Bayonetta 1 für Wii U im Test: Beinahe makellos gealtert

Test Alexander Winkel
Bayonetta 1 für Wii U im Test: Beinahe makellos gealtert
Quelle: N-ZONE

Wie könnte man die gemeinsamen Stunden mit Bayonetta jemals vergessen? Dieser bildgewaltige Action-Porno einer heißen Umbra-Hexe, welcher jeden Schnetzel-Liebhaber und Fan von Devil May Cry begeistern konnte. Zum Release des zweiten Teils wird Hideki Kamiyas erstes Bayonetta erstmals für Nintendo-Konsolen als Schmankerl veröffentlicht und hat auch nach über vier Jahren nichts von seiner damaligen Faszination verloren.

Dass Cereza, wohl besser bekannt als die Umbra-Hexe Bayonetta, abermals lasziv ihren knackigen Hintern in die Kamera strecken und sich vor den Augen der Spieler genüsslich räkeln darf, ist bekanntlich Nintendo zu verdanken. Denn eigentlich sollte Entwicklung der Fortsetzung des grandiosen Action-Spektakels nicht mehr zu Ende geführt werden. Grund dürften die eher mäßigen Verkaufszahlen gewesen sein, die trotz der überragenden Meinung der Kritiker leider zustande kamen. Dank der Unterstützung von Nintendo kehrt Bayonetta nun aber doch noch in einem weiteren Abenteuer zurück. Ab dem 24. Oktober dürften auch wir hierzulande wieder massig Engelskrieger und Dämonen metzeln und schlaflose Nächte bereiten. Als Schmankerl und vor allem für all diejenigen, die seinerzeit nicht auf der Playstation 3 oder Xbox 360 unterwegs und somit dem Sexappeal der heißen Braut nicht erlagen, bietet uns Nintendo den ersten Teil ebenfalls für die Wii U an. Entweder dürft ihr also erneut, oder aber auch genüsslich das erste Mal in die Fußstapfen der Hexe treten.

Nahezu makellos gealtert

Bayonetta 1 für Wii U im Test: Beinahe makellos gealtert Quelle: N-ZONE Bayonetta für die Wii U stellt kein Remake im klassischen Sinne dar. Entwickler Platinum Games setzt Hideki Kamiyas Meisterwerk aber perfekt um. Die HD-Grafikpracht des postapokalyptischen Traums, die knackigen Kurven der graziösen und dennoch todbringenden Bayonetta und vor allem die herrlich gotischen bis abgedrehten Kulissen sehen auch nach all den Jahren noch immer recht atemberaubend aus. Der erneute Weg zum finalen Showdown mit dem Lumen-Weisen spielte sich aber flüssiger, die brachiale Action ist sauberer und die Grafik hat weniger technische Probleme. Vor allem Playstation 3 Besitzer konnten das eine der andere kleine Manko beklagen, aber auch Microsofts Anhänger wussten über so manches Tearing zu berichten.

Spielerisch wandelt die heiße Braut, eigentlich vom Beruf Lehrerin, auf Dantes Pfaden, gespickt natürlich mit dem grafischen Zauber und vor allem weiblichen Charme. Wenn Bayonetta ihre Klingen sausen und ihren Wiedersachen mit einem Kugelhagel aus den Bleispritzen ihrer Stöckelschuhe bearbeitet, muss sich der Devil May Cry Haudegen kleinlaut geschlagen geben. Was Platinum Games spielerisch auf den Bildschirm zaubert, sucht auch heute noch seinesgleichen. Ungeniert kann behauptet werden, dass im Genre kaum eine Weiterentwicklung zu erkennen ist und die perfekte Abmischung zwischen brachialer Actionkost auf dem Bildschirm, unglaublich gelungener Spielbarkeit der Heldin und den zahlreichen Möglichkeiten im Kampf um Gut und Böse nach wie vor unübertroffen ist. Geradezu graziös und mit spielerischer Unbeschwertheit ballert und metzelt sich die adrette Dame durch Horden engelhafter Dämonen und riesige, fast gar Bildschirm füllende Bossgegner, dass es eine wahre Freude ist.

