Blood Bowl 2: Blood Bowl 2 in der Vorschau: Der Super Bowl des Unfair-Plays

Special Sandro Odak
Acht Rassen treten auf dem Spielfeld an.
Quelle: Focus

Unfair-Play wird in Blood Bowl 2 ganz groß geschrieben: In der Tabletop-Umsetzung mit Warhammer-Figuren treten zwei Teams in einem blutigen Football-Spiel an und hauen sich so kräftig auf die Rübe, dass nicht jeder Spieler wieder aufsteht. Was der zweite Teil der Reihe mit sich bringt, haben wir uns von den Machern zeigen lassen.

Es beginnt alles wie in der Realität: Spieler machen die Glotze an, starten Cabal Vision HD und zwei schmierige TV-Aufsager erzählen Geschichten aus der Sportwelt. Mit dem Unterschied, dass Cabal Vision HD kein echter Fernsehsender ist, sondern ein fiktiver Blood-Bowl-Sender im gleichnamigen "Sport"-Spiel Blood Bowl 2. Das gesamte Spiel ist in dieses Live-TV-Format gepresst und soll wie eine Übertragung wirken. Was FIFA 15 und Madden NFL jedes Jahr mit völligem Ernst betreiben, ziehen die Macher von Blood Bowl aber gekonnt ins Lächerliche.

Ein blutiger Sport
Nicht immer ganz fair, aber Schiris lassen sich ja bestechen. Quelle: Focus Nicht immer ganz fair, aber Schiris lassen sich ja bestechen. Blood Bowl ist eine fiktive Sportart im Warhammer-Universum. Sie erinnert an Football, ist rundenbasiert und kennt eigentlich keine Regeln. Zumindest nicht, wenn man den Schiri bestechen kann. Und wie es sich für eine züchtige Tabletop-Umsetzung geziemt, entscheidet allein das Würfelglück, ob die Bestechung oder bestimmte Manöver funktionieren. Abwechselnd verschieben die Spieler entweder im Single- oder Multiplayer ihre Spielfiguren. Ziel ist es, das Ei in die gegnerische Endzone zu tragen. Wie man da hin kommt und welche Hilfsgegenstände man benutzt – eigentlich egal. Je blutiger die Spiele sind, desto aufgeheizter ist die Stimmung im Stadion. Das geht so weit, dass man das Publikum mit einbeziehen kann. "Wenn man im Heimstadion Bierschänken aufbaut, sind die Zuschauer enthemmter und prügeln auf Spieler ein, die man vom Spielfeld abdrängt", erzählt einer der Produzenten.

Acht Rassen treten auf dem Spielfeld an. Quelle: Focus Acht Rassen treten auf dem Spielfeld an. Acht Rassen kann man in Blood Bowl 2 ins (Spiel-)Feld führen: Menschen, Zwerge, Bretonnias, Skaven, Orks, Chaos, Dark Elfs und High Elfs. Sie alle haben winzige Vor- und Nachteile. Die Skaven zum Beispiel mögen gute, flinke Spieler sein. Doch sie sind chaotisch und verletzen sich häufig selbst. Dann fallen sie für einige Spiele aus oder sterben sogar komplett. Zwerge hingegen sind langsam, dafür bis an die Zähne bewaffnet. Eine Gefahr bleibt: Wenn der Schiri es zu genau nimmt, kann er die Mini-Panzer vom Platz stellen. Blood Bowl 2 vermischt wie sein Vorgänger reine Sportsimulation mit einem Managerspiel. Das Team muss aufgebaut und trainiert werden. Die Einheiten sammeln Erfahrung, verbessern ihre Talente. Doch werden sie verletzt, hat das Auswirkungen auf die zukünftige Einsatzfähigkeit.

Der Mix aus Managerspiel und rundenbasiertem Krieg um einen Football macht Blood Bowl 2 so besonders. Da spielt nicht irgendein Team auf dem Platz, da spielt mein Team. Das hebt man zwischen den Spieltagen aus und kümmert sich um den Fortschritt. Die kleinen Figuren sollen einem ans Herz wachsen, immerhin kann man einzelne sogar mit Items ausstatten. Wenn sie sterben, ist nicht nur der Charakter-Fortschritt weg – dann fehlt plötzlich ein richtiges Team-Mitglied. Dass die wuseligen Figuren andauernd komische Sprüche von sich geben, macht es einem nicht viel einfacher, sich zu trennen.

Echtzeit ist Vergangenheit
Die Stadien lassen sich erweitern - etwa um einen Betonboden, damit sich mehr Spieler verletzen. Quelle: Focus Die Stadien lassen sich erweitern - etwa um einen Betonboden, damit sich mehr Spieler verletzen. Mehr als 30 Stunden soll Blood Bowl 2 in der Kampagne liefern. Das bestätigte uns einer der Macher in München. Jede Mission, jedes Match startet mit einem einzigartigen Event. Das eine mal stürzt beispielsweise die schwebende Cabal Vision Kamera aufs Spielfeld und fängt Feuer. Dieser Teil der Karte ist dann nicht mehr bespielbar. Kommen Figuren trotzdem in ihre Nähe, fangen sie Feuer und verletzen sich. Solche Absurditäten lockern die Stimmung auf – und sorgen trotz der relativ lahmen Spielweise (immerhin ist es ein Tabletop-Rundenspiel!) für viel Abwechslung.

Ein Experiment aus dem Vorgänger haben die Macher übrigens vergraben: Den Echtzeit-Modus, den es in Blood Bowl im Multiplayer gab, haben die Entwickler über Bord geworfen. Er war einfach zu chaotisch. Stattdessen gibt es wieder richtige Rundenkämpfe, die geplant sein wollen. Nacheinander bringen die Spieler ihre Figuren auf dem Rasen in Position. Jede Spielfigur hat einen Bewegungsradius, in dem sie agiert. So stellt man, wie im Schach seine Mannschaft auf und wartet, bis der Ball ins Spiel kommt. Dann geht's zu wie im Football: Einer schmeißt die Kugel nach vorne. Ob der andere Spieler sie fängt, hängt von Charakterwerten und Würfelglück ab. Ganz wie im alten Tabletop.

Bärte sind in, aber was tragen diese Zwerge wohl untenrum? Quelle: Focus Bärte sind in, aber was tragen diese Zwerge wohl untenrum? Wenn es dann richtig zugeht auf dem Spielfeld, zoomt die Kamera auch mal richtig rein. Weil Blood Bowl 2 rundenbasiert ist, macht es nichts, wenn filmreif inszenierte Kamerafahrten das Geschehen unterbrechen. "Das soll an den Stil von richtigen Sportübertragungen erinnern und einfach Spaß machen", klärt ein Entwickler auf. In den kurzen Filmchen, die man natürlich überspringen und sogar komplett abschalten kann, kommt man auch den komischen Figuren noch näher.

Blood Bowl 2 erscheint im Mai 2015 für PC, Playstation 4 und Xbox One. Eine Besonderheit stellt der Multiplayer dar. Er erlaubt auch lokale Duelle, solange man entweder zwei Gamepads bzw. ein Gamepad und eine Maus/Tastatur-Kombination hat. Was für Konsolenspieler vielleicht alltäglich klingen mag, ist am PC immer noch eine Seltenheit. Außerdem kann man online gegen Freunde antreten, in der Liga spielen oder gar eine eigene Liga gründen.

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