Teenage Mutant Ninja Turtles - Die Gefahr des Ooze-Schleims im Test: Cowabung... Oh Waia!
Test
Cowabung-Oh-Waia! Dass eine weitere Umsetzung zur aktuellen Nickelodeon-Serie Teenage Mutant Ninja Turtles nicht der Überflieger sein würde, war denkbar. Aber derart schlecht hätte die nostalgisch anmutende Prügelorgie gar nicht werden müssen. Warum selbst TMNT-Fans die Finger von lassen sollten, lest ihr im Kurztest.
Als bekennender Fan der aberwitzigen Mutanten-Schildkröten Leonardo, Raphael, Donatello und Michelangelo musste ich mich einfach in den Kampf gegen Schredder und seine Schergen stürzen. Wie so oft möchte der Bösewicht sein Mutagen gegen die Welt einsetzen und weitere Kreaturen der Unterwelt auf die Menschheit loslassen. Ninja Meister Splinter und seinen vier Schützlingen ist schnell klar, dass von dem Ooze-Schleim eine gravierende Gefahr ausgeht und man dem Foot-Clan und ihrem Obermacker das Handwerk legen muss. Sieht man von der holprigen Darstellung der Story, mäßigen Animationen der vier Schildkröten und einer nicht vorhandenen Lippensynchronität mal ab, könnten Fans der alten Schule auf dem ersten Blick leuchtende Augen bekommen. Denn "Die Gefahr des Ooze-Schleims" wird nicht wie sein Vorgänger mit 3D-Grafiken auf den Bildschirm gezaubert, sondernmöchte mit seiner 2D-Mechanik und Optik wolligen Retro-Charme versprühen. Das erinnert irgendwie doch an Klassiker der 90er Jahre, was sicherlich nicht schlecht wäre!
Quelle: Activision
Teenage Mutant Ninja Turtles in ihrem schlechtesten Spiel. (1)
Wie frevelhaft dieser Vergleich dann dennoch ist, stellt man unweigerlich in nur zwanzig Spielminuten fest, sobald man selber durch die Kanalisation, die Stadt und Fabriken springt, hüpft und klettert und dabei etlichen Klongegner eine ordentliche Tracht Prügel verabreicht. Die gesamte Karte kann je nach Lust und Laune durchforstet werden, wobei die Turtles mit der Zeit neue Fähigkeiten wie einen Doppelsprung erlernen oder neue Waffen wie die Ninja-Wurfsterne ergattern. Dadurch offenbaren sich immer wieder neue Möglichkeiten auch in bereits erforschten Gegenden. Darauf baut der Titel unweigerlich auch auf. Immer und immer wieder müsst ihr alte Gebiete erneut durchforsten. Das ist einmal vielleicht OK, dank einiger Design-Fehler wird die Situation aber gern öfters, als einem lieb sein kann, durchgekaut. Teilweise bleiben z.B. Gegner in den Mauern stecken. Ärgerlicher sind Spielfehler, die zum Abbruch und Laden des letzten Speicherstands führen, weil man zum Beispiel alle Wurfsterne aufgebracht hat und somit eine kommende Türe nicht mehr öffnen kann! Derartige Sackgassen dürfen in heutigen Spielen einfach nicht mehr sein!
Quelle: Activision
Teenage Mutant Ninja Turtles in ihrem schlechtesten Spiel. (3)
Während ihr also immer wieder zurück zum Ausgangsort dackelt, werden unterwegs auch einige Türen oder anderweitige Passagen passiert. Nur kurz aus dem Haus raus auf die Straße um frische Luft zu schnuppern und alsdann zurück sorgt für einen ordentlichen Schrecken. Sämtliche Schergen stehen wieder auf der Matte. Die eintönige Prügelorgien mit einer Schlagtaste und einigen wenigen speziellen Handgriffen geht bereits nach wenigen Minuten in pure Langeweile über. Es ist eher noch ärgerlich, dass man in den klassischen 2D-Klettereinlagen oft unverhofft in Feinde hinein gerät und dabei bereits völlig unverdient ein paar wichtige Gesundheitspunkte verliert. Es besteht immerhin die Möglichkeit, zwischen allen vier Ninja-Schildkröten hin und her zu wechseln. Spielerisch hat dies aber nur kaum Auswirkung. Ob ein langer Bo mit Donatello geschwungen wird oder Leonardo seine Katanas aufblitzen lässt: Eine Combo bis vier, anschließend wird ein weitere Angriff ausgeführt, der diese Attacke beendet. So geht das beständig weiter. Cowabung-Ahhhh? Äh nein, dann wohl eher Cowabungäääääääähn!
Quelle: Activision
Teenage Mutant Ninja Turtles in ihrem schlechtesten Spiel. (4)
Wenn die Action wenigstens spektakulär über den Bildschirm flimmern würde, könnte man über die seichte spielerische Kost durchaus hinweg sehen. Der Schlagabtausch ist aber alles andere als berauschend, ähnlich des Level-Designs. Da klettert man über Bücherregale und durch Gänge in den Häusern einer Treppe im Hintergrund entgegen, nur um festzustellen, dass diese ausschließlich schmückendes Hintergrundinventar darstellt. Wenn man in den nächsten Stockwerk gelangen möchte, muss man einen Schacht für Wandsprünge finden ober ganz klassisch über die Fenstersims und ähnliches in die Höhe klettern. Wirklich schick ist das nicht. Auch der Vorgänger war diesbezüglich sicherlich nicht berauschend, doch machte die Optik hier wenigstens nicht den Eindruck, ein billiges Smartphpone-Abenteuer vor sich zu haben. Denn so kommt "Die Gefahr des Ooze-Schleims" einem dann doch vor. Untermauert wird dies durch eine dudelige Hintergrundmusik, die im Kampf etwas hektischer ist und sonst einfach nur auf die Nerven geht.
Einen Lichtblick gibt es in dieser Tragöde aber dennoch: Das Abenteuer ist nicht sonderlich umfangreich. Natürlich wird der erste Durchgang ein paar wenige Stunden in Anspruch nehmen, vor allem wenn man in Designfehler tappt und einen alten Spielstand neu laden muss. Zu schaffen ist "Die Gefahr des Ooze-Schleims" aber in unter einer Stunde! Denn immerhin verrät dies einer der Erfolge für das Spiel. Wer die Muse aufbringt, sich an die Achievements zu wagen, muss aber sehr viel Willenskraft aufbringen, um die Turtles zum Sieg zu verhelfen. Wir haben es auf jeden Fall nicht durchgehalten!
