Diablo 3: Reaper of Souls Special: Was bisher geschah - eine Story-Zusammenfassung
Special
Im Diablo 3: Reaper of Souls Story-Special verrät euch Gamezone-Autor Sven Huber, was in den ersten Akten von Diablo 3 geschah. Die Prosa-Erzählung aus der Perspektive einer Romanfigur soll die Erinnerung an die Geschichte des Hauptspiels wecken - bevor nun die Erweiterung ein neues Kapitel hinzufügt!
Gamezone-Autor Sven Huber hat sich vor dem neuen Diablo 3 Akt Reaper's Souls Gedanken über die bisherige Geschichte von Diablo 3 gemacht und fasst den Verlauf der Kampagne in einem Story-Special zusammen. Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass der Prosa-Text eine Menge Spoiler aus dem Hauptspiel und Akt 1-4 enthält! Wer Diablo 3 noch nicht gespielt hat, sollte hier am besten aufhören zu lesen! Die Handlung aus Reaper of Souls bleibt natürlich unerwähnt.
Ein unheilverkündender Vollmond stand ungewöhnlich tief am Himmel über Sanktuario und tauchte den Wald in ein kränkliches, fahles Licht. Zwischen den knorrigen Überresten der ehemals stolzen Rieseneichen bewegte sich ein massiver Schatten durch das Unterholz. Es war ein Kreuzritter. Ein Angehöriger einer legendären Kriegerkaste, die sich dem Kampf gegen die dämonischen Horden der Brennenden Hölle und ihrer menschlichen Handlanger verschrieben hatte. Seine pechschwarze Plattenrüstung reflektierte nahezu kein Licht und ließ seine Silhouette mit den Schatten der Bäume verschmelzen. Auf seinem Rücken hatte er einen beinahe mannshohen, dreieckigen Schild gespannt und wirkte dadurch ein wenig wie eine Schildkröte auf zwei Beinen. An seiner rechten Seite hing seine bevorzugte Waffe - ein mächtiger Morgenstern. An der Kette eine mit rasiermesserscharfen Dornen besetzte Kugel. Als wäre die Waffe alleine nicht schon furchterregend genug wurde sie von einem sanften Schimmer umhüllt. Eine Tatsache, die nur wenigen Menschen überhaupt auffiel und nur den Zauberkundigen die magische Natur des Kriegswerkzeugs enthüllte. Sanft, beinah zärtlich, legte der Krieger eine Hand auf den mit Nieten besetzten Griff. Der geheiligter Morgenstern, die bevorzugte Waffe seiner Ordensbrüder und das ideale Werkzeug gegen die Untoten und Ghule denen er in unzähligen Schlachten gegenüber trat.
Er verlangsamte seine Schritte um wieder etwas zu Atem zu kommen. Der Fußmarsch hatte ihn mehr Kraft gekostet als er sich einige Stunden zuvor eingestehen wollte als er von den Dorfbewohnern im letzten Dorf eingeladen wurde, die Nacht dort zu verbringen. Dankend lehnte er das Angebot ab, hatte er doch das Gefühl dass ihm keine Zeit blieb. Eine innere Stimme trieb ihn immer weiter durch diese verfluchte Gegend. "Ohne diese Rüstung käme ich leichter voran", dachte er sich. Schnell verwarf er den Gedanken aber wieder. "Die Rüstung eines Kreuzritter ist wie seine Haut und die legt man nicht ab", das waren die Worte seiner Mentoren gewesen und über all die Jahre hatte ihm diese Weisheit unzählige Male das Leben gerettet wenn er aus dem Hinterhalt von den ruchlosen Häschern des Bösen Überfällen wurde. Inzwischen war er stehen geblieben. Wenige Meter vor ihm öffnete sich der Wald zu einer kleinen Lichtung. Er atmete tief ein. Roch er da ein Feuer? "Falle!" Das war der erste Gedanke der ihm kam. Es musste so sein, denn kein Mensch konnte so lebensmüde oder töricht sein und sich so offen zur Rast zu begeben. Ein offenes Lagerfeuer wäre ja geradezu eine Einladung an die marodierenden Dämonenhorden die seit der Niederlage des großen Übels Diablo durch das Land zogen. Vorsichtig löste er seinen Schild vom Rücken und spannte ihn an seinen linken Unterarm. Wie von selbst glitt seine Rechte an den Griff des Morgensterns. Seine Handschuhe gaben ein leicht knarzendes Geräusch von sich als er den Griff der Waffe fest umschloss.
