The Last of Us Remastered ist ein HD-Remake des von Kritikern und Fans geliebten PS3-Hits The Last of Us. Wir haben das PS4-Spiel ausprobiert, berichten, wie es in 1080p mit 60 Frames pro Sekunde aussieht und wieso man es trotzdem bei 30 Frames feststellen kann.
The Last of Us war eines der Highlights für Playstation 3. Sieben Millionen Exemplare hat Sony verkauft. Mit einem Wertungsschnitt von 95% gehört es zu den bestbewerteten Spielen der Generation. Fans und Kritiker liebten The Last of Us gleichermaßen – das hat Seltenheitswert. Und nun, noch diesen Monat, kommt eine HD-Fassung für Playstation 4 heraus. Die Gründe dafür sind ziemlich profan, erzählt Arne Meyer, Community Strategist bei Naughty Dog: "Anders als beim Wechsel von Playstation 2 zu Playstation 3 haben wir diesmal unsere Engine von vornherein so konzipiert, dass sie mehr leisten kann. Mit The Last of Us Remastered zeigen wir, wie toll das aussehen kann." Die Engine war halt da und konnte mehr, als die PS3 darzustellen vermochte. Der Remaster ist aber auch ein Testbalon: Gibt es mit der Engine auf PS4 irgendwelche unvorhergesehenen Probleme? Auch das will Naughty Dog wissen, bevor das Studio mit Uncharted 4 einen Blockbuster mit derselben Engine abliefert.
Quelle: Sony
The Last of Us sieht in HD auf Playstation 4 atemberaubend gut aus. (1)
Die Zahlen sind beeindruckend: Statt 720p erstrahlt The Last of Us Remastered in 1080p. 60 Frames sollen es auch sein. Nur optional können Fans die Engine bei 30 Bildern pro Sekunde feststellen. Warum? "Weil viele den Kinolook im PS3-Spiel mochten. 30 Frames sind näher am Kino-Standard [24FPS, Anm. d. Red.], sie mögen es nicht so schnell." Dass die Remaster-Version vielleicht nicht bei konstanten 60 Frames läuft und es deshalb einen "normalisierenden" 30-Frames-Modus gibt, verneint Meyer: "Ja, es stimmt. Ein Spiel erreicht auf Konsole fast nie konstant exakt 60 Bilder pro Sekunde. Aber The Last of Us wird nicht unter großen Frame-Differenzen zu leiden haben."
Die Diskussion um Auflösung und Bildwiederholrate hält Naughty Dog übrigens für wichtig: "Ein Spiel wird nicht automatisch besser, nur weil es in 1080p mit 60 Frames läuft. Aber diese Zahlenspiele spornen Entwickler maßgeblich an, sich zu verbessern. Jeder will sein volles Potential ausschöpfen. Ohne Vergleiche ginge das nicht."
Kein Streaming, höherer Detailgrad
Quelle: Sony
The Last of Us sieht in HD auf Playstation 4 atemberaubend gut aus. (4)
Es ist aber nicht nur die Auflösung, die Naughty Dog verbessert hat. Texturen sind viermal detailreicher als im Original, Schadow Maps doppelt so hoch aufgelöst. Durch Occlusion Mapping sehen Oberflächen noch dreidimensionaler aus, Partikeleffekte, etwa in der Luft schwebender Staub werden realistischer. Ganz besonders stolz ist Naugthy Dog aber auf den Wegfall des unbeliebten Texture Streamings. Früher war der Zwischenspeicher der Playstation 3 nicht groß genug. Objekte wurden im Streamingverfahren zuerst grob, dann detailliert geladen. Wer sich schnell durch den Level bewegte, erkannte an vielen Ecken, dass Texturen erst spät die Details nachladen. Das fällt nun komplett weg. Sobald man ein Gebiet betritt, hat die Engine im Hintergrund bereits alle Daten geladen und hält sie vorrätig. Gestreamt wird nicht mehr. Das wirkt sich auch auf die Weitsicht aus. Die ist sehr viel höher als auf PS3 und auch detailreicher. Während früher am Horizont nur noch verschwommene Umrisse zu sehen waren, sieht man heute noch kleine Details an Ruinen und Gebäudestrukturen. Besonders schön in den Außenarealen von The Last of Us!
Inhaltlich wollte Naughty Dog nichts ändern. "Es gab zwar einige Stellen, an denen der Schwierigkeitsgrad hochging. Für einige Spieler war das zu viel. Das wäre vermutlich das einzige, was wir ändern würden", erzählt Meyer. "Ansonsten halten wir an unserem Mix aus Story und Action-Gameplay fest. Hätten wir das nicht schon gut gefunden, hätten wir The Last of Us nicht veröffentlicht."
Immerhin enthält The Last of Us Remastered alle Add-Ons. Die Multiplayer-DLCs Abandoned Territories und Reclaimed Territories sind ebenso auf der Disc, wie die Kampagnen-Erweiterung Left Behind. Und auch zukünftig soll es noch mehr Inhalt geben. Naughty Dog arbeitet bereits an mindestens einem weiteren DLC. Wir können mit einem Multiplayer-Update rechnen, erklärt Meyer. Aber auch eine weitere Singleplayer-Erweiterung ist noch möglich. "Wir haben mit Left Behind damit experimentiert. Und das hat ja bekanntlich ziemlich gut funktioniert. Eigentlich sind wir der Meinung, dass die Geschichte zu Ende erzählt ist. Aber wer weiß, vielleicht entscheiden wir uns um?"
Playstation 4 vs. Playstation 3
Wie es aussieht?
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Im Hands-On Check überzeugt The Last of Us. All die Zahlenspiele, die Meyer in seiner Präsentation runtergebetet hat, treten in den Hintergrund und offenbaren ein viel runderes Bild. Wer Playstation 3 und Playstation 4 nebeneinanderlegt, sieht deutliche Unterschiede: Wo in der Originalversion Kantenglättung komplett fehlt und Details verschwommen sind, glänzt die neue Version mit deutlich weniger Kantenflimmern. Das komplette Bild sieht knackiger und schärfer aus. In einem evakuierten Dorf liegt im Abendrot ein Staubschleier über der Straße. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages scheinen hindurch und sorgen für ein erhebendes Gefühl. Sicher, auch auf Playstation 3 sah The Last of Us in solchen Momenten schon schaurig schön aus. Der HD-Remaster verändert auch nichts an Look and Feel des Spiels. Das Qualitätsplus merkt man aber spürbar.
Ob man die neue Fassung aber auch braucht, wenn man die Geschichte schon durchgespielt hat? Das bezweifeln wir allerdings. Die Zielgruppe ist eh eine andere. "Vor allem in Amerika haben wir auf der Playstation 4 viele, die von Wii und Xbox 360 umgestiegen sind. Denen wollen wir jetzt die bestmögliche Chance geben, The Last of Us nachzuholen."
