Resident Evil: Revelations 2: Resident Evil: Revelations 2 in der Vorschau: Ein Episoden-Abenteuer

Special Sandro Odak
Resident Evil: Revelations 2 in der Vorschau: Ganz viel Episoden-Charme. (1)
Quelle: Capcom

Nach dem bei Fans ziemlich unbeliebten Resident Evil 6 konzentriert sich Capcom auf bekannte Szenarien: Vor kurzem veröffentlichte man ein HD-Remake des ersten Teils, als nächstes kommt mit Revelations 2 ein Episoden-Nachfolger zum 3DS-Abenteuer. Wir haben einen Blick darauf geworfen.

2012 ging Capcom mit seiner Resident-Evil-Reihe neue Wege. Das Spin-Off Revelations veränderte die Erzählstruktur des Survival-Games, weg von einer Geschichte mit klassischem Spannungsbogen, hin zu einer Episodenform. Jeder Abschnitt endete mit einem Cliffhanger, der erst am Ende aufgelöst wurde. Ein Seriengefühl kam jedoch nicht auf – denn Revelations erschien zuerst auf dem Nintendo 3DS und alle Episoden waren bereits auf dem SD-Stick gespeichert.

In Revelations 2 will Capcom dieses Rezept nun perfektionieren und bietet das Survival-Adventure tatsächlich auch als episodischen Download an. Am 25. Februar erscheint der erste von vier Teilen, von denen jeder knapp zwei Stunden lang sein soll. "Jede Episode endet mit einem Cliffhanger und wir lassen den eine Woche lang sacken", erklärt Producer Michiteru Okabe. Der Vorteil so eines episodischen Releases liegt für Spieler auf der Hand: Wer bereits nach den ersten zwei Stunden gelangweilt in die Röhre guckt, braucht die anderen Teile nicht mehr kaufen und hat am Ende nur 5,99€ ausgegeben.

Im Koop spielbar
Barry und Natalia - ein ungleiches Paar. Quelle: Capcom Barry und Natalia - ein ungleiches Paar. Jede Episode von Revelations 2 handelt von zwei ungleichen Charakterpaaren. Der Haudegen Barry Burton reist auf eine verlassene Gefängnisinsel, weil er dort seine verschwundene Tochter Moira vermutet. Doch am Strand beim Anlegen trifft er auf eine ganz andere Gestalt: Das Mädchen Natalia taucht auf, bekleidet mit einem Nachthemd. Was sie hier macht? Keine Ahnung, weiß sie selbst nicht mehr genau. Allein darauf warten, dass Barry zurückkommt, will sie aber nicht – dafür ist es zu gefährlich. Wer weiß ob er es überhaupt schafft… Ekelige Riesenspinnen krabbeln in den Ruinen des ehemaligen Instituts – für Barry mit seinem Automatikgewehr und über 200 Schuss Munition kein Problem. Der Plan ist schnell gefasst: Zusammen mit Natalia will er sich durch den Komplex arbeiten, um an einem Rundfunkturm nach Überlebenszeichen zu suchen.

Wer lokal zu zweit spielen will, kann fortan das Geschehen im Split-Screen betrachten. Einer übernimmt dabei den kanonenhungrigen Actionhelden Barry, der andere das kleine Mädchen. "Natürlichen spielen wir mit kleinen wehrlosen Kindern – das weckt einen ureigenen Beschützerinstinkt", erklärt Okabe. Ob das Konzept funktioniert, ist schwer zu sagen: Natalia bewirft Zombies höchstens mal mit einem Stock, kann dafür Zombies durch Wände hindurch "spüren". Sie markiert also nur Gegner, die Barry mit bis zu vier Waffen, für die er jeweils reichlich Munition mitführt, kaltmacht. Bis auf einige toll geskriptete Szenen will so aber keine rechte Survival-Stimmung aufkommen. Wer etwas auf sich hält, überspringt die einfachen Schwierigkeitsgrade komplett, und beginnt das Episodenspiel direkt auf schwer.

Wer allein spielt, vertraut darauf, dass die KI automatisch folgt und die primitivsten Handlungen selbst macht. An bestimmten Stellen wechselt man jedoch auf Knopfdruck den Protagonisten, um wichtige Aufgaben selbst zu übernehmen.

