Forza Horizon 2: Forza Horizon 2 in der Vorschau: Beeindruckendes Rennspiel ohne "Casual"

Special Sandro Odak
Mitten durchs Feld: Forza Horizon 2 geht offroad.
Quelle: Microsoft

Gamezone konnte auf der Gamescom einen ersten Blick auf Microsofts Rennspiel-Hoffnung Forza Horizon 2 werfen. Was früher ein bisschen als Casual-Racer verschrien war, hat nun nur noch oberflächlich ein Casual-Setting. Im Gameplay beeindruckt Horizon 2 durch harten Realismus.

Forza Motorsport 5 war nie mein Titel. Die Rennsimulation ist für meine Verhältnisse zu sehr Simulation und zu wenig Spiel. Forza Horizon war da anders. Das erfrischende "Casual"-Aspekt kombinierte das Beste aus zwei Welten: Das leichte Spielgefühl eines spaßorientierten Rennspiels und die notwendige Authentizität einer Rennsimulation – beide Komponenten jeweils so vermischt, dass sie noch vorhanden sind, aber keine heraussticht. Der Nachfolger Forza Horizon 2 folgt diesem Weg weiter – und verbessert viele Kritikpunkte des Vorgängers.

Mitten durchs Feld: Forza Horizon 2 geht offroad. Quelle: Microsoft Mitten durchs Feld: Forza Horizon 2 geht offroad. Zum Beispiel ärgerten sich Fans damals darüber, dass Horizon zwar eine offene Welt bot – aber man immer in den Schläuchen der Straße unterwegs war. Große Teile der detailreichen Welt waren einfach nicht erreichbar. Sie waren nur Deko. Diesen Platz will Horizon 2 auffüllen, lässt Fahrer immer wieder offroad gehen. Im Rennen, dass ich in einem Aston Martin absolviere, gibt es geschlossene, typische Rennabschnitte. Und dann öffnet sich plötzlich das Feld. Fahrer können Kurven abkürzen, schneiden oder einfach querfeldein über ein Feld fahren. Das Fahrverhalten mag vielleicht nicht ganz realistisch sein, immerhin rase ich mit über 200 Sachen in eine Sandpiste, effekthaschend ist der Moment, in dem ich plötzlich selbst entscheiden kann, wo es langgeht, trotzdem. Gräser, Dreck und Maiskolben fliegen durch die Luft, viel Staub wird aufgewirbelt. Das sieht toll aus und aus der tiefen Cockpitsicht kann man wegen des hochgewachsenen Gestrüpps gar nicht mehr sehen, wo es langgeht.

Ich wäge ab: Bleibe ich auf der gepflasterten Straße und erfreue mich am höheren Grip oder kürze ich einfach querfeldein ab, wo Baumstümpfe, Heuballen und natürlich die schlechteren Bodenbelangverhältnisse mich abbremsen? Später kann ich nochmal entscheiden und zwischen zwei Straßen wählen. Lieber oben über den Bergpass fahren oder bergab ins Tal rasen? So teilt sich das Fahrerfeld in Rennen mehrfach auf und sorgt an den Wiedervereinigungsstellen für mehr Reibung und Action.

Dynamischer Wetterwechsel
Dynamischer Wetterwechsel: Es kann jederzeit anfangen zu regnen. Quelle: Microsoft Dynamischer Wetterwechsel: Es kann jederzeit anfangen zu regnen. Beeindruckend ist auch der Wetterwechsel. Mitten im Rennen zieht die Wolkendecke zu. Es wird düster, die tollen "Godrays" (übermäßig verwendete Lichtstrahlen) verschwinden, es regnet. Die Straße ist nun nass, mein Fahrverhalten von eben entwickelt sich zur Unfallgefahr: Spät und stark bremsen und so in die Kurve gehen, ist nicht mehr. Der schwere Aston Martin rutscht dann einfach weiter, der Hintern drückt in Kurven durch – und schon steht man quer. Nur ein paar Minuten lang hält der Platzregen, dann klart es wieder auf. Auf dem Boden bilden sich Pfützen, aber eine spezielle Auswirkung auf das Gameplay haben sich nicht mehr. Schade: Es wäre schön gewesen, wenn Forza Horizon 2 so auf Details geachtet hätte, aber anscheinend unterscheidet die Engine nur allgemein zwischen nasser und trockener Straße.

Forza Horizon 2 profitiert von der Ernsthaftigkeit von Forza und der Leichtfüßigkeit eines Casual-Racers. Quelle: Microsoft Forza Horizon 2 profitiert von der Ernsthaftigkeit von Forza und der Leichtfüßigkeit eines Casual-Racers. So casual wie sein Ruf ist, ist Forza Horizon 2 aber gar nicht. Im engen Fahrerfeld drücken mich meine Gegner eiskalt heraus, jeder Aufprall wirkt sich ein wenig aufs Fahrverhalten aus. Die Boliden gehen zwar nicht so einfach kaputt wie in der Hardcore-Simulation, aber einfach casual ist Horizon 2 nicht. Vor allem im Fahrgefühl profitiert der Titel von seinem "Bruder" Forza 5.

Beeindruckt bin ich auch vom Sound. Treibende Beats unterstreichen den Festival-Gedanken von Forza Horizon 2, die Steuerung ist präzise wie man es aus Forza gewohnt ist. Flüssig läuft Forza Horizon 2 in unserer Testversion sowieso. Kein Pumpen, kein Flackern in den wunderschönen Umgebungen, kein Ruckeln: Wenn Forza Horizon 2 seine Open-World- und Online-Elemente richtig einsetzt, steht vermutlich DAS Rennspiel des Jahres ins Haus.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk