Escape Dead Island: Vorschau: Das Bindeglied zwischen Teil 1 und 2

Special Sandro Odak
Das absurde Mystery-Adventure setzt auf Cel-Shading-Grafik.
Quelle: Deep Silver

Auf der E3 kündigte Deep Silver nicht nur Dead Island 2 an, sondern auch Escape Dead Island. Das verworrene Survival-Adventure fungiert als Bindeglied zwischen Teil 1 und 2 und geht einen völlig neuen Weg: Dank Cel-Shading-Grafik und Mindfuck-Story a la Inception tritt die Zombieplage fast schon in den Hintergrund.

Cliff Calo stand schon immer im Schatten seines Vaters. Der Medienmogul ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der sich gern mit den Lorbeeren anderer schmückt. Cliff hingegen war immer nur der Sohn eines reichen Verlagsbosses. Er will endlich mal selbst im Rampenlicht stehen, etwas Eigenes auf die Beine stellen. Als er knapp sechs Monate nach den Ereignissen von Dead Island von dem trügerischen Inselparadies erfährt, denkt er nicht lang nach: Mit ein paar Freunden krallt er sich Daddys Yacht und will eine Enthüllungsdokumentation drehen. Denn keiner weiß, was auf Banoi wirklich geschah.

Doch Cliff landet nicht auf der beschaulichen Ferieninsel, sondern auf der benachbarten Privatinsel eines anderen Superreichen. Doch auch hier scheint das Zombie-Virus verbreitet zu sein – nicht nur das. Cliff und seine Freunde werden getrennt, fortan haben sie nur noch via Funkgerät Kontakt. Das denkt er zumindest! Denn je länger Cliff auf der Zombieinsel ist, desto verrückter wird es. Frachtcontainer fallen vom Himmel, monströse Strukturen wachsen aus dem Boden, Zombies tauchen einfach aus dem Nichts auf und verschwinden wieder. Ästhetisch erinnert das ein bisschen an Christopher Nolans Mindfuck-Epos Inception. In Escape Dead Island weiß man nie, was real ist und was nur reine Vorstellungskraft des Protagonisten.

Neue Wege gehen
Escape Dead Island Protagonist Cliff will die Geheimnisse Banois aufdecken - und wird wahnsinnig dabei. Quelle: Deep Silver Escape Dead Island Protagonist Cliff will die Geheimnisse Banois aufdecken - und wird wahnsinnig dabei. Entwickler Fatshark geht mit Escape Dead Island optisch komplett neue Wege. Während Vorgänger und Nachfolger auf realistische Grafik setzen, treibt das Bindeglied die Gewalt auf eine neue (Humor-)Spitze. Im Cel-Shading-Look, der an den Grafikstil von Comics und Graphic Novels erinnert, reist man in der 3rd Person Perspektive durch die Insel. Im Fokus steht nicht eine Gewaltorgie, die auf dem Mix von verschiedenen Waffen beruht, sondern die absurde Geschichte des Survival-Mystery-Horrors. "Wir wollten mit der Optik des Spiels den Handlungsstrang unterstreichen", erzählt Anthony Cardahi, Creatice Producer bei DeepSilver. "Dead Island hat in seinen Trailern stark auf eine emotionale Ebene gesetzt. Aber das Spiel hat das am Ende vollkommen außer Acht gelassen und war nur sehr actionreich. Das wollen wir jetzt ändern." Und die verspielte Comicgrafik hilft natürlich auch, dass Escape Dead Island in Deutschland erscheinen kann. "Anscheinend hat den Jugendschutzbehörden nicht gefallen, dass man Zombies auch nach ihrem Tod noch Arme und Köpfe abhacken konnte." Auch der generell sehr düstere Tonfall soll zur Indizierung beigetragen haben.

3rd Person statt Ego-Perspektive: Escape Dead Island macht einiges anders. Quelle: Deep Silver 3rd Person statt Ego-Perspektive: Escape Dead Island macht einiges anders. Ein Kinderspiel ist Escape Dead Island dennoch nicht. Wenn Cliff mit absurd zusammengebauten Waffen, etwa der einem Axt-Schwert, Zombies enthauptet, unterstreicht die Engine das mit lustiger Lautschrift wie "Krach", "Bumm" oder "phew". Trotzdem spritzen Blutfontänen aus den Leibern der Untoten. Man hackt seinen Feinden noch immer Arme, Beine und auch mal den Kopf ab.

Neue Wege geht Escape Dead Island aber auch beim Leveldesign. Anstatt einer riesigen Open-World Insel spielt das Mystery-Spiel in linearen Levelstrukturen. Wenn man in der Mitte der Insel auf einem Berg steht, kann zwar weit sehen und fast alles von dort aus erreichen – aber eben nicht frei erkundbar, wie in den Hauptspielen. Fahrzeuge gibt es auch nicht. Stattdessen geht man zu Fuß aus einem Missions-Hub über das Eiland. Manche Wege sind von Anfang an gesperrt, etwa durch Gaswolken. Diese Passagen werden im Verlauf der Handlung freigelegt, etwa wenn Cliff eine Gasmaske findet.

Retail – nicht Download
Der Mystery-Aspekt ist verschwurbelt wie Inception. Quelle: Deep Silver Der Mystery-Aspekt ist verschwurbelt wie Inception. Obwohl anfangs viel gemunkelt wurde, dass Escape Dead Island ein Downloadspiel würde, bestätigte Creative Director Cardahi eine Retail-Veröffentlichung. Für PC, Playstation 3 und Xbox 360 erscheint das Survival-Adventure im Herbst 2014. Am PC kann man Escape Dead Island auch via Steam kaufen.

Die Begeisterung für Zombies ist für Cardahi übrigens leicht erklärt: Die Zombie-Apokalypse ist zurzeit auch im Mainstream sehr beliebt, weil die ein Überdruckventil darstellt. "Die Menschen träumen von einer Welt, in der sie nicht zur Arbeit gehen müssen, wo eh nur der Chef wartet und sie anmault. In dieser Zombie-Welt ist alles böse und sie können ihre Wut an Untoten auslassen. Das wirkt eine Anziehungskraft auf Menschen aus."

Meinung

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