Assassin's Creed Rogue in der Vorschau: Der kleine Unity-Bruder gehört gar nicht zu Ubis neuem AC-Universum

Special Sandro Odak
Ein Granatwerfer ist Shays neue Lieblingswaffe. Ihn bestückt man z.B. mit Gasgranaten.
Quelle: Ubisoft

Auf der Gamescom haben wir Assassin's Creed Rogue anspielen können. Ursprünglich haben viele erwartet, dass es sich dabei um einen "kleinen Bruder" von Assassin's Creed Unity für "Last-Gen-Konsolen" handelt. Doch Rogue gehört gar nicht zu Ubisofts neuem AC-Universum. Wir verraten euch, wo es stattdessen anknüpft.

Als Assassin's Creed Rogue in der Woche vor der Gamescom geleakt wurde, haben viele mit einem Unity-Ableger für Last-Gen-Konsolen gerechnet. Mit einem kleinen Bruder sozusagen, der vielleicht ein Prequel zu Unity darstellt. Nun ist Assassin's Creed: Rogue aber enthüllt – und es hängt wider Erwarten mit Assassin's Creed 3 und Assassin's Creed 4 zusammen, nicht mit dem neuen Teil der Serie! Rogue spielt während des Siebenjährigen Krieges in Nordamerika und dem Atlantik. Die Kampagne schlägt eine Brücke zwischen dem dritten und vierten Teil der Serie, ein paar bekannte Gesichter kommen also vor. Ein bereits enthüllter Charakter ist der Templer Haythem Kenway, den man zu Beginn von Assassin's Creed 3 steuert.

Klingt für alle Assassin's-Creed-Fans toll? Eigentlich ja, wäre da nicht die Sache mit den Last-Gen-Konsolen. Ubisoft hat Rogue nämlich nur für Xbox 360 und Playstation 3 angekündigt. PC und Next-Gen sind nicht angekündigt – doch unter der Hand rechnen selbst Entwickler von Ubisoft mit einem HD-Remake 6 bis 12 Monate nach der Erstveröffentlichung. Die Ausrede, dass Ubisoft die "Kenway-Serie auf den Plattformen zu Ende bringen will, auf denen sie startete" können wir nämlich nicht nachvollziehen. Sie klingt nach einem wirklich konstruierten Vorwand.

Noch mehr Seefahrt
Die Morrigan ist Shays maritime Heimat - und bewaffnet wie eine Festung! Quelle: Ubisoft Die Morrigan ist Shays maritime Heimat - und bewaffnet wie eine Festung! In einem anspielbaren Demo-Level können wir zusammen mit Kenway Senior auf der "Morrigan", einem großen Dreimaster, durch die Arktis und den Atlantik schippern. Dort oben schwimmen Narwale herum, die man jagen kann (immer noch eklig!), es gibt Eisberge und plötzliche Schneestürme, sogar Blizzards, die Schaden am Schiff verursachen. Deshalb ist es wichtig, seinen Kahn zu reparieren und aufzuwerten. Man kann ihn etwa mit einem Eisbrecher ausrüsten, um auch in die nördlichsten Gebiete der Arktis vorzudringen.

Wer die Seefahrt in Assassin's Creed 3 und 4 mochte, bekommt in Rogue zum letzten Mal die Chance dazu: Die Spielmechanik musste in Unity weichen, um dem riesigen Freerun- und Parkour-System Platz zu machen, außerdem passt ein Seekrieg nicht so recht ins Revolutionssetting. Viel geändert haben die Macher aber nicht. Die Morrigan wird ebenso von einem Kapitän gesteuert, wie die Schiffe in den Vorgängern. Neu ist lediglich eine Waffe im Heck: Durch einen Ölteppich kann man Verfolger abschrecken, indem man die Fahrtrinne des eigenen Schiss anzündet.

Am Freerunning ändert sich wenig, System und Animationen könnten aus den Vorgängern stammen. Quelle: Ubisoft Am Freerunning ändert sich wenig, System und Animationen könnten aus den Vorgängern stammen. Erst am Land zeigen sich kleinere Unterschiede. Hauptcharakter Shay Patrick Cormac hat einen Granatwerfer dabei, den er mit verschiedenen Gas-Projektilen bestücken kann. Mit ihnen schickt er Wachen entweder in den Tiefschlaf oder lässt sie aggressiv werden, damit sie sich gegenseitig attackieren. Um nicht selbst Opfer zu werden, trägt er eine Gasmaske. Ansonsten erinnert der Titel stark an die Vorgänger von Assassin's Creed Unity: Grafisch sieht Rogue seinem AC3- und AC4-Pendant sehr ähnlich. Shay klettert an Bäumen und Häusern entlang, versteckt sich hinter Wänden und Fenstern und kämpft gegen jeweils immer allein angreifende Gegner.

Vom Assassinen zum Templer
Templer gegen Assassinen: Shay ist vom einen Orden in den anderen gewechselt und kennt alle Tricks. Quelle: Ubisoft Templer gegen Assassinen: Shay ist vom einen Orden in den anderen gewechselt und kennt alle Tricks. Geschichtlich sticht Rogue heraus, weil Shay einer der ersten Charaktere ist, der nicht zu den Assassinen gehören möchte. Zu Beginn der Kampagne ist er zwar noch in der Meuchelgilde, doch als ein Auftrag schiefgeht, steigt er aus. Shay ist fortan Templer, jedoch mit eigenen Ideen. Er macht, was er will. Fans wird dieses Setting bestimmt gefallen. Das sowieso schon verschobene Gut-Böse-Gefälle wird mit diesem Teil nochmals durcheinander gebracht und unterstreicht, dass es in Assassin's Creed wirklich kein schwarz und weiß gibt, sondern nur grau.

Der Wechsel der Perspektive wird interessant werden. Endlich hat die AC-Welt ein erfrischend neues Bild der Freund-Feind-Debatte. Mit sonderlich vielen Infos wollten die Macher aber nicht herausrücken. Die Demoversion war deshalb auch nur spärlich befüllt. Wir konnten eine Seeschlacht führen, die Arktis erforschen und ein Assassinen-Camp infiltrieren. Dabei fungiert ein Meuchelmörder als "Bossgegner", ihn gilt es zur Strecke zu bringen. Gar nicht so einfach, denn er besitzt natürlich all die Fähigkeiten, die Ezio und Connor auch schon hatten. Im Nahkampf ist er Shay vielleicht sogar überlegen. Deshalb ist man gut beraten, ihn aus der Entfernung kaltzumachen.

Grafisch liegt Assassin's Creed Rogue gleichauf mit seinen letzten Last-Gen-Brüdern. Vor dem Termin gingen in Köln Horrorstorys unter Journalisten um, dass Rogue im Vergleich mit Unity total untergehen würde. Doch mit dem Ergebnis können wir ganz gut leben. Sicherlich sieht das neue-neue Assassin's Creed deutlich aufgebohrter aus. Den Technologieunterschied darf man aber nicht verkennen!

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