Diablo 3: Ultimate Evil Edition: Diablo 3: Reaper of Souls im Test: Gespaltene Meinungen zur Next-Gen-Kloppe
Test
Der Kampf gegen Höllenkreaturen geht in die Verlängerung. Jetzt auch auf Playstation 4 und Xbox One. Chefexorzist Sven "Constantine" Huber und Dämonenjäger Alexander "Buffy" Schneider haben sich den Monsterhorden im Namen von Gamezone gestellt.
Gut gegen Böse gegen Gut
Wir wollen an dieser Stelle gar nicht groß auf die Handlung eingehen und verweisen stattdessen auf unser Story-Special zu Diablo 3: Reaper of Souls.
Quelle: Blizzard
Diablo 3: Reaper of Souls im PS4-Test. (1)
Kurz gesagt, ihr spielt den Helden und werdet auf Diablo und seine Schergen angesetzt. Falls ihr so wie wir Diablo 3 bereits auf PS3 und Xbox 360 gespielt habt, kennt ihr die ersten vier Akte bereits. Die "Ultimate Evil Edition" erweitert das Hauptspiel um das Add-On "Reaper of Souls", welches den fünften Akt beinhaltet. Vorsicht, Spoiler: Nachdem am Ende des vierten Akts Diablo und seine höllischen Brüder besiegt wurden, waren noch längst nicht alle Probleme gelöst. Wohin mit dem Seelenstein, in welchem die Seelen aller großen Übel gefangen sind? Herrscht nach dem Sieg über Diablo endlich Frieden in der Welt von Sanktuario?
Ja, das tut es. Willkommen in Akt 5. Wir bauen ein Haus und schauen unseren Helden beim Leben zu. Diablo goes Sims. Oder auch nicht. Im finalen Kapitel betritt nun Malthael als neuer Antagonist die Bühne. Kenner der Reihe haben sich nicht verlesen. Das Mitglied des Angiri-Rates der Engel strebt die Vernichtung der Menschheit an. Wieso und warum beantwortet das Add-On "Reaper of Souls" in seinen knapp 6-10 Stunden Spielzeit.
Für die Konsole musste die Steuerung von Diablo natürlich etwas angepasst werden, da wir nicht auf eine Maus zurückgreifen können. Doch allen Kritikern zum Trotz konnte Blizzard die Kontrollen und Menüs problemlos anpassen. Wir behaupten sogar, dass sich Diablo 3 auf der Konsole besser als auf dem PC steuern lässt. Während wir unsere Recken auf dem PC per Mausklick indirekt durch die Areale dirigieren, steuern wir sie in der Konsolenversion direkt über den linken Analogstick. Um das Bewegungsrepertoire zu erweitern, wurde den Charakteren eine Ausweichrolle spendiert. Dank der angepassten Kontrollen wird uns so ein wesentlich direkteres und actionreicheres Spielgefühl vermittelt. Eine Reihe von Skills weisen wir den Aktionstasten und Triggern zu. Für die Konsolenversion wurde auch das Inventar optisch angepasst. Mittels Ringmenü navigieren wir so durch die einzelnen Kategorien wie Hauptwaffe, Helm, Brustschutz, etc. und vergleichen damit auch die Attribute der Gegenstände.
Diablo 3 zu "casual"?
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Diablo 3: Reaper of Souls im PS4-Test. (2)
Das Wort und die Produktpalette der "Casual"-Games sind wohl eine der meist verhassten Modeerscheinungen der Spielebranche. Als die Standard Version von Diablo 3 veröffentlicht wurde, kam genau diese Kritik auf. Das Spiel sei zu casual. Anhänger der Vorgänger bekamen Schnappatmung ob der Tatsache, dass man keine Punkte mehr auf Attribute verteilen konnte. Skills schalten sich nun aufgabenabhängig frei und werden nicht mehr manuell ausgesucht. Natürlich schwingt etwas Wahrheit in der Kritik mit. Uns wurden als Spieler durchaus einige Entscheidungen abgenommen. Erst ab Level 70, der neuen Maximalstufe, können wir unsere Helden individuell anpassen, aber ist es damit casual? Ist es Hardcore, wenn wir nach 40 oder mehr Stunden feststellen, dass wir uns verskillt haben, also nochmal von vorne beginnen müssen? Wir sagen nein. Spieler die hunderte Stunden investieren um zwei Charaktere hochzuziehen, um verschiedene Skillungen zu testen, fühlen sich vielleicht etwas vor den Kopf gestoßen, aber Blizzard denkt hier auch an Spieler, die nicht so viel Zeit haben. Der Mittelweg ist eine komfortable Lösung, welche dank dem Runensystem auch genug Freiraum für individuelle Anpassung lässt.
