Mit Trap Team schnappt eine fiese Falle zu. Wer reintappt, ist für alle Zeit mit einem wütenden Virus infiziert. Dank der herrlichen Figuren und der kreativen Art, diese in ein Videospiel einzubinden, aber auch der hohen Qualität der Spiele ist Skylanders zurecht beliebt geworden. Der vierte Geniestreich wird erneut kostspielig, das auf jeden Fall. Spaß macht es aber ebenso!
Die Hintergrundgeschichte für Trap Team ist einfach: Schurke Kaos startet einen neuen Versuch die Skylands zu unterjochen und sprengt voller Hoffnung die Mauern des gefürchteten Wolkenknacker-Gefängnis, um neue Verbündete zu finden. Der Schuss geht aber nach hinten los und Kaos muss einsehen, dass er unter der Führung der neuen Bösewichte nichts zu sagen hat und daher vielleicht auch unkonventionelle Wege gehen muss. Das Resultat bleibt gleich: Nur ein Portalmeister zusammen mit den Skylandern kann das Reich der Skylands vor dem Untergang bewahren. Damit ist der Spieler gemeint, der putzige kleine Actionfiguren, gesondert im Handel zu kaufen, auf ein Portal setzt und diese somit in der kunterbunten Spielwelt zum Leben erweckt. Ein genialer Schachzug von Activision, der bereits zu genüge diskutiert und als Geldmaschine bezeichnet wurde. Abstreiten kann man den Machern aber nicht, dass dadurch eine gewisse Faszination ausgeht, die vor allem Kids, aber auch älteren Spielern ein Leuchten in die Augen zaubert.
Gefesselte Schurken als Garant für den Sieg
Quelle: Activision
Skylanders: Trap Team im Test. (2)
Trap Team kommt mit einer größeren Neuerung daher und erfordert dadurch zwingend ein neues Basisset. Das Portal dient nicht nur dazu, die Skylanders wie gewohnt in das Spiel zu transformieren. Mittels spezieller Kristalle, dem Traptanium, könnt ihr neuerdings Bösewichter einfangen und sie hinterher zusammen mit den Skylanders in den Kampf schicken. Ist der Schurke erst bezwungen, muss ein Kristall des entsprechenden Elements in die Falle gesteckt werden und die sich windende, winselnde und kreischende Kreatur wird in allerbester Ghosbusters-Manier aus dem Spiel in das Portal gesaugt. Ganz ehrlich, wer das erste Mal eine Kreatur in den Kerker zwängt, kommt um ein Lachen kaum herum. Die Entwickler erzeugen durch einen Lautsprecher im Portal und dem Dolby Sourround Effekt des Spiels eine perfekte Illusion, als ob das Biest tatsächlich aus dem TV in das kleine Gerät fliegt. Äußerst witzig dabei auch, dass die Schurken uns permanent necken, fiese Kommentare auf Lager haben und einfach beständig ihren Senf dazugeben müssen – natürlich bei euch im Portal, nicht im TV und nicht auf der Soundanlage. Die Kommentare sind stets auf das Geschehen im Spiel abgestimmt. Besteht Gefahr, dass euer Skylander das Zeitliche segnet, bittet der Schurke um Einwechslung. Habt ihr einen neuen Hut, wird sich der Knacki über die hübsche Modepracht auslassen. Die Kommentare aus dem Portal gehören zu den witzigsten Dialogen und Monologen im Spiel.
Quelle: Activision
Skylanders: Trap Team im Test. (3)
Das Portal, ein erster Traptanium-Kristall sowie die ersten beiden Spielfiguren der neuen Serie liegen dem Basispaket bereits bei. Prinzipiell ist damit Trap Team soweit spielbar, dass die Story nach ca. 20 Stunden ein passendes Ende nehmen und man theoretisch sogar alle Erfolge ergattern kann. In der Praxis dürften einige Trophäen allein mit den beiden Figuren eine unangenehme Reise werden. Denn Trap Team ist nicht einfach und einige Bosse spielen jedes Ass aus, um den Portalmeister in die Knie zu zwingen. Wir haben nahezu ausschließlich mit Snap Shot und Food Fight, den beiden Charakteren aus dem Basisset, den mittleren Schwierigkeitsgrad abgeschlossen und können bezeugen, dass es machbar ist. Deutlich mehr Spaß hat man aber mit weiteren Figuren, die vor allen Abwechslung in den Alltag des Portalmeisters bringen. Glücklicherweise können Skylander Figuren der älteren Serien wieder verwendet werden, die Dank des RFID-Chips sämtliche Fähigkeiten und ihren Charakterlevel auch über unterschiedliche Konsolen hinweg beibehalten. Wer also ein paar weitere Skylanders sein Eigen nennen kann, hat es wieder deutlich einfacher, aber auch spaßiger in den Skylands.
Quelle: Activision
Skylanders: Trap Team im Test. (4)
Wer bereits Abenteuer in den Skylands erlebt hat, findet sich in Trap Force sofort zurecht. Das Grundkonzept ist nahezu unverändert. In einem äußerst umfangreichen Action-Adventure springt, klettern und schleicht ihr durch zahlreiche und abwechslungsreiche Welten, löst mehr oder weniger schwere Schieberätsel und versucht nach und nach die Schurken wieder hinter Schloss und Riegel zu bringen. Wie gesagt, diese Aufgabe kann durchaus wortwörtlich genommen werden. Passende Kristalle in die Falle stecken und schon zischt der Feind ab ins Kittchen. Einmal hinter Gittern, können die Schurken jederzeit gewechselt oder gar im Kampf direkt eingesetzt werden. Nicht nur ihre besonderen Fähigkeiten sorgen für Furore, auch regenerieren sie sich recht schnell, sobald man wieder die Rolle eines typischen Skylanders einnimmt.
Kostspielige Geheimnisse sorgen für viel Arbeit
Quelle: Activision
Skylanders: Trap Team im Test. (7)
Natürlich wird für das Einfangen der Schurken häufig ein Element verlangt, welches im Basispaket nicht vorhanden ist und man muss neue Kristalle für ca. 6 Euro kaufen. Auch die bekannten Element-Tore versperren uns immer wieder den Weg in geheime Abschnitte. Activision macht dabei leider einen Schritt rückwärts und erzwingt den Kauf der neuen Trap Master Figuren. Während in Swap Force immerhin auch ältere Skylander-Figuren einige neue Spielabschnitte betreten konnten, bleiben diese Areale in Trap Team ohne neue Trap Master Helden blockiert. Die brachialen Trap Master schlagen immerhin mit ca. 15 Euro ein tiefes Loch in den Geldbeutel, will man sämtliche Bereiche der Skylands absuchen. Ob es sich lohnt? Zweifelsfrei nicht zu bescheinigen. Einerseits finden sich hinter den Toren stets tolle neue Items, aus spielerischer Sicht aber liefern die Abschnitte der neuen Skylanders nicht unbedingt einen grandiosen Mehrwert. Die zusätzlichen Areale sind meist in einigen wenigen Minuten abgeschlossen und selten ein wirklich ausgefeiltes Spielerlebnis.
Ebenfalls entfallen die tollen Mini-Missionen, welche Swap Force Figuren durch ihre spezielle Technologie aktivieren konnten. Die Bonusmissionen für jeden gefangenen Schurken stellen nur einen eher müden Ersatz dar. Oft muss man nicht viel machen. Manchmal bekommt man den Gewinn sogar sofort und ohne den Finger zu krümmen zugespielt! Trap Team daher als langweilig zu bezeichnen, wäre aber vollkommen falsch. Die insgesamt 20 Spielstunden für den erstmaligen Durchlauf sind gespickt mit zusätzlichen Varianten wie Flügen, spezielle Schalter- und Torrätsel und einer Spielwelt, die unglaublich zur Erkundung einlädt. Überall finden sich Nischen und geheime Abzweigungen, welche zu versteckten Orten, Seelensteinen und zusätzlichen Kisten voll Gold führen. Das Resultat am Ende eines jeden Levels bescheinigte stets, dass trotz sorgfältiger Schnüffelnase zahlreiche Geheimnisse nicht auf Anhieb gelüftet wurden und ein weiterer Besuch sich durchaus lohnen kann.
Quelle: Activision
Skylanders: Trap Team im Test. (8)
Ausgangspunkt für alle Aktivitäten ist dieses Mal die Skylands Akademie. Dort werden neue Items im Shop gekauft, die Skylander trainiert und zusätzliche Minispiele absolviert. Mit von der Party zahlreiche alte Bekannte, was vor allem die Kenner freuen wird. Flynn, unser geliebter eingebildeter, aber witziger Egoist, versucht sich wie eh und je ins Rampenlicht zu stellen und wirft ein Auge auf hübsche Mädels, namentlich Tessa. Kesse Sprüche lassen uns schmunzeln und sorgen Abseits des Spielspaß auch für Unterhaltung in den Zwischensequenzen und Dialogen. Doch insgesamt hat Trap Team bis auf die mürrischen, plappernden Schurken im Portalgefängnis ein wenig an spitzfindigem Humor und Spielwitz verloren. Die deutschen Synchronsprecher machen ihren Job ganz gut, Lippensynchronität ist aber nach wie vor definitiv etwas anderes!
Abseits der Haupthandlung könnt ihr euch in den allseits beliebten Arenakämpfen austoben, sowie den neuen Kaos-Herausforderungen angehen. Prinzipiell eine recht ähnliche Herausforderung, nur dass hier die Skylanders gewechselt werden müssen. Vor jeder Welle an Schergen, die uns Kaos schickt, können Kanonen errichtet werden, welche das Areal zusätzlich schützen. Wer dabei unterschiedliche Skylanders hat, tut sich leichter. Denn oftmals werden bestimmte Elemente oder gar Figuren verlangt, um die Kanonen errichten zu können. Das Tower-Defence Spiel macht aber Laune und sorgt für kurzweilige Unterhaltung abseits des eh bereits recht umfangreichen Abenteuers.
