Arcade- bzw. Indiegames. Für den einen nur billiger Softwareramsch, für den anderen ein gehaltvoller, kleiner Zocksnack für zwischendurch. Unabhängig von den persönlichen Vorlieben findet der geneigte Zocker in den Marktplätzen von Xbox Live, PSN, Steam und Co. eine wahre Flut dieser "Snack-Games". Oft genug kommen dabei auf eine Perle ein Dutzend dreister Klone. Einen davon, nämlich Sixty Second Shooter, drehen wir für euch durch die Gamezone-Testmangel.
Gone in 60 Seconds
Welches ist das kürzeste Videospiel, das euch spontan einfällt? Wer nun an Call of Duty oder ähnliche Shooter mit einer 4-6 stündigen Kampagne denkt, ist schon mal ausgeschieden. Sixty Second Shooter bietet euch für knapp fünf Euro genau 60 Sekunden Spielzeit. Unterboten wird das unseres Wissens nur noch vom Arcade-RPG Half Minute Hero (welches wir euch an dieser Stelle übrigens auch wärmstens empfehlen). Bevor ihr jetzt aber die Mistgabeln wetzt und die Fackeln anzündet - lest zuerst mal in Ruhe weiter. Ja, der Name ist wirklich Programm. Happion Laboratories präsentiert euch ein Twinstickshooter-Spielkonzept das so schlicht wie süchtig machend ist: Erledigt mit nur einem Bildschirmleben so viele Gegner wie möglich - in einer Minute. Nach Ablauf der Zeit oder Verlust des Lebens folgt unweigerlich das Game Over.
Quelle: Happion Laboratories
ID@Xbox: Sixty Second Shooter im Kurztest. (1)
Durch das Sammeln von entsprechenden Powerups könnt ihr Bonuszeit auf euer Konto packen, die Zeit verlangsamen um präziser zu zielen, erhöht euren Raketenvorrat, aktiviert Punktemultiplier und so weiter. Außerdem könnt ihr durch eine Art Warptor auf eine tiefere Ebene fallen. Was das bringt? Dort gibt es mehr Punkte, leider aber auch härtere Gegner. Zusätzlich "fallen" alle übrigen Gegner ebenfalls mit euch nach unten – fairerweise aber auch die Powerups. Ausgefuchste Spieler nutzen diesen Effekt um sich z.B. eine ganze Horde von Gegnern anzusammeln, diese durch einige Ebenen mitzuziehen um sie dann irgendwann mit dem Smartbomb-Powerup auszulöschen. Die Belohnung: Kettenreaktionen – Punkteregen – zufriedener Zocker mit breitem Grinsen.
Twin-Stick Shooter... Highscorejagd... Deja Vu?
Quelle: Happion Laboratories
ID@Xbox: Sixty Second Shooter im Kurztest. (3)
Wem das bekannt vorkommen mag, der liegt gar nicht so falsch. Sixty Second Shooter kopiert ziemlich ungeniert den Genreprimus Geometry Wars: Retro Evolved 2 (lt. Metacritics: 90/100). Große Fußstapfen in die man hier treten möchte - wie sich in unseren Testsessions allerdings zeigte zu große. Dabei macht der "Emporkömmling" eigentlich recht wenig falsch. Das Grundprinzip teilen sich beide Titel nahezu 1:1. Beide bieten sammelbare Powerups (Sixty Second Shooter sogar noch ein paar mehr als Geometry Wars), beide bieten den "nur noch einmal"-Faktor, beide bieten treibenden Technosound und dazu passende Optik. Wieso also gelingt es dem Neuling nicht den Thron zu erobern? Nun die Antwort ist recht simpel. Man kopiert quasi alles, nur eben (bis auf die Powerups) einen Tick schlechter als das Vorbild. Ein Beispiel gefällig? Spielmodi. Geometry Wars bot uns seinerzeit sechs verschiedene Spielmodi, darunter auch einen lokalen MP. Sixty Second Shooter bespaßt uns mit gerade einmal zwei Spielmodi (Classic oder Unendlich). Einen MP sucht ihr sogar vergebens. Die einzige "Mehrspielerkomponente" ist der Highscorevergleich mit anderen Spielern.