Aller Bedenken zuwider, wollte er sich das aus der Nähe anschauen. Trotz der schweren Panzerung nährte er sich der Lichtungen nahezu lautlos, wie ein Raubtier auf der Jagd. Als er den Rand erreichte verharrte er in einer gebeugten, lauernden Haltung. Seine Sinne hatten ihn nicht genarrt. Mitten auf der freien Fläche brannte tatsächlich ein kleines Lagerfeuer. An diesem Feuer saß eine zusammengekauerte Gestalt im Schneidersitz, gekleidet in einer sandfarbenen Stoffrobe. Zum Schutz vor der Kälte der Nacht hatte sie sich in ihren Umhang eingewickelt und dessen Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Ein grober Wollschal verdeckte beinah die gesamte untere Hälfte des Gesichts. Der Kreuzritter kniff die Augen zusammen um mehr zu erkennen. Offenbar schlief die vermummte Gestalt denn sie hatte den Kopf gesenkt und im Schein des Feuers erkannte der lauernde Krieger dass sie die Augen geschlossen hatte. Vorsichtig aber schon ein wenig entspannter senkte er den Schild und richtete sich auf. Offenbar war es wirklich nur lebensmüder Narr der vermutlich nicht einmal mitbekommen würde wie und durch was er denn in dieser Nacht den Tod finden würde. "Nicht mein Problem", dachte er bei sich und wandte sich ab um weiter seines Weges zu ziehen.
"Setzt euch, Abenteurer, die Nacht ist kalt das Feuer spendet wenigstens etwas Wärme". Der Kreuzritter wirbelte herum, den Morgenstern zum Schlag bereit. Offenbar hatte er sich getäuscht, der Mann am Feuer schlief nicht, stattdessen fixierte er nun den gepanzerten Hünen nun mit seinem Blick über das Feuer hin weg. "Setzt euch", wiederholte er seine Aufforderung und deutet mit einem Kopfnicken auf den Platz gegenüber. Vorsichtig nährte sich der Ritter dem Feuer, dabei stets die Ränder der Lichtung kontrollierend. "Nun setzt euch schon, ich bin unbewaffnet, und selbst wenn ich bewaffnet wäre, was könnte ich schon gegen eine Panzerung wie eure ausrichten?". Nach einem letzten, absichernden Blick entschied der Kreuzritter dass ihm von der Gestalt am Feuer keine Gefahr drohte, zumindest im Moment nicht. Er verstaute den Morgenstern wieder an seinem Wehrgehänge und rammte den Schild in den Boden, wo er zitternd stecken blieb. "Wer seid ihr und warum sucht ihr offensichtlich den Tod" fragte er den Fremden. "Wer ich bin spielt keine Rolle und den Tod suche ich sicher nicht, viel mehr suche ich euch." Kaum hatte er die Worte vernommen spürte der Kreuzritter wie ihn ein Schauer überkam. Trotzdem spürte er, dass ihm von diesem geheimnisvollen Fremden keine Gefahr drohte. "Nun, dann kennt ihr mich?" Der Fremde wies ihm mit einem Kopfnicken erneut den Platz gegenüber: "Ja ich kenne euch und ich weiß dass ihr auf dem Weg nach Westmarkt seid. Aber wisst ihr auch was euch dort erwartet?" Der Kreuzritter zögerte immer noch. "Nun setzt euch endlich und hört was ich euch zu erzählen. Lasst mich euch berichten von den jüngsten Ereignissen denn dieses Wissen könnte euch in Westmark das Leben retten." Der Gepanzerte zögerte noch einen kurzen Moment, kam dann aber der Aufforderung des Fremden nach. Jedoch nicht ohne warnend eine Hand auf seine Waffe zu legen.
