The Witcher 3 in der Vorschau: Dem Hexer wird nicht langweilig

Special Sandro Odak
The Witcher 3 in der Vorschau: Dem Hexer wird nicht langweilig

Auf der Gamescom haben wir eine neue Mission aus The Witcher 3 gesehen. Die 45-minütige Demo zeigt erneut, was für ein exzellentes Spiel CD Projekt entwickelt - ein wörtliches Zitat der Entwickler. Übertrieben haben sie nicht: Ihr RPG verspricht der RPG-Blockbuster des Jahres zu werden!

Bis jetzt hat CD Projekt RED immer nur Ausschnitte aus The Witcher 3: Wild Hunt gezeigt. Es wurde Zeit, für eine ausführliche, live gespielte Demo. Und genau die hatten die polnischen Superstars auf der Gamescom im Gepäck. Doch vor der Präsentation verteilen sie ein Feedback-Formular. Auch wenn sie schon über 150 Awards mit The Witcher 3 gewonnen haben, Ideen und Vorschläge von Journalisten, Gamern und Fachbesuchern nehmen sie sehr ernst. Manch ein Feature soll es erst ins Spiel geschafft haben, nachdem jemand in einem dieser Formulare darauf hindeutete.

Der Ritt nach Novigrad sieht wunderschön aus! Quelle: CD Project Red Der Ritt nach Novigrad sieht wunderschön aus! In unserer Demo kommt Geralt gerade von seinem Kampf gegen den Greif zurück, den man aus vorherigen Trailern bereits kennt. Der Kopf des Ungetüms hängt vom Sattel seines Pferdes runter, während Geralt durch die saftig grünen Wiesen rund um Novigrad reitet. Die Szene ist beeindruckend: Grün und ultra-kontrastreich leuchtet das Gras, das im Wind leicht wackelt, dazwischen hunderte, tausende Blüten in rot, gelb und vielen anderen Farben. Im Hintergrund sind schon die ersten steinernen Türme der Festungsstadt erkennbar. Die Detailtiefe ist enorm und selbst Geralts Pferd wirkt, als wäre es real.

Natürlich hat Geralt nicht einfach aus Spaß den Greif angegriffen. Ein schmieriger Unterwelt-Boss wollte den Kopf des Greifen im Austausch für Informationen. So kennen wir den Hexer: Immer am Dealen, immer am Tauschen. Er will Informationen über eine junge Frau mit aschegrauen Haaren, selbst eine Hexerin. Wie das in der Welt des Witchers aber ist, bekommt er nicht einfach einen Ort genannt, sondern muss weiter Brotkrumen folgen: Eine kleine, bläuliche Kreatur ist mit der Frau gesehen worden. In den Sümpfen. Geralt will schon aufs Pferd steigen, doch der Vorspieler überdenkt den Plan noch mal: 15 bis 20 Minuten würde die Reise im vollen Galopp, der schnellsten Geschwindigkeitsstufe, dauern. Und es ist noch nicht mal die längste Strecke im Spiel. Die Welt von The WItcher 3 ist riesig, noch größer als in den Vorgängern. Deshalb gibt es Schnellreise-Punkte, die man in der Mini-Map auswählen kann, sobald man sie gefunden hat.

Der Sumpf
Geralt greift eine Truppe Banditen im Sumpf an. Quelle: CD Projekt Red Geralt greift eine Truppe Banditen im Sumpf an. Der Sumpf ist keine lebenswerte Umgebung. Hier hat eine schrullige alte Frau ein Waisenheim errichtet, doch immer wieder verschwinden die Kids. Unter ihnen findet Geralt, zusammengekauert im Wurzelgeäst eines riesigen Baums, einen kleines, bläulich schimmernden Jungen namens Johnny. Die Kreatur, die mit der Frau gesehen wurde! Doch Johnny kann nicht sprechen, schon wieder muss der Hexer einen Deal eingehen. Klettert er einen Berg hoch und tötet ein paar Harpyien, könnte er Johnnys Stimme wiederherstellen. Und tatsächlich: Harpyien werden magisch angezogen von Glitzerkram. Sie sind wie Krähen, nur größer, nerviger – und tödlicher! Aber einem Hexer haben sie natürlich nichts entgegenzusetzen. Geralt zieht eine Armbrust. Beim Zielen verlangsamt die Zeit ein wenig. Ein paar Schüsse später liegt ein Haufen toter Harpyien-Körper am Boden und Geralt hält ein goldenes Gefäß in der Hand, aus dem Johnny trinkt.