Jede Fähigkeit verfügt über fünf Runen, von denen wir je eine aktivieren können. Damit ändert sich je nach Rune die Schadensart. Aus Feuer wird Eis oder eine präzise Attacke wird zu einem Flächenangriff. Mit Ausnahme von Bosskämpfen können wir die Runen jederzeit anpassen. Damit stellen wir uns in Sekundenschnelle neuen Situationen. Die Sammelwut in Diablo 3 ist ungebrochen. Nahezu jedes Monster lässt eine Waffe oder ein Rüstungsteil fallen. Unser Inventar füllt sich im Sekundentakt. Eine mehrmalige Rückkehr zu unseren Dorfhändlern ist keine Seltenheit und dank bequemer Schnellreise-Option auch kein Problem. Welches Spielerherz schlägt nicht höher, wenn man massig Ausrüstung einsammeln kann, die am Ende in einen Haufen Gold verwandelt?
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Diablo 3: Reaper of Souls im PS4-Test. (3)
Während unseres Abenteuers stehen uns drei fleißige Handwerker zur Seite. Beim Schmied reparieren wir unsere Ausrüstung, lassen neue herstellen oder alte Gegenstände verwerten, um die gewonnenen Materialien für andere Produkte zu verwenden. "Diamonds are not only a girls best friend" wie wir bei Shen, dem Juwelenschleifer festgestellt haben. Er stattet unsere Rüstungen und Waffen, sofern ein freier Slot vorhanden ist, mit Edelsteinen aus, welche diverse Attribute verbessern. Das System ist etwas komplex und erfordert durchaus ein paar Minuten Einarbeitung. Je nach Edelstein und Rüstungsteil werden andere Attribute oder Fähigkeiten verstärkt. Die im fünften Akt neu hinzugekommene Mystikerin Myriam kümmert sich um unsere Ausrüstung. Sie verändert auf Wunsch einzelne Attribute eines Gegenstands gegen andere. Leider funktioniert das nur nach dem Zufallsprinzip. Eine zweite, eher unwichtige Fähigkeit der guten Dame ist die Transmogrifikation. Hinter diesem Zungenbrecher verbirgt sich lediglich die Skinanpassung unserer Ausrüstung. Gegen einen Goldbetrag können wir den Stil verändern, um unseren Helden eine einheitlichere Optik zu geben. Die Transmogrifikation wirkt sich ausschließlich auf das äußerliche Erscheinungsbild aus und kommt vor allem Fashion-Victims unter Diablo-Spielern zugute.
Eine neue Spieler-Klasse
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Diablo 3: Reaper of Souls im PS4-Test. (4)
Mit dem Add-On spendieren uns die Entwickler auch eine neue Klasse. Neben Zauberer, Barbar, Dämonenjäger, Hexendoktor und Mönch debütiert nun der Kreuzritter. Die Klasse erinnert an den Paladin aus den Vorgängern. Die Skills setzen sich aus Nah- und Fernkampfangriffen zusammen. Ergänzt wird das Repertoire durch mächtige Flächenangriffe und Buffs, welche unsere Mitstreiter verstärken. Wir hatten in unserer Testsession mit dem Kreuzritter mächtig Spaß. Uns gefällt die Klasse sogar ein wenig besser als der Barbar, welcher ein reiner Nahkämpfer ist. Einen mächtigen Zweihänder mit einem Schild zu kombinieren schafft auch nur die neue Klasse.
Das Belohnungssystem wurde ebenfalls grundlegend überarbeitet. Es hört auf den Namen Loot 2.0 und sorgt dafür, dass wir nach Kämpfen fast nur noch für unsere Klasse geeignete Gegenstände erhalten. Außerdem wurde die Droprate für Legendäre-Ausrüstung deutlich erhöht. Als Ergänzung zu den fünf Akten feiert der Abenteuer-Modus seinen Einstand. Dieser steht erst zur Verfügung, sobald der fünfte Akt absolviert wurde. Der Clou: Er hat keine Zwischensequenzen oder Ähnliches. Das Spiel wirft einen direkt ins Geschehen, sodass man Monster vernichtet, lootet und levelt. Dabei steht es uns frei, welchen Akt wir wann spielen.
Ebenso können wir Kopfgeldmissionen absolvieren. Hinter diesen Aufträgen verbergen sich kurze Missionen die beispielsweise darin bestehen einen bestimmten Boss zu vernichten oder ein Areal zu säubern. Die Aufgaben sind ideal für eine schnelle Runde zwischendurch, sie dauern meist nur 10 bis 20 Minuten. Zur Belohnung winken uns Blutsplitter und Portalfragmente. Letztere sind besonders wertvoll, da wir mit ihnen die Nephalem-Rifts betreten. Rifts sind spezielle Areale voll knallharter Gegner. Wir metzeln durch Horden von Elitemonstern bis wir schließlich dem Riftwächter gegenüber stehen. Zur Belohnung regnet es massig Ausrüstung. Je nach Schwierigkeitsgrad im Spiel gibt es einen bestimmten Prozentsatz an Bonuserfahrung und Gold. Der Level-Up erfolgt nun etwas schneller als im alten Spiel, falls euch das zu einfach ist, versucht euch am Hardcore-Modus. Einmal tot und ihr müsst wieder von vorne anfangen.