Der Unbekannte blickte nun wieder ins Feuer. Nach einer Minute brach er sein Schweigen erneut:"Ihr denk euch erwarten in Westmark Ruhm und Ehre, aber um zu begreifen was dort geschieht müsst ihr erst wissen bereits geschah. Also hört meine Worte und hört besser gut zu um die Tragweite dessen zu erfassen was euch erwartet."
Mit diesen Worten hob der geheimnisvolle Gastgeber den Kopf und mit ruhiger Stimme berichtete er dem aufmerksamen Kreuzritter von den Ereignissen der Vergangenheit:
"Sicher habt ihr bereits gehört von den Ereignissen der letzten Monate gehört. Vom Tod tapferer Männer und Frauen, von Betrug und Verrat und von den glorreichen Helden und ihrer epischen Schlacht gegen keinen geringeren als den Fürsten der Brennenden Höllen.....Diablo."
Bei der Nennung des Namens stellten sich dem Ritter die Haare im Nacken auf. Diablo, der Herr des Schreckens, eines der drei großen Übel neben Mephisto und Baal. Der Fremde fuhr fort...
Sicher habt ihr auch gehört von der Geschichte um den gefallenen Stern. Mit dessen Niedergang das Grauen Einzug hielt. Tote erhoben sich aus ihren Gräbern und terrorisierten die Lebenden. Allerorts tauchten plötzlich wieder Dämonen auf. Die Gelehrten waren ratlos, immerhin war doch der Herr des Schreckens besiegt. Der Stern schlug in die Kathedrale von Tristram ein und zerstörte das Bauwerk zum größten Teil. Naturgemäß lockte so ein Ereignis auch allerhand Abenteurer an. Als diese in Tristram eintrafen wurden sie von der Waise Leah, einer jungen Frau, um Hilfe gebeten. Leah war mit ihrem Onkel gerade in der Kathedrale als der Stern dort einschlug. Seitdem wurde ihr Onkel vermisst. Sie überzeugte die Schatzsucher jedoch sich in den Ruinen auf die Suche nach ihrem Onkel zu begeben. Kurze Zeit später fanden sie den alten Mann auch und konnten ihn gerade noch vor einer Horde Skelettkrieger retten. Zusammen kehrten sie zurück nach Tristram zu der wartenden Leah. Der Gerettet stellte sich ihnen als Deckard Cain vor, Gelehrter und letzter der Horadrim, einer legendären Gemeinschaft die sich damals Diablo entgegenstellte und ihn besiegte.
