Hyrule Warriors: Hyrule Warriors in der Vorschau: Erwartet kein Zelda-Spiel!

Special Alexander Winkel
Hyrule Warriors: Hyrule Warriors in der Vorschau: Erwartet kein Zelda-Spiel!
Quelle: Nintendo

Wenn The Legend of Zelda auf Dynasty Warriors trifft, kommt Hyrule Warriors heraus. Frisch gebacken, mit dem Heldenschwert stolz in der erhobenen Hand, ist Grünling Link auf den Spuren von epischen Massenschlachten, um Prinzessin Zelda zu retten. Ein erster ausführlicher Blick besänftigt das Unbehagen. Der gewagte Mix weiß durchaus zu gefallen.

Mit viel Mut und einer scharfen Klinge in der Hand sprintet der frisch gebackene Held aus der Soldatenakademie hinaus, direkt in die weite Prärie von Hyrule. Was Link vor den Toren der Festung erwartet, ist nicht die Idylle aus Ocarina of Time, die man gerne auf dem Rücken von Epona durchreiten möchte. Das üppige Grün ist dem Krieg zum Opfer gefallen. Eine Welle von garstigen Gnomen und Unholden marschiert unermüdlich gegen die Festungsanlage an. Überall, und damit ist in der gewaltigen Schlacht wirklich jeglicher Ort gemeint, geben die Soldaten ihr Bestes, doch die Übermacht des feindlichen Heers ist gewaltig. Dem Tode ins Auge blickend, stürmt Link eigensinnig und voller Tatendrang voran und mischt sich ins Getümmel.

Hyrule Warriors für Wii U in der Vorschau (1) Quelle: TecmoKoei, Nintendo Hyrule Warriors für Wii U in der Vorschau (1) Kurz eingetaucht in das Meer aus Klingen und Stahl, ein zwei mächtige Hiebe mit der gewaltigen Klinge und die ersten fünfzig Seelen lassen ihr Leben. Sie zieren nun hübsch den Todescounter am unteren rechten Bildrand. Willkommen in der völlig neuen Welt von Hyrule Warriors. Wer ein Faible für japanische Massenschlachten hat und jedes Dynasty Warriors in seiner Sammlung führt, fühlt sich in der Koproduktion von Koei und Nintendo sofort heimisch. Link und seine Begleiter wie Impa, Lana, Agitha und Phai – irgendwie gibt es außer dem spitzohrigen Jungblut nicht gerade viel männliche Verstärkung – liefern sich eine gewaltige Schlacht nach der anderen und schicken tausende von Kreaturen innerhalb von wenigen Minuten über den Jordan.

Was in den ersten 1-2 Stunden vor allem für Zelda Fans doch etwas prüde und abgedroschen wirkt, entfaltet sich gewaltig mit zunehmender Spieldauer und spielerischen Möglichkeiten. Die oben beschriebene Schlacht ist erst der Anfang, der Auftakt zur gemeinsamen Suche nach der entführten Prinzessin. Kurz darauf finden die Helden neben diversen Klingen, Zaubern und anderen typischen Kram für Massenschlachten auch bekannte Elemente der Legend of Zelda Reihe wieder. Stilecht aus einer Kiste geborgen, kann Link alsbald Felsen mit Bomben zerstören. Auch weitere Elemente wie der Bogen und der Bumerang spielen zunehmend eine Rolle. Soweit wir das bisher sagen können, halten sich aber Rätsel gewaltig zurück. Abenteurer werden dennoch vieles zu entdecken haben. Überall gibt es versteckte Kisten mit Extras, bestimmte Bereiche werden nur mit den besonderen Items erreichbar und natürlich darf die Jagd nach den goldenen Skulltulas ebenfalls nicht fehlen.

Hyrule Warriors für Wii U in der Vorschau (3) Quelle: TecmoKoei, Nintendo Hyrule Warriors für Wii U in der Vorschau (3) Darüber hinaus gestaltet sich der Kampf bei weitem nicht derart öde, wie sich das bisher angehört hat. Die ganzen Gnome und anderes Kleintier sind nur das übliche Kanonenfutter für den stets sehr rasch steigenden Todescounter. Immer wieder gilt es aber auch Vorposten und Festungen einzunehmen. Nachdem solche Orte vom Kleinvieh gereinigt sind, lässt sich ein Hauptmann, sozusagen der Mini-Boss, blicken. Meist ein etwas größerer, zäherer Brocken der einfache Hiebe mit einem Schild wegblockt und selber ordentlich austeilen kann. Wenn nackter Stahl zusammenprallt und einige Zauber über den Bildschirm fegen, sieht das ganze Scharmützel dann auch durchaus ganz opulent aus.

Nebenbei gilt es immer einen Blick auf die Karte zu haben. Denn die eigenebefreundete Soldaten brauchen manchmal Hilfe oder alternative Missionsziele ploppen auf. Und nur, weil man sich an der Front gut schlägt, heißt das nicht, dass man auch den Krieg gewinnt. Wer seine Verbündeten im Stich lässt, riskiert, dass die Hauptfestung überrannt wird. Auch dann ist die Mission gescheitert, selbst wenn Link noch genug "Herzen" übrig hat!

Hyrule Warriors für Wii U in der Vorschau (4) Quelle: TecmoKoei, Nintendo Hyrule Warriors für Wii U in der Vorschau (4) Die Krönung ist ein Kampf gegen einen dicken Endgegner. Stupides Anrennen hilft nicht. Hier ist Taktik und spielerisches Können gefragt. Den Feind anvisieren und umkreisen. Ja nicht zu früh zuschlagen und den richtigen Moment abwarten. Sollte der Gegenüber zum Angriff übergehen, dann mit einer Seitwärtsrolle in Sicherheit flüchten. Mit etwas Glück bleibt der Feind etwas verwirrt im Raum stehen. Just dann ist der Moment gekommen, selber ein Gewitter an Attacken los zu brechen. Nur wenige Missionen später wird noch mehr Hirnarbeit abverlangt, wenn zum Beispiel ein Pfeil im richtigen Moment in ein großes Auge geschossen oder eine Riesenechse beim Brüllen mit Bomben gefüttert wird. Zelda-Fans sollten in derartigen Situationen ziemlich schnell auf des Rätsels Lösung kommen. Diese kleine Kost frischt den Dynasty Warrior Klon gewaltig auf.

Was auf Dauer wirklich motivierend wirkt, ist das Levelsystem der Helden und die spielerische Möglichkeiten, neue Fähigkeiten wie Angriffe und Combos nach und nach zu lernen, die Defensive auszubauen oder neue Waffen zu schmieden. Ihr könnt zum Beispiel die Fähigkeiten mehrerer Waffen kombinieren und somit einen deutlich durchschlagskräftigen Argumentationsverstärker basteln, der unter Umständen auch noch zusätzliche Eigenschaften mit sich bringt. Zuletzt haben wir uns schier ewig im Charakteraufbau verloren und nebenbei versucht, die weiteren Helden entsprechend nachzurüsten. Es lohnt sich, alte Missionen nochmals anzugehen, um mehr Erfahrungen zu sammeln und neue Dinge zu entdecken. Denn manches Geheimnis bleibt bestimmten Charakteren vorbehalten.

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