Borderlands: The Pre-Sequel in der Vorschau: Loot-Shooter in Zero-Gravity

Special Sandro Odak
Borderlands: The Pre-Sequel in der Vorschau: Loot-Shooter in Zero-Gravity
Quelle: 2K Games

Mit Borderlands 2 feierte Gearbox einen riesigen Erfolg: Der Mix aus Loot-Shooter und einer absurd komischen Geschichte kam bei Fans und Kritikern gut weg. Wieso also keinen Nachfolger machen? Aber was soll es sein? Prequel? Sequel? Pah, Borderlands bekommt ein "Pre-Sequel" - und wir haben es angespielt.

Borderlands 2 kehrt zurück – irgendwie. Nach dem riesigen Erfolg des Open-World-Klamauk-Shooters hat Gearbox die bereits abgeschlossene Geschichte rund um Handsome Jack weitererzählen wollen. Aber wie macht man das? Als Prequel? Als Sequel? Nun, Gearbox wählt den Mittelweg, heraus kommt das Borderlands Pre-Sequel. Pre-Sequel, weil es ein Prequel zu Borderlands 2 darstellt, Sequel, weil es nach Borderlands spielt. Als Bindeglied verbindet das nee Abenteuer die beiden Spielteile – und erklärt, wie aus dem niedlichen "Handsome Jack" der irgendwie trotzdem liebenswürdige Oberfiesling in Borderlands 2 werden konnte.

Der Clou: Zum ersten Mal spielt man nicht gegen Handsome Jack, sondern auf seiner Seite. Mit ihm bekämpft man eine noch größere Gefahr für den Borderlands-Heimatplaneten Pandora – und verhilft ihm am Ende vermutlich sogar auf den Thron der Macht, von dem man ihn in Borderlands 2 stoßen muss. Das moralische Dilemma: Viele handelnde Figuren kennt man und trotzdem steht man plötzlich auf der anderen Seite: Die Bösen sind die Guten, die Guten die Bösen – zumindest wenn man davon ausgeht, dass die Charaktere der eigenen Seite die Guten sind.

Die Charaktere
Die Charaktere im Borderlands Pre-Sequel Quelle: 2K Games Die Charaktere im Borderlands Pre-Sequel Vier spielbare Charaktere mit neuen Klassen bietet das Borderlands Pre-Sequel. Alle vier sind bekannte Gesichter. Wilhelm der Enforcer beispielsweise tötet im ersten Teil beinahe die Vault Hunter und ist in Borderlands 2, mittlerweile mehr Roboter als Mensch, einer der Bossgegner des Spiels. Im Pre-Sequel kann man seinen menschlichen Verfall beobachten. Je mehr man im Skillbaum freischaltet, desto weniger menschliche Teile bleiben übrig. Zuerst kommt ein mechanisches Auge, dann ein Arm und in Borderlands 2 hat er eigentlich nur noch Torso und Kopf, der Rest besteht aus mechanischen Komponenten. Er nutzt kleine Drohnen (Wolf und Saint), die Feinde attackieren und ihn und seine Kumpels heilen.

Athene die Gladiatorin tritt im ersten Borderlands als Strategin und Verräterin auf. Sie stellt als Agentin der Crimson Lance fest, dass die Ziele der Vault Hunter eigentlich mit ihren übereinstimmen und will einen Pakt mit ihnen schließen. Im Pre-Sequel tritt sie mit einem Schwert und einem Schild an. Der Schild absorbiert für mehrere Sekunden allen Schaden, der von vorne einprasselt und reflektiert ihn auf Knopfdruck zurück zum Absender. Das kann in den unübersichtlichen Momenten Borderlands schon ganz nützlich sein.

Nisha the Lawbringer ist Handsome Jacks spätere Freundin. In Borderlands 2 führt sie ihrer Gesetzgeber-Qualitäten fort und regiert die Region Lynchwood mit eiserner Hand. Auf mehr als 200 Vergehen wartet dort die Todesstrafe – und Nisha ist gut darin, Todesstrafen zu vollstrecken! Sie kann offensichtlich zwei Waffen tragen, Details zu ihren Fähigkeiten sind bislang jedoch Mangelware.

Einer der beliebtesten Charaktere und ideologischer Träger des Pre-Sequels ist Claptrap. Zum ersten Mal kann man ihn als spielbaren Charakter auswählen – jedoch geizt Gearbox auch zu ihm noch mit Informationen.

Die Spielwelt
Borderlands: The Pre-Sequel in der Vorschau. (5) Quelle: 2K Games Borderlands: The Pre-Sequel in der Vorschau. (5) Das Borderlands Pre-Sequel findet, im Gegensatz zu den zwei Hauptspielen, nicht auf Pandora, sondern auf einem der planetaren Monde statt. Die ziemlich coole Konsequenz: Schwerkraft ade! Die vier neuen Charaktere können meterweit und meterhoch springen. Und das macht ziemlich Laune! Gearbox arbeitet ganz bewusst mit Sprungrätseln und "Jump and Run"-Einlagen. Damit eliminiert man einen der großen Kritikpunkte des Vorgängers: Wer nicht gerade mit einem Auto durch die Spielgebiete Borderlands fuhr, hatte zwischen den Action-Szenen eigentlich nichts zu tun. Indem nun auch der Weg ein Ziel ist, lockt Borderlands mit noch mehr Spielspaß "zwischen den Zeilen".

Wie es sich für einen richtigen Mond gehört, fehlt ihm aber nicht nur Gravitation, sondern auch Sauerstoff. Die menschlichen Charaktere (ob Claptrap Luft braucht, wissen wir nicht) haben neben dem Schild, einer Granate und einem Klassen-Item nun auch eine Sauerstoffzelle, die endlich ist. Sobald man den sicheren Bereich von O2-Blasen verlässt, läuft ein Timer runter. Den kann man sogar noch schneller verbraten, etwa wenn man einen kleinen Jetpack aktiviert, um höher oder weiter zu schweben. Der Timer sorgt dafür, dass man immer unter Zeitdruck steht. Borderlands: The Pre-Sequel in der Vorschau. (8) Quelle: 2K Games Borderlands: The Pre-Sequel in der Vorschau. (8) Richtig fies will aber auch Gearbox nicht sein: Überall auf dem Mond stehen aktivierbare Roboter, die auf Knopfdruck eine Sauerstoffblase aufbauen. So muss man taktisch vorgehen und seinen Weg durch die Einöde mit Bedacht wählen. Denn irgendwann kommt der Zeitpunkt, von dem an es keine Rückkehr mehr zur letzten O2-Tanke mehr gibt!

Darüber hinaus wartet das Borderlands Pre-Sequel von allem mit etwas mehr auf. Mehr Waffen, mehr Loot, mehr neue Fahrzeuge. Neue Gegner und neue Waffen-Arten: Mit Cryo-Knarren kann man Feinde erst einfrieren und dann in tausend Teile zersplittern lassen. Viele mittelgroße Gegner zerfallen dann in kleinere Einzelteile. Aus einem Kampf mit einem "Snowball Kraggon" zersplittern mehrere kleine Kristallwölfe. War die Situation eben noch übersichtlich, preschen plötzlich gut ein Dutzend Winzlinge auf einen zu. Borderlands: The Pre-Sequel führt einfach all das fort, was Borderlands 2 schon gut gemacht hat.

Meinung

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