Team Redfield
Nahkampfmesser hat Barry zu Genüge - aber auch an Munition mangelt es nicht. Quelle: Capcom Nahkampfmesser hat Barry zu Genüge - aber auch an Munition mangelt es nicht. Irgendwo auf der anderen Seite der Insel erwacht parallel zur Kampagne von Barry und Natalia Claire Redfield in einer Zelle. An ihrem Handgelenk befindet sich ein grün leuchtendes Armband – was es damit auf sich hat, erfahren aufmerksame Spieler aus Hinweisen in der Umgebung. "Wir haben überall kleine Hinweise und mysteriöse Dinge platziert. Das haben wir uns bei Lost abgeguckt und wollen erreichen, dass Spieler darüber nachdenken, Theorien spinnen und sich im Netz darüber austauschen", klärt Okabe auf. Solche Theorien, das ist jedenfalls sicher, werden durch den episodischen Veröffentlichungsstil geradezu forciert. Gelungen, wie wir finden.

Nach wenigen Minuten findet auch Claire ihren Gegenpart: Die von Barry gesuchte Moira Burton. Was in den kommenden Stunden passiert, ist eine hübsch erzählte, asymmetrische Geschichte, in der Moira und Barry sich von zwei Seiten nähern – und am Ende hoffentlich zusammenfinden und nicht aneinander vorbeigehen. Im Team Redfield nimmt Claire die Rolle der schießwütigen Action-Ikone ein. Moira fasst keine Waffen an, hat aber eine Taschenlampe. Damit kann sie Zombies blenden, verkommt also auch zu einem reinen Hilfscharakter, der im Koop eher Zweitrangiges erledigt.

Im Einzelspielermodus werden die Szenen spannend, in denen sich die beiden Charaktere trennen. Sei es, weil Claire Moira per Räuberleiter hochhilft und selbst zurückbleiben muss, oder weil Natalia nur allein durch einen engen Schlitz passt – diese Momente bringen einen geistig wahrlich zurück zu den Tagen, in denen man zum ersten Mal die Hundeszene von Resident Evil sah! Es kommt, wie es kommen muss: Auf dem Rückweg einer Einzelpassage öffnet sich eine zuvor verschlossene Tür und ein riesiger Zombie schlurft hervor. Jetzt heißt es geschickt ausweichen und schnell zurückrennen. Wer es nicht rasch genug zum "Schießcharakter" schafft, verliert.

Schießbuden-Modus "Raid"
Der Raid-Modus ist eine Schießbuden-Übung. Quelle: Capcom Der Raid-Modus ist eine Schießbuden-Übung. Wer die Geschichte fertig ergründet hat, kann sich nach der Kampagne im Raid-Modus austoben. Der stellt sich beim Anspielen jedoch als viel zu einfache Schießbuden-Übung heraus. Die ersten Levels müssen wir noch im leichten Schwierigkeitsgrad spielen. Darin spawnen wahllos Untote, die man töten muss, um den Schlüssel zur nächsten Stage freizuschalten. Ein bisschen Survival-Feeling kommt auf, weil die Raid-Levels durchzogen sind von engen Gängen. Einer ähnelt fast einem Labyrinth. Die Tatsache, dass jeder Charakter beim Anspielen mehrere hundert Schuss Munition mit sich führt, macht jede Taktik und Absprache überflüssig.

In den schwierigeren Modi stellt sich zumindest eine kleine Herausforderung ein. So recht warm werden wir mit dem Spielmodus jedoch nicht. Er will einfach nicht zum Spielprinzip von Resident Evil passen – auch, wenn es nicht der erste Auftritt des Spielmodus ist. Wer gerne levelt, kann darin zwar hoch aufsteigen und dutzende neue Waffen finden – aber selbst dieses Character-Building versteckt Capcom hinter schnöden Menüs. Typisch japanisch.

Resident Evil: Revelations 2 Episode 1 erscheint am 25. Februar 2015 als Download für PC, Playstation 3 und 4, Xbox 360 und Xbox One. Die folgenden Episoden erscheinen im Abstand von einer Woche. Im März erscheint außerdem eine Komplettversion im Handel. Wir haben den Titel auf einem Anspielevent mehrere Stunden auf Playstation 4 spielen können. Die Anreise hat Capcom bezahlt.

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