen versuche ich bestimmte Paare miteinander zu verkuppeln, wozu es im Spiel aber keine wirklich nützlichen Funktionen gibt. Man muss wirklich darauf warten, dass sie sich von alleine ineinander vergucken, erst dann kann man Einfluss üben, indem man freudig einer neuen Beziehung zustimmt oder sie ablehnt.
Derweil hab ich wirklich alles Mögliche versucht bestimmte Paarungen herzustellen, indem ich zum Beispiel Bands gründete, denn unsere Miis können auch singen, wenn auch ziemlich schräg. Trotzdem ist dieses Minigame recht gelungen. Begnügt man sich am Anfang noch die jeweilige Stilrichtung zu wählen, die gleichzeitig auch das zugehörige Lied festlegt, kann man später ganz schön viel Zeit damit verbringen, dies zu perfektionieren. Der gesungene Text nämlich lässt sich frei editieren und je nachdem wie viele Miis man singen lässt, singen diese verschiedene Parts des Songs.

Tomodachi Life (11) Quelle: Nintendo Tomodachi Life (11) Spätestens an dieser Stelle angekommen fragte ich mich schon lange nicht mehr, was ich mit Tomodachi Life eigentlich anfangen sollte, denn es hat mich schon längst gefangen genommen. Inzwischen kenne ich die Terminpläne der verschiedenen Orte schon auswendig, weiß wann der Markt abgehalten wird, wo es seltene Items zu kaufen oder gewinnen gibt, versäume keine Veranstaltung am Jahrmarkt mehr und höre den Miis sogar zu, wenn sie ihre Gespräche im Kaffee führen. Erzählt dort zum Beispiel Bruce Willies, dass er unbedingt mal ein Steak ausprobieren möchte, weiß ich auch schon was ich gleich kaufen werde. Und das neue Muscle-Shirt würde sicher auch gut zu ihm passen, welches grade frisch im Shop eingetroffen ist. Als etwas ungünstig empfand ich allerdings, dass die Veranstaltungen in Echtzeit ablaufen, so wie das ganze Spiel auch. Wer jetzt also die "Magischen Momente" auf dem Jahrmarkt erleben will, der muss zwischen 10 und 11 Uhr spielen. Blöd, wenn man zu der Zeit in der Arbeit oder der Schule ist.

Meinung

Wertung zu Tomodachi Life (3DS)

Wertung:

8.2 /10
Pro & Contra
selbst nach Stunden passiert noch Überraschendessüchtig machendes Gameplayspürbare Charaktereigenschaften der Miis
nicht ganz perfekte Sprachausgabemitunter seltsamer Mix aus Fotos und ComputergrafikVeranstaltungen in Echtzeit, für Berufstätige und Schüler ungünstig

Bildergalerie

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