Bayonetta 1 für Wii U im Test: Beinahe makellos gealtert Quelle: N-ZONE Wirklich viel haben die Entwickler am Original nicht verändert, was auch gut ist. Wieso sollte Platinum Games ein nahezu perfektes Spiel auch verändern, mit dem Risiko, etwas zu verhunzen. Es mag ein paar kleine grafische Änderungen geben, die Brust-OP von Jeanne wurde ja bereits in den News stark thematisiert, aber vom Prinzip her ist es nahezu dasselbe Spiel. Wer aber anstatt dem Pro oder Classic Controller das Wii U Gamepad in der Hand hat, kann das brachiale Geschehen auf dessen Bildschirm genießen und diesen gar als Steuerungsmethode verwenden. Mit dem Stylus bewegt sich die Dame adrett durch die aufwendigen Kulissen, weicht den Angriffen der Schergen aus und taucht dabei gekonnten ein in die Hexenzeit und verabreicht den Dämonen ihrerseits eine ordentliche Packung Denkzettel. Die Steuerung gleicht dem leichtesten Schwierigkeitsgrad, in dem das Spiel das meiste automatisiert übernimmt. Damit verliert der Titel aber auch seinen Reiz, denn die Komplexität und all die Raffinessen, die das grandiose Kampfsystem ausmachen, gehen dabei letztendlich unter. Das aufbrausende Mädchen hat man am ehesten im Griff, wenn ganz klassisch die Schlag und Tritttechnik per Tastenschlag verwendet wird.

Ein wenig Nintendo-Kitsch

Bayonetta 1 für Wii U im Test: Beinahe makellos gealtert Quelle: N-ZONE Aus spielerischer Sicht gibt es über die Wii U Fassung ansonsten nicht mehr viel zu berichten. Doch wer seine Augen in der Kapitelauswahl offen hält, entdeckt Bayonettas Kleiderschrank. Dort befinden sich vier Nintendo-typische Kostüme, vom grünen Hyrule-Outfit bis hin zur rosaroten Pilzprinzessin. Als reine Kuriosität ist dies nicht abzutun, denn obwohl sich das Kampfgeschehen gleich anfühlt, sorgen zum Beispiel Bowsers Faustschläge zusammen mit dem unverkennbaren Fauchen für Blessuren, anstatt Bayonettas Haare in Form von Stöckelschuhen. Der wohl proportionierte Braut im kurzen, rosa-farbigen Minirock bei der Arbeit zu zu schauen ist schließlich auch recht anregend, anstatt ihr gewohntes Latex-Haaren-Outfit zu begutachten.

Wer noch mehr über das grandiose Abenteuer der Hexendame in Erfahrung bringen möchte, sollte sich unseren ausführlichen Test zur Playstation 3 und Xbox 360 Fassung anschauen. Dort klären wir darüber auf, wie ein solch pompöses, auf deutlichem Sex-Charm ausgelegtes, typisch japanisch-verrücktes Abenteuer uns derart in den Bann ziehen und Genregrößen wie Ryu Hayabusa und Dante in den Schatten stellen konnte und in dem Fall dank der neuen Wii U Fassung nochmals tut.

Meinung

Wertung zu Bayonetta (WiiU)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Ein bildgewaltiges Action-Abenteuer, dass nach wie vor seinesgleichen sucht.Unglaublich hoher Anspruch und dennoch mit Übung und Erfahrung auch auf dem höchsten Spielniveau zu meistern.Technisch läuft die Wii U Fassung runder als das Original und macht daher auch deutlich mehr SpaßGanz einfach: Bayonetta! Diese Frau muss man einfach lieben!
Dieselben Mängel des Originals bleiben natürlich vorhanden: Gewöhnungsbedürftiger Japano-Soundtrack und manch abflachender Verlauf oder Level innerhalb des Abenteuers. Hierzu einfach auch den Originaltest lesen.
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk