Battlefield 4: Final Stand im DLC-Test: Groß, modern, menschenleer

Test Sandro Odak
Die Railgun ist die mächtigste Waffe - aber selten.
Quelle: Electronic Arts

Mit Final Stand hat DICE vergangene Woche den vermutlich letzten DLC für Battlefield 4 veröffentlicht. Wir haben ihn angespielt und überprüft, was die neuen Karten, Fahrzeuge und Waffen taugen. Deutet der DLC auf einen Zukunfts-Ableger hin?

Da ist er nun. Final Stand, der "finale DLC". Ein Jahr nachdem Battlefield 4 ursprünglich erschien, hat EA DICE es geschafft seinen Shooter spielbar zu patchen. Und nun soll alles schon wieder vorbei sein? Es war eine schnelle, holprige Fahrt.

Für die letzte Erweiterung trumpft EA auch ordentlich auf. Es sind nicht nur ein paar Karten und Fahrzeuge, die dazu kommen… DICE wechselt fast das komplette Setting aus. Aus der Jetztzeit hüpfen die amerikanischen DLC-Entwickler von DICE LA in die nahe Zukunft. Und das machen sie mit einem netten Kniff, einer Dankesgeste an die Battlefield Community! Die vier Karten spielen in der kalten, verschneiten Tundra der russischen Steppe. Schneemaps, so mag das die Fanbase. Und dann das: Auf der Map Hangar 21 erobert man einen, nunja… Hangar. Nicht weiter erwähnenswert, würde darin nicht ein unfertiger Titan schnuppern! Das sind riesige Raumschiffe, die im Titan-Modus von Battlefield 2142 im Mittelpunkt standen. Der Spielmodus kehrt zwar nicht zurück, macht aber nichts. Etwas Ähnliches gibt es ja bereits in Naval Strike! Auf Giants of Karelia stehen dann auch noch Prototypen der Walker – eine Art Mech-Panzer, wie man ihn aus Star Wars kennt.

Waffenkunde: Modern und antik
Die Railgun ist die mächtigste Waffe - aber selten. Quelle: Electronic Arts Die Railgun ist die mächtigste Waffe - aber selten. Bewegungsfähig sind Walker und Titan jedoch nicht. Sie sind ein reiner Fan-Service und deuten zumindest ein Prequel von Battlefield 2142 an. Ein paar moderne Waffensysteme gibt es aber schon. Die mächtigste Waffe des Spiels ist die Rorsch MK-1, eine Railgun. Mit 3.600 m/s Projektilgeschwindigkeit, 150% Schaden und so gut wie keinem Bulletdrop gehört sie zu den stärksten Waffen überhaupt. Körpertreffer sind damit fast immer tödlich, die Wumme macht aber auch bei Hubschraubern, Jets und sogar Panzern Schaden. Das klingt zuerst falsch ausbalanciert. Jedoch gibt es die Rorsch nicht als Inventar-Waffe, man muss sie als Battledrop in der Spielwelt aufheben. Acht Kugeln sind inbegriffen, nach jedem Schuss muss 6,5 Sekunden nachgeladen werden – im Nahkampf hat man mit der Überwumme also das Nachsehen, vor allem weil man vor jedem Schuss zuerst circa zwei Sekunden ein Ziel locken muss.

Der geheimnisumwobene Bogen: Eine Schnitzeljagd. Quelle: YouTube Der geheimnisumwobene Bogen: Eine Schnitzeljagd. Das andere Ende der (Entwicklungs-)Fahnenstange ist ein Recurvebogen. Diese leise Stealthwaffe kann man mit drei Pfeilsorten ausstatten. Anders als die Armbrust aus Battlefield 3 muss man jedoch schon vor dem Spawnen eine Wahl treffen. Während dem Spiel umschalten kann man nicht. Je nach Pfeilart sorgt der Bogen für einen sicheren One-Hit-Kill – zumindest wenn man gezielt den Kopf trifft. Dafür kommt er mit einer speziellen, farbkodierten Zielversion daher. Ein Iron-Sights-Visier ist aufgeteilt in grüne, gelbe und rote Bereiche. Sie stehen dafür, wo die Pfeile auf nahe, mittelweite und ferne Strecken eintreffen. Um den Bogen freizuschalten muss man eine absurde Schnitzeljagd hinter sich bringen: Vier versteckte Dogtags finden, geheime Assignments freischalten und mit einem Team einen stillgelegten Aufzug zum Laufen bringen. Die Schnitzeljagd ist fast befriedigender als der Bogen selbst, der macht nur auf bestimmten Karten Spaß.

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Eher daneben liegt DICE mit dem neuen Schwebepanzer HAT-95 Levkov. Er wirkt wie eine etwas langgezogene Version des Main Battle Tank, hat aber ein fixiertes Rohr nach vorn. Will man mit dem HAT-95 zur Seite zielen, muss man den kompletten Panzer drehen. In engen Situationen oder Lagergebäuden wird das zum Problem. Gefallen hat uns aber, dass der HAT-95 der erste "strafende" Panzer ist. Da er keine Panzerketten oder Räder hat, sondern auf Düsen schwebt, kann er sich mehrachsig im Raum bewegen. Für die Panzerabwehr ist der HAT-95 ein etwas kleineres Ziel als gängige Kampfpanzer: Die sonst besonders verwundbaren Ketten fehlen. Wer Pech hat, schießt eine Rakete sogar komplett unter dem schwebenden Fahrzeug durch.

Zu große Karten
Mech-Panzer im Hintergrund: Fan-Service für BF 2142 Spieler! Quelle: Electronic Arts Mech-Panzer im Hintergrund: Fan-Service für BF 2142 Spieler! Die vier Karten von Final Stand lassen sich vor allem mit einem Wort beschreiben: Groß! Und weitläufig. Hangar 21 ist gar so groß, dass es eine Kapsel-Kanone gibt, mit der sich Spieler quer übers Spielfeld schießen können. Der Hangar allein ist größer und verzweigter als manch eine andere Karte – beherbergt aber nur zwei der sechs Flaggen! Und weil die Karte fast nur für Infanterie-Soldaten gedacht ist und daneben nur Transport-Fahrzeuge bietet, ertappt man sich immer wieder dabei, selbst große Distanzen von über 300 Metern zu Fuß laufen zu müssen. Das nervt. Andere Karten, etwa Hammerhead, setzen zwar auf ansprechende Größe, bieten aber auch genug Fahrzeuge für alle. Neu darunter sind Schneemobile, die jedoch wie Buggys und Jetskis vor allem durch eine schwammige Steuerung auffallen.

Schneemobile bringen einen schnell von A nach B - sind aber schwammig in der Steuerung. Quelle: Electronic Arts Schneemobile bringen einen schnell von A nach B - sind aber schwammig in der Steuerung. An neuen Ideen hat es DICE LA aber nicht gemangelt. In Hammerhead können wir die Eisplatten auf einem gefrorenen See zerstören und damit eine Durchfahrt für Panzer unpassierbar machen. Auf einem Berg stehen zwei getrennte Helikopter – beide gehören aber nicht zu einer festen Basis, sodass man nicht in ihnen spawnen kann. Das zentriert den Kampf in der Region – gelungen! In Hangar 21 erwarten uns dafür coole Levolution-Effekte: Die riesengroße Hangartüren lässt sich auf Knopfdruck öffnen, damit man mit einem ganzen Transportheli reinfliegen kann. Und ein zweiter versteckter Knopf aktiviert einen Turbinentest, der einen Zugang zum Titan komplett abfackelt. Nutzt man die Turbinen im richtigen Moment, kann man einen Großteil des feindlichen Teams auf einen Schlag ausschalten – M-M-M-Multikill!

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