Cain berichtete den Abenteurern dass der Stern tatsächlich in den Tiefen der Kathedrale zu finden sei. Jedoch wurde er dort bewacht von einem grausamen Dämon. Dieser entpuppte sich als König Leoric. Jener tragische Monarch der, verdorben durch seinen Berater Lazarus, dem Wahnsinn verfallen. In ihrer Verzweiflung töteten damals Leorics treuste Diener den wahnsinnigen Monarchen worauf dieser vollends zu einem Dämon wurde und sich fortan "Skelettkönig" nannte. In einem harten Kampf gelang es den Helden jedoch dem Monster erneut einen tödlichen Schlag zu verpassen und seiner gemarterten Seele damit den Frieden zu schenken. Nun war der Weg frei zum Krater und damit zum Stern. Zu Ihrer Überraschung fanden sie dort in der Tiefe allerdings keinen Stein sondern lediglich einen Mann der offenbar keine Erinnerung daran hatte wer er war und woher er kam. Sie entschieden sich ihn zurück nach Tristram zu bringen, in der Hoffnung dass der Gelehrte Cain Licht ins Dunkel bringen könnte. Cain berichtete ihnen von weiteren, kleineren Sternen und schickte sie auf die Suche danach. Schnell stellte sich heraus dass es sich dabei um die Bruchstücke eines Schwertes handelte. Auf der Jagd nach den Artefakten offenbarte sich den Kämpfern um das Mädchen Leah eine weitere Gefahr - die dämonische Hexe Magda. Diese war ebenfalls auf der Jagd nach den Artefakten und schreckte davor vor keinem Mittel zurück, wie sich später noch zeigen sollte. Außerdem schien sie etwas über den Verbleib von Leahs Mutter zu wissen. Als die Gruppe das letzte Schwertstück fand erkannten sie, dass Magda sie getäuscht hatte und sie in eine Falle gelockt wurden. Sie hetzten zurück nach Tristram und kamen gerade rechtzeitig an um zu erleben wie Magda den Fremden durch ein magisches Portal entführte. Danach griffen sie und ihre Kultisten die Heldengruppe an. Mit viel Glück und durch einen mächtigen aber unkontrollierten magischen Ausbruch Leahs konnten sie Magda im letzten Moment vertreiben. Leider bezahlten sie einen hohen Preis. Deckard Cain, der letzte Horadrim wurde schwer verwundet. Mit letzter Kraft setzte er die Bruchstücke der Klinge wieder zusammen und starb in den Armen der hilflosen Leah.
Die Helden machten sich auf zum Anwesen Leorics, wo sich Magda versteckt hielt. Dort stellten sie die Hexe, wie erwartet. Diese hetze ihnen allerdings eine Monstrosität namens Schlächter auf den Hals. Die Helden machten jedoch kurzen Prozess mit diesem Untier, allerdings gelang Magda erneut die Flucht. In den Katakomben unter Leorics Anwesen fanden sie auch den Entführten und übergaben diesem das magische Schwert. Kaum hatte er die Klinge ergriffen kehrte mit einem Mal die Erinnerung zurück und der Fremde stellte sich den überraschten Abenteurern als Erzengel Tyrael vor. Dieser hatte seine Flügel abgeworfen und wählte, enttäuscht vom Stolz und der Blindheit seiner himmlischen Brüder, den Fall um als nun Sterblicher an der Seite der Menschen gegen das Böse zu kämpfen.
Zurück in Tristram offenbarte er der Gruppe sein Wissen. Belial, der Herr der Lügen, und Azmodan, der Herr der Sünde, die letzten der Sieben Übel der Hölle waren im Begriff eine Dämonenarmee nach Sanktuario zu führen. Er beschwor die Helden ihm beizustehen und sich mit ihm dieser Horde entgegen zu stellen – für das Schicksal der Menschheit.
Getrieben von dem Wunsch nach Vergeltung für den Tod von Cain stimmten sie zu und begaben sich zusammen mit Tyrael und Leah in die Wüste nach Caldeum. Dort stellten sie entsetzt fest dass Belial mit seiner Armee aus Schlangendämonen bereits die Palastwache unterwandert hatte.