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Diablo 3: Reaper of Souls im PS4-Test. (6)
Eine weitere Neuerung ist das an Dark Souls angelehnte Nemesis-System. Wir kamen während unserer Testsitzungen mehrmals in den Genuss, damit konfrontiert zu werden. Das System schickt uns ein Monster in unser Spiel, welches einen Spieler aus der Freundesliste besiegt hat. Bei Kämpfen, in denen wir unterliegen, besteht die Chance dass die Kreatur, welche uns beseitigt hat ein Portal öffnet und somit in die "Welt" entflieht. Für dieses Feature ist natürlich eine Online-Anbindung notwendig. Schaffen wir es eine Nemesis zu besiegen, können wir danach via Mail-Box ein Geschenk an den Spieler schicken, welcher der Kreatur zuvor unterlag. Doch Vorsicht ist geboten, bei einer Niederlage wird das Biest stärker und sucht den nächsten Spieler. Die Ankunft der Nemesis wird durch eine imposante Fanfare angekündigt, welche den Puls in die Höhe schießen lässt.
Monster und Dämonen vernichten, macht im Team noch mehr Spaß, wie die Vampirjägerinnen Buffy und Faith seinerzeit bereits bewiesen haben. Dank lokalem und Online-Mehrspielermodus ziehen wir mit bis zu drei weiteren Mitstreitern in die Schlacht. Je mehr Mitstreiter wir für unsere Session haben, desto stärker werden auch die Horden des Bösen. Um dies auszugleichen, erhöht das Spiel außerdem die Gold- und XP-Boni. Gäste müssen nicht erst ein eigenes Profil anlegen, sondern können über ein simples Drop In, Drop Out-System jederzeit beitreten. Auch unterschiedliche Charakter-Levels stellen kein Problem dar. Diablo 3 passt die Stärke der Figuren einander an, um ein gemeinsames Spielen zu ermöglichen.
Technik in fünf Akten
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Diablo 3: Reaper of Souls im PS4-Test. (7)
Diablo 3 konnte bereits auf den alten Konsolen eine gute Figur machen. Für Playstation 4 und Xbox One wurde das Technikgerüst etwas aufpoliert. Es gibt 1080p und 60 Frames pro Sekunde. Getestet haben wir die PS4-Version, allerdings sollte es keine Unterschiede geben, da Diablo 3 grundsätzlich nicht die volle Leistung der Konsolen benötigt. Dank der höheren Auflösung bekommen wir ein scharfes Bild geboten, welches im Vergleich zur PS3- und 360-Fassung auch wesentlich mehr Details enthüllt. Charaktermodelle heben sich nun deutlich ab, Monster sind detailliert und bei den Massenschlachten entfacht Blizzard ein regelrechtes Feuerwerk von Effekten. Ruckler und Tearing gehören der Vergangenheit an.
Das Leveldesign ist durch die Bank sehr abwechslungsreich. Jeder Akt bietet andere Areale. Egal ob alte Burgen, das Reich der Engel, Sumpflandschaf oder Wüste – die Entwickler decken ein breites Spektrum ab. Einige der Abschnitte sind nach dem Zufallsprinzip aufgebaut und verändern das Layout nach jedem Spielstart. Einerseits wird uns so jedes Mal das Gefühl geboten ein neues Areal zu erkunden, andererseits können wir die Levels quasi nie zu 100 Prozent erkunden. Nach dem Zufallsprinzip generierte Spielabschnitte lassen etwas an Charme vermissen. Dem Gelegenheitsspieler wird das aber wohl kaum auffallen.
Unsere Kämpfe und Erkundungstouren werden stets von passender Musik begleitet. Fans der englischen Sprachausgabe dürfen aufatmen, die Ultimate Evil Edition ist multilingual. Deutsche und englische Sprachausgabe sind ordentlich vertont, es gibt nichts zu meckern. Im Vergleich mit anderen Rollenspielen und Action RPGs gibt es eher wenige Videosequenzen, welche die Story vorantreiben. RPG-Fans müssen in diesem Fall stark sein. Das Diablo-Universum bietet eine reiche Hintergrundgeschichte, im Spiel selbst wird davon nur ein kleiner Teil angeschnitten. Etwas mehr Bildschirmzeit für Zwischensequenzen, die mehr Informationen über die Geschichte und Charaktere preisgeben, wären nett gewesen.