"Blubberwurm! Das ist der beste Moment des Tages, seit ich heute Morgen zum ersten Sonnenstrahl gekackt habe", bedankt sich der quirlige Johnny. Ob es eine gute Idee war, ihm die Stimme zurückzugeben… Vermutlich nicht. Aber auch er will erst nichts über die aschengraue Lady sagen, schickt Geralt zu der alten Frau, die die Waisen aufnimmt. Zu ihr und den drei Hexen-Ladys, die in einem Gemälde leben. Verrückt! Natürlich wollen auch sie zuerst, dass Geralt etwas für sie tut. Ein Waldgeist tötet angeblich Waisenkinder, er muss weg.

Erstmals zeigt CD Projekt RED das Inventar - ein Herzstück des Spiels. Quelle: CD Project Red Erstmals zeigt CD Projekt RED das Inventar - ein Herzstück des Spiels. Also macht sich Geralt auf. Er besiegt ein paar Banditen, zündet Sumpfgas an und zaubert sich seinen Weg durch eine Horde Wölfe und einen Chef-Werwolf. Und plötzlich steht er da, tief unter der Erde, in den Wurzeln eines Baums. Vor ihm: Ein Baumgeist. Ein hässliches Ding. Es pulsiert, es spricht und es sieht gefährlich aus. Doch es schlägt ganz versöhnliche Worte an. Angeblich ist es nicht der Baumgeist, der die Kinder tötet. Er beschützt sie sogar. Wir sollen ihn am Leben lassen und mit ihm die drei Ladys angreifen. Doch wir entscheiden uns dagegen. Glauben ihm nicht. Und töten ihn.

Es stellt sich als falsche Entscheidung heraus: Im Dorf angekommen sehen wir die drei Hexen zum ersten Mal real außerhalb ihres Gemäldes. Und sie sehen keineswegs so aus wie auf dem Bild. Die Schönheit ist gewichen, vor Geralt stehen drei Frankenstein'sche Monster aus viel offenem Fleisch, abgebunden Riesenbrüsten und einer Kette voller abgeschnittener Ohren. Der Dorfälteste muss sich seines gerade abschneiden, weil die Hexen Geralt zur "Rettung" geschickt haben.

Drei Hexen leben in diesem Gemälde - in Wirklichkeit sehen sie aus wie Frankensteins Monster. Quelle: CD Project Red Drei Hexen leben in diesem Gemälde - in Wirklichkeit sehen sie aus wie Frankensteins Monster. Und dann stellen wir fest: Die Kinder sind alle weg. Vielleicht hatte der Geist doch Recht. Vielleicht hat er die Wahrheit gesagt und unsere Entscheidung hat sie alle zum Tode verurteilt. Vielleicht wäre mit der anderen Entscheidung alles besser geworden. "Pustekuchen!", sagt einer der CD Projekt Mitarbeiter. "Es gibt nicht den richtigen und den falschen Weg. Kein Gut und Böse. Es gibt nur Graustufen. Jede Entscheidung in The Witcher 3 hat Vorteile und Nachteile. Hätte Geralt den Waldgeist leben lassen, wäre mit Sicherheit etwas anderes schlimmes passiert." Dem Hexer soll ja nicht langweilig werden.

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