Sie flohen in die Kanalisation wo sie auf Leahs Mutter, die Hexe Adria, trafen. Diese berichtete ihnen vom Schwarzen Seelenstein, einem mächtigen Artefakt welches von einem Horadrim-Magier geschaffen wurde um die Seelen von Engeln und Dämonen einzufangen. Adria war selbst seit Jahren auf der Suche nach dem Stein und wusste mittlerweile dass nur der einstige Erschaffer ihnen den Weg zum Seelenstein weisen konnte. Die Sache hatte nur einen Haken, dieser war bereits seit Jahren tot. Es gelang ihnen sich die Gebeine von Zoltun Kull, so der Name des Magiers, zu beschaffen und seinen Geist zu beschwören um ihnen den Weg zu weisen. Der Geist forderte als Gegenleistung seine Auferstehung als Sterblicher. Kaum spürte er das Blut wieder durch seine Adern pulsieren enthüllte er den Helden seine wahren Pläne. Kull war ein Nephalem, jene sagenumwobene Nachkommen von Engeln und Dämonen. Durch das Erbe ihrer überirdischen Vorfahren waren diese Menschen mit einem ungeheuren Machtpotential gesegnet. Kull hatte von Anfang geplant den Schwarzen Seelenstein für sich zu behalten da er bereits die Seelen der drei Großen Übel sowie zwei der Niederen Übel enthielt. Ausserdem offenbarte er den Helden dass sie ebenfalls Nephalem waren, in der Hoffnung sie als Verbündete zu gewinnen. Die Abenteurer weigerten sich jedoch woraufhin Kull sie umgehend attackierte. Gemeinsam gelang es ihnen jedoch den Magier niederzustrecken und den Seelenstein an sich zu nehmen. Mit diesem magischen Artefakt in ihrer Hand stellten sie sich erneut Belial entgegen und rangen ihn nieder. Sofort nach dem Tod Belials bannten Adria und Leah seine Seele in das magische Artefakt.
Nun verblieb lediglich noch ein Übel – Azmodan. In einer Vision offenbarte sich Leah dessen Plan. Der Feldherr der Höllenarmee plante eine Invasion Sanktuarios vom zerstörten Berg Arreat aus. Sein Ziel war es, den Schwarzen Seelenstein in seine Klauen zu bekommen und sich damit die Alleinherrschaft über die Hölle zu sichern. So schnell sie konnten begaben sich die Nephalem, Tyrael, Adria und Leah mit dem Schwarzen Seelenstein zur letzten Bastion die noch zwischen Sanktuario und Azmodan stand. Dieser hatte bereits mit der Belagerung begonnen aber den Helden gelang es gemeinsam mit den Soldaten der Feste den Angriff Azmodans zurück zu werfen. Angespornt von diesem Triumph starteten sie einen Gegenangriff um die Generäle Azmodans, darunter Cydaea – Die Gebieterin der Lust, zu vernichten und den Herrn der Sünde in den Seelenstein zu bannen. Sie kämpften sich durch die dämonischen Horden und standen schließlich dem letzten Übel, Azmodan, gegenüber. Nach einem schweren Kampf konnten sie aber auch diesen Gegner überwinden und die Seele des letzten Höllenfürsten in den Seelenstein bannen.
Die Nephalem wähnten sich bereit am Ende ihrer Reise als sie von Adria verraten wurden. Diese war von Beginn an mit Diablo im Bunde und nun, da alle sieben Seelen im Artefakt vereint waren, opferte Adria ihre eigene Tochter und beschwor die Seele Diablos in ihren Körper. Gestärkt durch die Macht seiner Brüder öffneten Adria und Diablo ein Tor in die Hohen Himmel. Dort angekommen begann Diablo, immer noch in Leahs Körper, damit den Himmel zu verderben. Imperius, Erzengel des Heldenmuts, stellte sich ihm dort entgegen. Er zerstörte Leahs Körper woraufhin Diablo sich nun endlich in seiner wahren, furchterregenden Gestalt zeigen konnte. Obwohl Imperius der mächtigste Krieger der Engel war hatte er der Macht Diablos nichts entgegen zu setzen und wurde von diesem schwer verwundet. Inzwischen waren auch Tyrael und die Nephalem durch das Portal in die Hohen Himmel gereist. Sofort folgten sie der Spur des Dämonenfürsten zum Silbernen Turm. Dort, im Zentrum des Engelreiches, befand sich das Ziel des Herrn der Schrecken – der Kristallbogen. Sollte es ihm gelingen diesen zu verderben würde er damit die Schöpfung auslöschen. Die Menschenwelt und die Hohen Himmel würden zur Hölle werden und Diablo zu ihrem alleinigen Herrscher.
Die Helden erreichten Diablo gerade noch rechtzeitig und attackierten ihn sofort mit aller Macht. Lange wogte der Kampf hin und her doch am Ende zerschmetterten sie den auferstanden Dämon. Sein zerstörter Körper stürzte in die Tiefe und verglühte.
Die Schlacht schien gewonnen. Diablo und seine unheiligen Brüder waren besiegt und auch wenn der Preis dafür hoch war so schien die Welt doch endlich sicher zu sein. Es gab nur noch ein Problem. Obgleich Diablo zerstört wurde, der Schwarze Seelenstein war es nicht. Tyrael beschloss sterblich zu bleiben, nahm jedoch wieder einen Platz im Angiris-Rat ein, der höchsten Instanz der Erzengel. In diesem wollte er fortan als Aspekt der Weisheit dienen, ein Sterblicher unter Engeln.
Jedoch hielt der Friede nicht lange vor. In ihrem Stolz beschlossen die Erzengel um Imperius, entgegen dem Rat von Tyraels, den Seelenstein in den Hohen Himmeln aufzubewahren. Immerhin enthielt dieser nach wie vor die Seelenessenz der mächtigsten Dämonen der Hölle. Hier sollte er sicher sein vor den letzten Dämonen und vor allem vor den Menschen. Imperius drängte sogar darauf nun auch einen Kreuzzug gegen die Menschenwelt zu führen da er in ihnen nach wie vor das dämonische Erbe sah und das Potential zu Bösem. Keiner der Engel erkannte dass sie bereits dem verderblichen Einfluss des Seelensteins unterstanden. In seiner Verzweiflung über den Stolz und die Blindheit seiner ehemaligen Brüder begab sich Tyrael erneut nach Sanktuario um den Orden der Horadrim wieder zum Leben zu erwecken. Er scharrte erneut eine Schar von Helden um sich und entwickelte einen wahnwitzigen Plan. Er wollte in die Hohen Himmel eindringen und den dort den Schwarzen Seelenstein stehlen. Er plante, diesen unter dem Schutz der Horadrim und Nephalem an einem Ort zu verstecken den weder Engel noch Dämonen je finden oder betreten könnten. Dort sollte der Stein für alle Zeit sicher verwahrt werden. Der Plan gelang und trotz großer Verluste gelangten die Nephalem und der im Kampf schwer verwundete Tyrael mit dem gestohlenen Artefakt zurück nach Sanktuario. Dort versteckten sie den Seelenstein....so dachten sie jedenfalls."
"Dachten sie?" brummte der Kreuzritter. "Ja, seht in die Flammen mein Freund, seht tief hinein und euch wird offenbart was geschah".
"Der Morgen graut". Der Kreuzritter schreckte auf. Hatte er eben eine Vision erlebt oder war es ein Zauber des Fremden gewesen. Es spielte keine Rolle. Sein Weg war nun noch klarer als zuvor. Er erhob sich. "Habt Dank für die Warnung Fremder aber mein Entschluss steht fest. Ich werde nach Westmark reisen, jetzt noch dringlicher als vor eurer Geschichte."
"Ich weiß", erwiderte sein Gegenüber,"aber nun wisst ihr dass euch dort mehr erwartet als nur Dämonen und dieses Wissen könnte euch das Leben retten". "Mag sein" erwiderte der Kreuzritter und wandte sich zum Gehen. Nach ein paar Schritten drehte er sich noch einmal zu der sitzenden Gestalt um. "Ihr habt mir immer noch nicht verraten wer ihr seid." "Ja das habe ich nicht", grinste der Mann, "aber wenn euch das so wichtig ist nennt mich einfach Zayl". Der Kreuzritter nickte ihm ein letztes mal zu und wandte sich dann ohne ein weiteres Wort um. Sein Weg lag deutlich vor ihm...Westmark.
"Viel Glück, mein Bruder", Zayl zog seinen Umhang fester um sich, "du wirst es brauchen."
